Moin Kinners!
Ich habe mal wieder etwas Zeit im Landkreis Osnabrück verbracht.
Genau genommen eine gute Woche.
Und zwar vor allem in einem Kiefernwald und auf einer Heidefläche zwischen den Ortschaften Bramsche-Pente und Wallenhorst-Hollage.
Der Name dieses Waldes: Königstannen.
Ich habe mein Muttertier besucht und einige andere sympathische Menschen.
Und ich bin der Natur mal wieder so richtig auf den Sack gegangen. Und zwar so sehr, dass alle im oben genannten Gebiet wild lebenden Tiere froh darüber sind, dass ich mich schließlich doch wieder auf den Weg zurück nach Ostfriesland begeben habe.
Zuvor hatte ich aber so richtig abgesahnt!
Spektakuläre Funde sind mir gelungen und auch das eine oder andere schöne Foto.
Bevor ich aber mit diesem neuen Beitrag so richtig loslege, möchte ich noch darauf aufmerksam machen, dass ich zurzeit dauerwütend bin.
Aber so richtig!
Ich bin so wütend, dass ich den ganzen Tag kotzen könnte.
Was mich auf die Palme bringt, verrate ich euch aber erst später.
Irgendwo da unten und so weiter.
Frage: Was hat es mit diesem Seiltänzer auf sich:
tightrope walking for what reason? See below
Die Lösung folgt weiter unten.
Hier seht ihr einen seiner Artgenossen nach einer taureichen Nacht geduldig auf die Sonne warten
same species after a cold night with much dew
Kinners, wer versteckt sich hier hinter einem abgestorbenen Zweig:
who is hiding here?
Eine Karminrote Mordfliege (im Folgenden KM) steht auf meinem Finger:
female Choerades gilvaWenn man sich im Gebiet zwischen Bramsche und Wallenhorst aufhält, dann wird man von den drei dort vorkommenden größeren Mordfliegen-Arten auch schon mal als Ausguck missbraucht.
Vertrauen gegen Vertrauen.
Du tust mir nichts, ich tue dir nichts. So einfach kann das Leben sein, wenn man nur will.
Das folgende Bild zeigt den Strommast meines Vertrauens an einem frühen Morgen mit Bodennebel:
where I found almost all critters, shown in this blog post
Und er hat auch diesmal wieder alles gegeben!
Der Aufwuchs, den ihr da unscharf im Vordergrund sehen könnt, besteht nahezu auschließlich aus zwei Arten: Faulbaum und Amerikanische Traubenkirsche.
Auf dem Hinweg hielt ich nur ein einziges Mal an.
Irgendwo zwischen Cloppenburg und Quakenbrück:
sunrise
Es waren diese vom noch sehr warmen Licht der aufgehenden Sonne angestrahlten Stämme der Straßenbäume (Eichen), die mich begeisterten.
Danach ging es in Lichtgeschwindigkeit weiter.
Gleich zu Beginn zeige ich euch das hier:
ticks did this to me. On my right arm alone there were 20 nymphs, that I removed with my tweezers, when back at home
20 Zecken hatten es sich am 23. Mai allein an meinem linken Arm gemütlich gemacht!
Insgesamt entdeckte ich 41 am ganzen Körper. So viele Zecken gleichzeitig hatte selbst ich noch nie. Das passiert, wenn man sich in einem echten Zeckengebiet zu lange auf den Boden legt, um irgendwelche blöden Tiere zu fotografieren. Zecken sind aber nicht blöd und erkennen ihre vielleicht einmalige Chance sofort.
"Der fette Sudendey liegt hier, nehmt eure acht Beinchen in die Hand!" rief einer der Blutsauger ganz in meiner Nähe, und so machten sich alle Zecken in einem Umkreis von fünf Kilometern auf den Weg.
Richtige Zecken waren es eigentlich auch wieder nicht, sondern lediglich Nymphen von ganz geringer Größe, die man mit bloßem Auge kaum erkennen konnte. Aber mit einer Brille auf der Nase war es mir möglich, die Biester mit meiner Pinzette eines nach dem anderen zu entfernen. Leider habe ich bei dieser Aktion so manche Nymphe zerteilt, und die Angst vor einer Sepsis hat mich ein Stück meines Lebensweges begleitet.
Das ist aber jetzt schon wieder Geschichte.
Jede Jahreszeit hat ihre eigenen Spanner:
Speckled Yellow was abundant these daysUnd der hübsche Pantherspanner ist eben eine Art des Mai.
Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten, und bei Schmetterlingen ist es nicht anders:
same
Dieses Individuum fotografierte ich am 24. des Monats.
Der Pantherspanner kommt z. B. in Ostfriesland gar nicht vor, ist aber in Restdeutschland eine häufige Art, der man vor allem in naturnahen Waldgebieten und auf Brachflächen begegnen kann. Im Gebiet ist er in diesen Tagen eine häufige Erscheinung gewesen.
Gesehen habe ich auch wieder einen Schwalbenschwanz, doch das Miststück machte überhaupt keine Anstalten zu landen und flog einfach so an mir vorüber. Zu allem Überfluss verhielten sich insgesamt zehn Hummelschwärmer exakt genauso. Ich habe also in dieser kurzen Zeit mehr Hummelschwärmer gesehen als in meinem ganzen Leben davor zusammen. Maximal waren es drei an nur einem Tag und an drei verschiedenen Orten innerhalb des Gebietes, sodass man wohl auch ausschließen kann, dass es stets dasselbe Individuum gewesen ist.
Die erste Gelbe Mordfliege der Saison, es war ein Kerl, sah ich gleich am Tag der Ankunft:
male Bumblebee Robberfly looking for females and food
Sie stand auf einem Stück Totholz, auf dem schon in den Jahren zuvor viele Gelbe Mordfliegen gestanden hatten.
Ich robbte mich näher heran:
close-up of same specimen
Im Mai sah ich zum ersten Mal überhaupt Paarungen dieser Art und auch etliche Weibchen bei der Eiablage.
Abgelegt wurden die Eier in dünne Risse oder Spalten von meist am Boden liegendem Totholz. Dabei handelte es sich teilweise um recht kleine Stümpfe oder Äste, die entweder komplett der Sonne ausgeliefert waren oder im Halbschatten des Waldrandes herumlagen. Dass auch Bereiche im tiefsten Schatten des Waldes für die Eiablage aufgesucht werden, konnte ich nicht beobachten.
Zwei Männchen, eines davon unscharf im Vorderund, behielten am 29. Mai den Luftraum im Facettenauge:
two males
Die geile Gelbe Mordfliege ist im Gebiet recht häufig.
Ich sah sie auf nahezu allen Lichtungen, aber natürlich vor allem auf der verheideten Fläche, auf der der Strommast meines Vertrauens steht. Damit ich mich jetzt nicht wiederholen muss, empfehle ich euch diesen Beitrag aus dem vergangenen Jahr: klick!
Ihn solltet ihr eigentlich erst lesen, bevor ihr mit diesem neuen beginnt. Es geht darum, all das, was ich schreibe, auch zu verstehen. Und ich will euch doch auch nicht überschätzen – äh, überfordern.
Und der erwähnte Strommast hat wirklich wieder geliefert:
my first Rhynocoris annulatus – a true lifer!
Am 24. Mai entdeckte ich in recht großer Höhe ein Tier, das ich mit bloßem Auge und auf die Schnelle nicht einordnen konnte.
Beim Blick durchs Fernglas bot sich mir ein überraschender Anblick, denn da stand doch glatt die erste Geringelte Mordwanze meines Lebens auf grundiertem Metall herum. Vom Boden aus schoss ich einige Belegbilder mit meinem Teleobektiv, doch die Distanz war zu groß, die Perspektive mehr als wild.
Ich muss da hoch, so dachte ich.
Und zwar jetzt.
Dieser Strommast steht fast direkt neben einer stark frequentierten Straße, und ich wollte keineswegs für Aufsehen sorgen. Ich meine, was würden die Leute denken, wenn sie da jemanden so ein Teil hochklettern sehen? Wahrscheinlich würde man sofort die Cops informieren.
Ich zauderte, doch eigentlich gab es für mich kein Zurück mehr. Die Querverstrebungen des Mastes, so überlegte ich jetzt analytisch, müssen ja auch irgendeinen tieferen Sinn haben; wahrscheinlich hat man sie nur deshalb angebracht, damit einem das Klettern nicht so schwerfällt.
Sechs Meter, so dachte ich, das ist nicht viel.
Ich schaute nach links, ich schaute nach rechts, und ich kam mir irgendwie wie ein Verbrecher vor, der Böses im Schilde führt. Ich nahm meinen Kunststoffbehälter in die Rechte und meinen ganzen Mut zusammen, und nur einen Augenblick später befand ich mich auf Augenhöhe mit der Killerwanze, die glücklicherweise nicht abflog oder wegkrabbelte. Mit meiner lebenden Trophäe begab ich mich sofort zurück auf die Erde.
Anschließend fotografierte ich sie auf einem toten Baumstamm.
Ebenfalls auf dem Strommast sah am selben Tag die erste KM der Saison:
female Choerades gilva, the first one of the season
Ich freute mich diebisch!
Dasselbe Weibchen mit Beute:
same female with little snack
Man vergreift sich nicht an Schwächeren, dachte ich.
Und ich glaube, es handelt sich hier um eine kleine Zikade.
Es war das erste Mal, dass ich die KM im Mai beobachten konnte. Aber nur deshalb, weil ich zuvor noch nie im Mai im Gebiet gewesen bin, seit ich diese hübsche Fliege dort vor fast einem Jahr entdeckt hatte.
Dass sie bereits im Frühjahr fliegt, wusste ich aber.
Die Schwesterart, die Zinnober-Mordfliege, wird aber erst im Laufe des Juni auftauchen, ist sie doch im Vergleich mit der KM eher eine Spätstarterin. Dafür hält sie es im Herbst aber viel länger aus, sodass beide Arten eine ähnlich lange Flugzeit besitzen.
Oh, ein hübscher Wespenbock:
Wasp Beetle taking a sunbath
Auch er sonnte sich am Strommast und warf am frühen Morgen trotz seines flachen Körpers einen ganz schön langen Schatten.
Der Echte Widderbock, so heißt dieser Käfer offiziell, ist grundsätzlich nicht häufig, fehlt aber auch nirgends. Auch hier in Ostfriesland habe ich ihn schon mehrfach beobachten können.
Ein entfernter Cousin ist der ebenfalls sehr hübsche Scheckhorn-Distelbock:
pretty Golden-bloomed Grey Longhorn beetle
Dieser Käfer benötigt, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Bockkäfern, kein Totholz.
Seine Larven leben in den Stängeln diverser krautiger Pflanzen. Und weil diese Stängel mal dicker, mal dünner sind und mal mehr, mal weniger Nahrung feilbieten, schwankt auch die Größe der Käfer erheblich. Neulich sah ich einen Scheckhorn-Distelbock am Norder Tief, der im Vergleich mit dem hier gezeigten Individuum wirklich winzig war!
Die roten Teile auf den Beinen des Käfers sind übrigens Milben oder Milbennymphen.
Ich besuchte den nahen Wallenhorster Bach und fand wieder so unglaublich viele Nymphen der Gewöhnlichen Strauchschrecke, ohne auch nur einen Versuch zu wagen, sie zu knipsen. Im tiefsten Schatten entdeckte ich darüber hinaus eine Listspinne, die es sich auf einem Blatt der Großen Brennnessel gemütlich gemacht hatte.
So sah sie aus:
Cunning Spider
Kommt in meine Arme:
female Flower Spider
Lieber nicht, sollte man als Insekt denken und sich hüten, diesem Geheuchel auch nur eine Sekunde lang Aufmerksamkeit zu schenken.
Denn die Veränderliche Krabbenspinne, die erst jüngst aus dem Süden nach Norddeutschland eingewandert ist, meint es nicht wirklich gut mit einem. Interessant ist, dass es hier im Norden fast nur reinweiße Individuen zu geben scheint, die oft sehr schlecht bis gar nicht getarnt sind auf den Pflanzen, die sie bewohnen.
In Süddeutschland sieht das völlig anders aus.
Gleich nebenan und ebenfalls an Großer Brennnessel fand ein Massenmelken statt:
Ants of subfamily Myrmicinae were milking the members of "their" Aphid herd
Arbeiterinnen einer Knotenameise der Gattung Myrmicus konsumierten Zuckersaft, den die Blattläuse ausschieden.
Es handelt sich hier um eine Symbiose, die beiden Parteien Vorteile verschafft. Die Ameisen genießen lecker Essen, die Blattläuse den Schutz der wehrhaften Hautflügler. Und Knotenameisen sind vielleicht mal wehrhaft! Weibliche Tiere besitzen nämlich einen Gíftstachel wie ihre entfernten Verwandten, die Faltenwespen und Bienen.
Und sie schrecken auch nicht davor zurück, ihn einzusetzen.
Wer kann das besser wissen als ich selbst?
Während ich also viele Bilder schoss und mich ins Gras kniete, da fielen auch schon etliche der roten Biester über mich her. Der Stich einer Knotenameise ist recht schmerzhaft, die entstehenden Quaddeln jucken ewig lange, nachdem der Schmerz nachlässt. Alles kein Vergnügen, ich schreib's euch!
Ich eilte zum Auto und holte den Flammenwerfer, den ich kurz zuvor in einem Baumarkt geschossen hatte, und löschte die ganze verfickte Ameisen-Kolonie aus. Ich meine, wenn es Tiere gibt, die ich wirklich nicht abkann, dann sind das eben Ameisen.
Ohne sie wäre das Leben schon tausendmal besser.
Und deshalb ein zehnfaches Hoch auf die folgende Fliege:
Clitellaria ephippium
Die Larven der hübschen Rotrücken-Waffenfliege leben räuberisch in den Nestern von Ameisen und sind deshalb meine Freunde.
Ob sie aber auch die Nester von abartigen Knotenameisen bewohnen, kann ich nicht schreiben, nur darauf hoffen. Die Rotrücken-Waffenfliege ist mir im Mai übrigens zum allerersten Mal in meinem doch schon recht langen Leben begegnet – und das gleich etliche Male!
Das erste Individuum sah ich auf Farnwedeln herumlaufen, während ich es auf den Bachhaft abgesehen hatte und wie ein Schwarzstorch mitten im Wallenhorster Bach herumstolzierte. Barfuß. Die bescheuerte Fliege flog leider rasch wieder weg, doch schon am folgenden Morgen entdeckte ich eine auf Amerikanischer Traubenkirsche, die sich ausgiebig sonnte.
Das war die auf dem Foto da oben.
Ein Bachhaft:
Osmylus fulvicephalus
Die Zeichnung seiner Flügel ist so einzigartig wie in unserem Fall die Rillen auf der Fingerkuppe. Vergleicht dieses Tier mit dem folgenden oder einem der anderen in diesem Beitrag, und ihr stellt fest, der Sudendey lügt nie.
Niemals.
Seht:
pretty Osmylus fulvicephalus was abundant along the Wallenhorster Bach
Der Bachhaft war im Mai massenhaft vertreten!
Bestimmt waren es entlang eines kurzen Abschnittes des Wallenhorster Bachs über150 Individuen. Schritt man geschmeidig den Bach entlang, dann scheuchte man die Hafte auf, oft ganze Gruppen dieser ausgesprochen hübschen Tiere. Sie rasten meistens auf der Unterseite von großen Blättern oder eben Farnwedeln, wo sie sich möglicherweise auch paaren.
Gesehen habe ich das aber nie.
Gesehen habe ich aber verdammt Interessantes im Zusammenhang mit dieser Art!
Wikipedia schreibt nämlich: "Die Imagines ernähren sich räuberisch von anderen Uferinsekten wie zum Beispiel Eintagsfliegen."
Ich hatte da ja so meine Zweifel geäußert im letzten Jahr, dass so ein zartes, lahmarschiges und einfach unbeholfenes Tier wie der Bachhaft auch nur irgendein anderes Tier erbeuten könnte. Nicht einmal eine Stechmücke wird ihm jemals zum Opfer fallen, so denke ich jedenfalls. Und tatsächlich habe ich nie einen jagenden Bachhaft beobachten können, sehr wohl aber Bachhafte bei der Nahrungsaufnahme.
Und das an jedem Tag!
Im Geiste ist der Bachhaft nämlich der elegantere Bruder der Skorpionsfliege, mit der er aber nicht einmal ansatzweise verwandt ist, denn er verhält sich exakt so wie diese. Vorsätzlich steuert er die Netze von Spinnen an, um sich dort an den Überresten erbeuteter Insekten gütlich zu tun. Er bleibt nicht im Netz kleben und wird nicht von der Spinne attackiert. Beide, Bachhaft und Spinne, essen stets friedlich nebeneinander, doch leider konnte ich keine aussagekräftigen Bilder schießen, weil sich immer alles im tiefsten Schatten abgespielt hat.
Am Wallenhorster Bach waren es ausschließlich die Netze von Streckerspinnen, die vom Bachhaft aufgesucht wurden:
Long-jawed Orb Weaver
Alle paar Meter war so ein Netz quer über den Bach gespannt.
Auf dem folgenden Bild sieht man immerhin beide zusammen, doch leider krabbelte der Bachhaft gerade wieder unaufhaltsam nach oben:
Osmylus is a good example for commensalism. Like unrelated Scorpionflies he consumes dead insects from spider webs
Nur wenige Minuten davor hatten Spinne und Haft noch nebeneinander ihr Frühstück zu sich genommen.
Leider verplemperte ich zu viel Zeit für den Aufbau des Statives, das sich manchmal etwas widerspenstig präsentiert. Ohne ein Stativ wäre es aber nicht gegangen an diesem finsteren Ort.
Ein Bachhaft rastet auf meiner Hose:
resting on my pants
Natürlich ist es möglich, dass der Bachhaft hin und wieder auch mal ein lebendes Tier erbeutet.
Es ist aus meiner Sicht nur so schwer vorstellbar, wenn man ihn so durch die Gegend fliegen oder hilflos einen Stängel empor- oder hinabklettern sieht.
Hier fliegt einer vor mir weg:
flying
Ein anderer vonne Seite
same
Und ein dritter kam mutig auf mich zugeflogen:
coming towards me
Den Bachhaft im Flug zu fotografieren, stellt eine echte Herausforderung dar.
Zwar fliegt er langsam, aber dafür um so erratischer. In den allermeisten Fällen bekommt man ihn nicht einmal in den Sucher der Kamera. Gelingt einem dieses Kunststück irgendwann doch einmal, dann fokussiert man meistens in die falsche Richtung.
Leider ist der Autofokus meines Makroobjektives so lahmarschig wie der Bachhaft selbst, sodass mir nur das manuelle Fokussieren bleibt. Mit modernster Technik, wie es sie heute längst gibt, wäre da sicher viel mehr möglich gewesen. Aber ich will nicht weinen, sondern bin heilfroh, dass ich überhaupt ein scharfes Foto hinbekommen habe. Im Feld hatte ich das nämlich noch für komplett aussichtslos gehalten.
Im Stehen dagegen lässt sich der hübsche Bachhaft dann leicht fotografieren, wenn er mal nicht im tiefsten Schatten unterwegs ist:
resting in the vegetation very close to the stream
Und sich mal nicht auf der Unterseite großer Blätter versteckt.
Weitere Bilder werden weiter unten folgen.
Dem Wallenhorster Bach geht es übrigens nicht gut!
Sein Pegel war schon jetzt niedriger als im Sommer des vergangenen Jahres und der Abschnitt unmittelbar vor dem Erreichen des Osnabrücker Stichkanals bereits trocken gefallen. Das sah nicht so prickelnd aus, doch um ein Einzelschicksal handelt es sich auch wieder nicht. Vielen Gewässern in unserem Land geht es zurzeit so richtig dreckig.
Der Mensch benötigt viel zu viel Wasser, und der Klimawandel, den der Mensch allein aufgrund seiner viel zu hohen Zahl weltweit losgetreten hat, sorgt – zumindest bei uns – für einen Wasser-Engpass. Schlechte Aussichen für alle Bewohner des Wallenhorster Bachs, für den Bachhaft ebenso wie für diverse Libellen, von denen ich im Mai nur die Gebänderte Prachtlibelle angetroffen habe, nicht aber die im vergangenen Jahr hier vorgestellte Zweigestreifte Quelljungfer, denn die fliegt erst ab Mitte oder Ende Juni.
Schlechte Aussichten aber auch für uns Menschen, auch wenn das niemand lesen möchte!
Am Ufer des Wallenhorster Bachs fand ich am 27. Mai einen Rostigen Schildkäfer an Ackerkratzdistel:
Cassida vibex
Vier Tage später einen weiblichen Kiefernspanner in der Bodenvegetation:
female Pine Looper
Zurück zum Strommast:
Emerald Wasp of unknown id
Diese hübsche Goldwespe, sehr wahrscheinlich eine Art aus der Gattung Chrysis, flitzte den Mast nahezu täglich auf und ab.
Goldwespen sind sehr hübsch und quasi die Prachtkäfer unter den Hautflüglern, wenn man so will. Einen Prachtkäfer fand ich übrigens auch am Strommast, doch der war so hibbelig, dass ich ihn nicht scharf auf Platte bekommen habe. Es war der erste Prachtkäfer außerhalb des Bundeslandes Rheinland-Pfalz für mich!
Ein weiterer richtig fetter Fund gelang mir am 28. Mai.
Ich entdeckte eine Kamelhalsfliege, die sehr wahrscheinlich eine Gelbgezeichnete Kamelhalsfliege war:
my first self-found Snakefly. So amazing! Maybe this female specimen belongs to the species Xanthostigma xanthostigma, but most species are hard to separate from each other
Es war meine erste selbstgefundene Kamelhalsfliege überhaupt!
Vor über 30 Jahren hatte mir mal jemand eine in der Senne bei Paderborn gezeigt.
Quasi im Vorbeigehen: "Guck mal, Frank, eine Kamelhalsfliege!"
Das Tier stand auf Eichenlaub herum und ließ sich großartig aus geringer Distanz bestaunen. Damals war ich mit einigen anderen Leuten aus Osnabrück extra in die Senne gefahren, um dort mal nach Besonderem zu suchen. Später musste jeder von uns 50 Mark berappen, denn das Betreten des Truppenübungsplatzes war schon immer streng untersagt. 50 Mark waren aber ein angemessener Preis für diesen Tagesausflug gewesen, wie ich auch heute noch finde.
Noch ein Foto:
same
An der Penter Straße hatte ich durchaus auch immer mit einer Kamelhalsfliege gerechnet und deshalb sogar täglich die Blätter der Eichen am Waldrand kontrolliert. Dass ich auch dieses Biest am Strommast gefunden habe, ist eigentlich kaum zu glauben.
Nachdem ich dort schnell einige Belegfotos von ihr geschossen hatte, verfrachtete ich die Kamelhalsfliege ganz vorsichtig in den Schatten und parkte sie auf Totholz, denn zum Zeitpunkt des Fundes stand die blöde Sonne schon senkrecht am wolkenlosen Himmel.
Kinners, das waren wirklich keine brauchbaren Fotobedingungen.
Das Tierchen ließ sich alles gefallen und hielt still:
same
Ganz lange stand es einfach nur regungslos herum.
Lustig wurde es immer erst dann, wenn Bewegung ins Spiel kam.
Bevor sie nämlich loslief, machte sie immer den Kopfnicker! Drei-, viermal nickte sie ruckartig mit ihrem Köpfchen, um daraufhin loszukrabbeln. Und das überraschend schnell! Und sogar auch rückwärts, wenn ich mich etwa mit meinem Zeigefinger dem Kopf des Tieres näherte.
Die Kamelhalsfliegen sind ganz entfernte Cousinen von Florfliegen und dem Bachhaft. Sie alle gehören zur Gruppe der Netzflüglerartigen. Dort bilden die Kamelhalsfliegen aber eine eigene Ordnung, während die Florfliegen und der Bachhaft zur Ordnung der Netzflügler gehören. Der Bachhaft steht etwa in der Mitte all dieser Tiere, wenn es um die Länge des "Halses" geht. Bei den Florfliegen ist der praktisch nicht vorhanden und bei den Kamelhalsfliegen geradezu überlang. Tatsächlich handelt es sich hier aber gar nicht um den Hals, sondern um das erste Brustsegment dieser Tiere.
Noch ein letztes Bild vom mutmaßlichen Star dieses Beitrages:
with sun
Nach etwa einer halben Stunde hatte der nämlich doch die Schnauze voll von mir und flog einfach weg.
Die über die Flügelenden hinausragende Legeröhre weisen das Biest übrigens als ein Weibchen aus, aber das nur so am Rande.
Am frühen Morgen desselben Tages hatte ich bereits eine Gelbe Dungfliege gefunden und abgelichtet:
Yellow Dung Fly on early morning
Die Gelbe Dungfliege ist eine megahäufige Art, die man zum Beispiel oft auf Kuhfladen antrifft.
Sie isst aber nicht etwa die Wiederkäuer-Kacke, sondern jagt auf den Fladen andere kleine Insekten, legt dort aber auch ihre Eier ab. Die aus diesen Eiern schlüpfenden Larven wiederum verfolgen und essen die Larven anderer Insekten auf, sind also kleine Killertiere, wenn man so will.
Findet man eine Gelbe Dungfliege auf einer noch taunassen Fläche, dann muss man sich ganz vorsichtig bewegen, wenn man sie fotografieren möchte. Denn als Dungfliege kann man, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Insekten, auch bei sehr niedrigen Temperaturen passabel fliegen und fliehen. Selbst im Winter kann man das beobachten, wenn sich die attraktiven Tierchen zum Beispiel in größerer Zahl auf deichnahen Wegen sonnen.
Kinners, ich war auch wieder bei den Steinkäuzen zu Besuch:
Little Owl
Im Gegenlicht:
backlight
Und wie bereits im letzten Jahr ließ sich im Eulengarten auch wieder ein Gartenrotschwanz vor meinem Versteck blicken:
Common Redstart
Nein, nicht etwa irgendein, sondern der Gartenrotschwanz, denn ich gehe ganz stark davon aus, dass es sich um dasselbe Individuum gehandelt hat wie bereits ein Jahr zuvor.
An dieser Stelle geht wieder ein ganz großes Dankeschön raus an Familie L., die mich einfach hat machen lassen, und ganz besonders an Manuela L., die sich nicht zu schade dafür war, mich morgens um fünf Uhr zum Versteck zu bringen.
Ihr wisst, Vögel können nicht zählen und so weiter.
Meine Mutter ist in einem Pflegeheim.
Seit einem halben Jahr.
Endstation, so nennt sie es selbst. Zwar hat sie ein schönes und auch großes Zimmer, das halbwegs persönlich eingerichtet worden ist, aber natürlich ist das alles nicht mit ihrer gewohnten Umgebung vergleichbar. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind freundlich, dass Essen gut, aber irgendwie ist das Ambiente aus meiner ganz subjektiven Sicht auch ein wenig gruselig. Denn überall hängen Kreuze an der Wand, und es stehen Skulpturen herum, die irgendwelche Heiligen darstellen sollen, die wahrscheinlich so heilig waren wie ihr und ich.
Wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich auf den Aufenthalt in einem Pflegeheim verzichten. Das geht wohl allen Menschen so. Und so hoffe ich, dass ich vorher einfach tot umfalle, vielleicht in einem Augenblick höchster Aufregung, wenn mir ein Stachelschwanzsegler vor die Linse fliegt oder eine geile Schlange meinen Weg kreuzt. Oh, dass wir einander nicht missverstehen, ich liebe das Leben, aber einen raschen Tod, von dem man vorher nichts erahnt, sollte man nicht in seinem Wert unterschätzen. Und weil ich schon sehr alt bin, gibt es in dieser Hinsicht auch nichts mehr zu verdrängen.
Kinners, viel habe ich wieder einmal gesehen in dieser guten Woche, Langeweile kam jedenfalls nie auf.
Auf der Heidefläche sang permanent ein Baumpieper, im angrenzenden Wald der Pirol. Über mir balzte der Wespenbussard, und am Rande einer Lichtung hielten sich drei noch sehr tollpatschige Kolkraben auf, die von ihren Helikopter-Eltern permanent bewacht wurden. Wenn ich nur den Gedanken hegte, mich diesem Teil des Waldes zu nähern, um zum Osnabrücker Zweigkanal zu gehen und dort nach balzenden Waldschnepfen zu spähen, dann ging das Geschrei der Altvögel auch schon los.
Und so hörte es sich an: klick!
Sie schrien sich geradezu einen Wolf! Und auf der Aufnahme ist auch ein Fake-Kolkrabe zu hören. Es war mein kläglicher Versuch, die warnenden Altvögel zu imitieren ...
So, Kinners, jetzt geht es zurück in die Vergangenheit, und wir schreiben das Jahr 2000!
Damals wurde die erste Brut des Wolfes in Deutschland seit seiner Ausrottung durch den Menschen im 19. Jahrhundert enttarnt. Im sächsischen Teil der Lausitz. Alles, was auf dieses spektakuläre Ereignis folgte, war aus meiner Sicht vorhersehbar. Und jeder, der mich kennt, weiß, was ich damals prognostiziert habe. Nicht nur eine Ausbreitung des Wolfes über weite Teile der Republik, sondern vor allem die Reaktionen der Menschen auf diese. Und hier wiederum die Reaktionen eines ganz besonderen Teiles der Bürger unseres Landes.
Gemeint sind Jäger und Nutztierhalter.
Mir war von Beginn an klar gewesen, dass sie wettern, dass sie hetzen würden. Und genau so ist es gekommen. Gut, es bedarf keiner Löcher in den Händen, wenn man weiß, wie diese Menschen ticken. Und ich weiß es halt, habe es immer gewusst, weil ich ihnen immer wieder und viel häufiger, als es mir lieb gewesen wäre, begegnet bin.
Leider ist es in diesem Land so, dass jene Bürger, die am lautesten schreien, am Ende auch Recht bekommen. Im Falle des Wolfes nicht zuletzt auch deshalb, weil es in der Politik nur so von Jägern wimmelt! Es geht natürlich auch um Wählerstimmen und darum, einer so großen Gruppierung nicht vor den Kopf zu stoßen.
Jetzt hat man den Wolf also ins Bundesjagdgesetz aufgenommen!
Das Ganze ist bereits vom Bundestag bestätigt worden.
Künftig wird es also möglich sein, ohne großes Tamtam und langatmige Behördengänge der Natur nicht nur einzelne Wölfe, sondern gleich ganze Rudel zu "entnehmen" (bescheuerte Jägersprache). Es bedarf auch keines Nachweises mehr, dass ein bestimmter Wolf für einen bestimmten Riss verantwortlich ist. Es kann jetzt einfach drauflosgeballert werden. Viele Jäger werden von nun an mit einer Dauererektion durch ihr Revier streifen und sich schon auf den ersten eigenhändig getöteten Wolf freuen. Bisher musste man nämlich für so ein aufregendes Erlebnis das Land verlassen und in anderen Staaten Naturschutz betreiben oder illegal handeln, was in der Vergangenheit übrigens auch oft passiert sein dürfte (Schießen, Schippen, Schweigen).
Für mich ist es kein Unterschied, ob man einen Fuchs tötet oder einen Wolf.
Beide Varianten sind dumm und falsch. Und nur Menschen, die nichts von ökologischen Zusammenhängen verstehen und die wahren Ursachen für all die Probleme, die im Outback existieren, gar nicht sehen wollen, fordern solch sinnfreie Aktionen. Es gibt sie nicht nur unter den Nutztierhaltern und Jägern, sondern auch beim NABU sowie in der hiesigen Nationalparkverwaltung.
Da werkeln nämlich so richtige Experten.
Ich verstehe überhaupt nicht, wie man als ein Individuum einer Spezies, von der es allein in diesem winzigen Land 84 Millionen gibt, der Natur gegenüber so überheblich und arrogant auftreten kann. Wie kann man ausgerechnet als Mensch anderen Arten vorschreiben wollen, wie häufig sie sein dürfen?
Das ist einfach nur unverschämt und asozial.
Probleme mit Wildtieren, das habe ich hier schon oft geschrieben, gibt es nur, weil wir so viele sind und jeden Quadratmeter dieses Planeten für uns beanspruchen. Und unsere Zahl steigt noch weiter an! Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte. Und ich bin alles andere als ein Menschenfeind, aber der Meinung, dass man Sachverhalte nicht verdrehen sollte, macht man sich so doch nur lächerlich.
Was mich aber an der ganzen Geschichte besonders stört, sind die ewigen Lügen der oben genannten Bevölkerungsgruppen. Es wird so getan, als gäbe es in Deutschland 100.000 Risse im Jahr, doch tatsächlich hat ihre Zahl, wohl auch als das Resultat eines verbesserten Herdenschutzes, von 5727 im Jahr 2023 auf nur noch 4300 nur ein Jahr später abgenommen.
Wie viele Nutztiere landen im selben Zeitraum im Schlachthaus?
Es ist so traurig und absurd.
Die Dummheit des Menschen ist bisweilen wirklich unantastbar. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass der Mensch grundsätzlich nicht dazulernen will. Irgendwie wiederholt sich alles in Dauerschleife, weil so viele Bürger einfach abgrundtief böse sind und nicht wissen, was Empathie ist. Denn sie fühlen ja nicht nur nicht mit dem Wolf mit, auch die Nutztiere, die sie halten, sind ihnen oft scheißegal.
Sie landen im Schlachthaus und sollen nur Kohle bringen.
Vielleicht wäre der Hass auf den Wolf nicht ganz so groß, wenn er vor dem Reißen eines oder mehrerer Schafe einen Batzen Kohle an den Besitzer überweisen würde.
Oh, die WM-Kugel wird auch schon wieder angeliefert:
Cunning Spider is delivering the ball for the FIFA World Cup! But still has to manage to cross the Atlantic Ocean
Allerdings auf dem falschen Kontinent!
Weiß es die dumme Listspinne denn wirklich nicht besser? Und wie will sie es über den großen Teich schaffen? Dass die Pille noch schlapp ist, stellt aber kein Problem dar. Es reicht völlig aus, wenn man sie pünktlich zum Anstoß des Eröffnungsspiels aufpumpt.
Große Sternmiere für euch:
Greater Stitchword
Die ganze Woche über war es sehr, sehr warm.
Nahezu täglich wurde an der 30-Grad-Marke gekratzt. Zweimal ist sie sogar überschritten worden! Da war es nur logisch, dass man es auch als Blindschleiche nur auf einem schattigen Waldweg aushalten konnte:
Slow Worm
Und genau dort fand ich sie auch.
Zaun- und Waldeidechse, beide im Gebiet vorkommend, sah ich dagegen nicht ein einziges Mal.
In meiner Kindheit waren sie es gewesen, die mich nahezu täglich ins Gebiet gelockt haben. Sie und alle anderen Amphibien und Reptilien, die dort seinerzeit vorkamen. Von den Amphibien ist allerdings kaum etwas übrig geblieben, nachdem man eine kleine Sandgrube zugeschüttet hatte und die Gräben am Waldrand ausgetrocknet sind. Kammmolch, Bergmolch, Teichmolch und Laubfrosch – längst verblasste Einnerungen.
Insekten und Spinnen waren für mich damals kaum beachtenswert gewesen, doch das hat sich ja glücklicherweise längst geändert. Heute weiß ich, sie sind in ihrer Pracht und Vielfalt nicht weniger spannend. Und dieser neue Bericht belegt das ja auch eindrucksvoll.
Es war jedenfalls so dermaßen heiß in der Woche meines Aufenthaltes, dass ich gar keine andere Wahl hatte, dem kühlen Wasser des Wallenhorster Bachs zu widerstehen. Täglich beachtete ich Meister Kneipps Regeln und suchte die Ufer nach Interessantem ab.
Im Wasser stehend.
Ich fand diese Labyrinthspinne:
Agelena labyrinthica
Und eine hübsche Gelbband-Langhornmotte:
Longhorn Moth
Den einzigen Kokon einer Großen Feenlämpchenspinne entdeckte ich ebenfalls an der Bachböschung:
Agroeca brunnea, eggsac
Spuren von IKEA im Osnabrücker Outback!
Wer hat wohl von wem geklaut?
Oh, eine Sackspinne:
Clubiona spec.
Die sieht auf dem Bild mit ihren überdimensionierten Cheliceren wirklich gefährlich aus, war aber "in echt" ganz klein.
Nur das Makro hat sie größer gemacht, als sie wirklich war. Ihr braucht also keine Angst zu haben, ihr Nichtsnutze, ihr kleinen, dass die Spinne plötzlich den Monitor verlässt und auf eurem Scheibtisch herumkrabbelt.
Eine Hochstaplerin für euch:
Volucella bombylans
Kinners, das ist keine Hummel!
Es handelt sich hier um eine Hummel-Waldschwebfliege, die nur einen auf gefährlich macht, tatsächlich aber völlig harmlos ist. Wenn eine harmlose Art eine wehrhafte imitiert, z. B. um nicht aufgegessen zu werden, dann nennt man das Mimikry.
Gerade unter den Schwebfliegen gibt es ganz viele Kandidaten, die einen auf Biene, Wespe oder eben Hummel machen.
Es folgt ein weiteres Beispiel:
Temnostoma bombylans
Die geile Hummel-Moderholzschwebfliege imitiert eine Wespe!
Wieso man ihr den deutschen und völlig unpassenden Namen gegeben hat, ist mir allerdings ein Rätsel.
Eine Aufforderung zum Klauen:
if you need firewood, you can call the forester. But If you don't want to pay anything for it, you just can take it, because they store the wood right next to a busy road :-)Auf der Heidefläche entlang der Penter Straße hat man überall Holz aufgeschichtet.
Und an diesen Stapeln hat man Schilder angebracht, die einem verraten, dass das Holz zum Verkauf steht. Man braucht nur den Förster anzurufen, um den Deal klarzumachen. Man könnte aber auch im Schutze der Dunkelheit ganz ohne ein Telefongespräch einfach direkt neben so einem Holzstapel anhalten und den Anhänger vollladen, wenn man (im doppelten Wortsinn) gerade keine Kohle hat und trotzdem heizen möchte.
Im Winter und so.
Nur so als Tipp und für den Fall, dass ihr mal in der Gegend seid.
Tausend bunte Lichter und eine balzende Bremse:
Hybomitra spec.
Die Männchen der Bremsen aus der Gattung Hybomitra balzen, ähnlich wie viele Schwebfliegen, indem sie ausdauernd auf der Stelle schwirren und alles, was nur so ähnlich wie sie selbst aussieht, vertreiben.
Weil es während meines Aufenthaltes so heiß war, konnten diese Biester bereits um Sonnenaufgang herum ihre billige Show abziehen.
An kühleren Tagen geht die erst viel später los.
Aus der Nähe:
same
Einen im wahrsten Wortsinn ganz großen Knaller fand ich am 30. Mai 2026 auf einer der vielen Querverstrebungen des Hochspannungsmasten:
likely Antipalus varipes, male
Boah, so dachte ich, ist die riesig!
Gleichzeitig hatte ich nämlich zwei KM im Blick, die nur einen Meter vom Brummer entfernt auf dem Mast standen, und die wirkten jetzt wie Zwerge. Ich hatte überhaupt keine Ahung, wen genau ich da entdeckt hatte, war aber wirklich beeindruckt.
Eben wegen der Größe, aber auch der Schönheit.
Allein die größtenteils roten Unterschenkel und die dazu kontrastierenden und pechschwarz beborsteten Oberschenkel vor allem der beiden vorderen Beinpaare sahen einfach nur gigageil aus.
Ein weiteres Bild, diesmal von oben geknipst:
from above
Da ich kein Internet habe, wenn ich nicht zu Hause bin, musste die Auflösung des Rätsels ein paar Tage warten.
Und ich war vielleicht mal gespannt!
Ich will ehrlich sein, ich hielt das Biest zu Beginn tatsächlich für eine Berserkerfliege, deren Merkmale mir verschwommen im Hirn aufpoppten, und somit für einen niedersächsischen Erstnachweis, doch bin ich eben alles andere als ein Raubfliegen-Gott.
Am Ende war es dann doch "nur" eine Goldafterfliege, aber immerhin die erste meines Lebens.
Die zweite folgte nur einen Tag später.
Ich entdeckte sie am frühen Morgen an ihrem Schlafplatz und ganz in der Nähe des Strommasts:
another specimen one day later (or even the same one)
Eine echte Maschine:
same
Ein Apparat:
same
Ein unglaublicher Kaventsmann:
same
Im Feld war ich mir sicher gwesen, dass diese Raubfliege größer war als die mir vom Rysumer Nacken bekannte und hier bereits mehrfach vorgestellte Hornissenraubfliege, doch laut Literatur ist sie etwas kleiner als diese.
Ihrer unglaublichen Aura tut das aber keinen Abbruch.
Als Beute für die Goldafterfliege da oben wäre die folgende Fliege wohl zu klein:
Neurigona quadrifasciata
Auch sie lungerte am Hochspannungsmast herum!
Es handelt sich hier um die Vierstreifige Langbeinfliege. Sie ist zart und sehr hübsch, aber wegen ihrer geringen Größe leicht zu übersehen. Ich kannte sie nicht einmal, sodass ich mich hier bei Jürgen Peters (Borgholzhausen) für die Bestimmung des Tieres bedanke.
Allabendlich zog es mich zum Stichkanal.
Ich wollte dort die balzenden Waldschnepfen fotografieren. Und während ich geduldig auf dem Wanderweg am Ufer des Kanals stand und wartete, tauchte unweit von mir ein Haubentaucher auf – und auch ganz fix wieder ab:
Crested Grebe in late evening light
Im Stichkanal wimmelt es von Fisch.
Und es ist vor allem die eingeschleppte Schwarzmeergrundel, die dort in unglaublich hoher Dichte auftritt. Das hat sich längst unter Haubentauchern herumgesprochen, denn ich sah an manchen Tagen gleich bis zu zehn Vögel auf einmal! Für eine Brut ist der Kanal aber völlig ungeeignet, gibt es dort doch gar keine Schwimmblattzone. Und ob man als Haubentaucher auch auf einer Steinschüttung brüten kann, wage ich zu bezweifeln.
In meiner Kindheit hatte es keine Haubentaucher auf dem Kanal gegeben.
Unverwechselbar:
the unmistakable remains of Tipula maxima, killed by a Bridge Spider
Diese Riesenschnake war einer Brückenkreuzspinne zum Opfer gefallen.
Das Muster ihrer Flügel ist einzigartig. Auch sie entdeckte ich, während ich dort stand und auf den Auftritt der Waldschnepfe wartete.
Um Viertel vor zehn war es endlich so weit:
Woodcock"Rororo – PUITZ!"
Man kann dieses Naturschauspiel leider kaum besser fotografieren.
Diese geheinnisvollen Vögel, von denen man tagsüber absolut nichts mitbekommt, tauchen nämlich wirklich immer erst dann auf, wenn das Licht bereits so richtig mau geworden ist. Eine halbe Stunde früher würde schon viel ausmachen, aber man kann einfach nicht zählen auf dieses lichtscheue Pack, das sich den ganzen Tag über auf irgendwelchen Lichtungen mit viel Adlerfarn versteckt hält.
Darüber hinaus schlagen diese Biester nur selten den Weg ein, den sie einschlagen müssten, wenn man sie halbwegs vernünftig mit der Kamera erwischen wollte. Mal kommen sie aus der einen, mal aus einer ganz anderen Richtung, und oft habe ich sie nur von hinten gesehen, obwohl ich doch Bilder im Profil schießen wollte.
Egal, denn ein cooles Naturschauspiel ist die Balz der Waldschnepfe allemal, und zeitweilig sah ich gleich mehrere Vögel am sich verdunkelnden Himmel.
Maximal waren es sechs gleichzeitig!
Täter und Opfer:
Red-necked Footman killed by a member of the opiliones orderEin Weberknecht hatte ein Rotkragen-Flechtenbärchen erbeutet und saugte dieses nun genüsslich aus.
Bestimmt haben den Falter Jürgen Peters und Achim Linder.
Am 30. Mai entdeckte ich auf der Heidefläche eine superhübsche Schnake, die ich nie zuvor in meinem Leben gesehen hatte:
female Tipula trifascingulata – a rare species, that I had never seen before
Tipula trifascingulata, einen Deutschen Namen gibt es nicht, wird nicht nur in Deutschland nur sehr selten gefunden.
Und das, obwohl man schon 2012 in den Niederlanden herausgefunden hatte, dass diese Art keine besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum stellt. Zumindest nicht bezüglich der Feuchtigkeit einer Fläche. Und so kann diese Schnake sowohl trockene als auch nasse Bereiche besiedeln. Warum sie also so selten gefunden wird, lässt sich nicht plausibel begründen.
So oder so, für mich war und ist das die mit Abstand schönste Schnake meines Lebens gewesen. Bestimmt hat sie Christine Laumann aus Freckenhorst.
Eine Luchsfliege:Stiletto Fly of genus Thereva
Diese Art aus der Gattung Thereva, welche auch immer es sein mag, sieht man fast überall, aber immer nur einzeln.
Ich kenne sie aus verschiedenen Waldgebieten Ostfrieslands, aber auch vom Rysumer Nacken, wo ich ihr schon so einige Male begegnet bin.
Rote Lichtnelke:
Red Campion
Zurück zum Bachhaft:
Osmylus on a cool morning with tons of dew
Die allermeisten Individuen verbringen die Nacht an schattigen Stellen entlang des Wallenhorster Baches.
Manche fliegen in die Bäume, um dort zu pennen. Andere wählen, wie bereits oben erwähnt, die Unterseite großer Blätter oder Farnwedel direkt am Ufer. Weil es im Wald keinen Tau gibt, ist es dort nicht möglich, wirklich malerische Fotos zu schießen.
Doch ein kleiner Abschnitt des Bachs durchquert die Heidefläche und wird dort auch nicht von Bäumen gesäumt. In diesem Bereich muss man suchen und auf die richtige Gelegenheit hoffen.
Und mit etwas Glück findet man sie schließlich auch:
same specimen
Dieser Bachhaft hatte sich den vertrockneten Stängel des Rainfarn für die Nachtruhe ausgesucht.
Ich konnte ihn ausgiebig fotografieren:
same
Je nachdem, aus welcher Richtung ich meine Bilder schoss, bekam ich einen anderen Hintergrund:
same
Die Larve eines Großen Leuchtkäfers leuchtete mir am 24. Mai aus größerer Distanz entgegen:
Common Glowworm larvae
Ich fand sie auf dem belaubten Waldboden, und sie war ganz allein.
Für mich stellte dieser Fund erst den zweiten Nachweis eines Leuchtkäfers für den Landkreis Osnabrück dar! Zuvor hatte ich nur einmal, nämlich vor fast 40 Jahren, gleich eine ganze Gruppe auf einem Standortübungsplatz bei Fürstenau bewundert.
Der erste Nachweis einer Schwatten Kammschnake für die Königstannen gelang mir gleich am Ankunftstag:
female Tanyptera atrata
Und ich sah diese Art an jedem Tag meines Aufenthaltes.
Oft gleich mehrfach!
Und somit habe ich in der guten Woche im Kreis Osnabrück mehr Individuen gesehen als in meinem ganzen Leben davor. Davor hatte ich die Schwatte Kammschnake nur einmal an der Thülsfelder Talsperre beobachtet und – völlig überraschend – in einem Gehölz am Mahlbusen des Norder Tiefs! Dort sind mir inzwischen nach einem Weibchen auch mehrere Männchen vors Fernglas geflogen. Und eines davon konnte ich auch knipsen.
Die Dame auf dem Bild da oben war gerade mit der Eiablage beschäftigt. Es wird jetzt niemanden mehr erstaunen, wenn ich schreibe, dass auch die Schwatte Kammschnake ein Totholzjunkie ist. Und ihre Larven fungieren vielleicht als Beutetiere für die der drei in diesem Beitrag genannten Mordfliegen, obwohl sie das ganz bestimmt gar nicht wollen.
Ich stelle fest: In totem Holz spielen sich richtige Dramen ab; es herrscht ein einziges Hauen und Stechen, ein ewiges Meucheln, und es ist gut, dass man von außen nichts davon mitbekommt.
Eine Gelbe Mordfliege nimmt am frühen Morgen ein Sonnenbad am Waldrand:
male Bumblebee Robberfly sunbathing – never before I had seen this species on a leaf! Usually it prefers dead trunks, the bark of trees (especially pines) or even the ground
Es war für mich das erste Mal überhaupt, dass ich diese Art auf einem Blatt stehen sah!
Sonst sieht man die Gelbe Mordfliege nur auf Baumstämmen herumlungern, auf Totholz, auf dem Boden (eher selten) – und natürlich auf dem Strommast meines Vertrauens.
So wie im Falle dieses Männchens, das ich am 25. Mai beobachten konnte:
another male
"Wen sauge ich denn heute mal aus?" fragte es sich halblaut selbst, während ich meine Fotos schoss.
Die Bilder der beiden Gelben Mordfliegen illustrieren ganz fein, wie unterschiedlich sich diese Tiere verhalten in Abhängigkeit von der Temperatur. Ist es noch kalt, schmiegen sie sich eng an die Unterlage, um möglichst viel Wärme aufzunehmen, während sie bei kochender Hitze den Körper so weit wie nur möglich von der Warte fernhalten, um ein Überhitzen zu vermeiden.
Diesen "Katzenbuckel" sieht man also nur ab einer bestimmten Temperatur.
Ganz weit oben hatte ich ja bereits angedeutet, dass ich auf diesem Trip erstmalig auch die Eiablage verschiedener Weibchen der Gelben Mordfliege beobachten konnte.
Das sah dann so aus:
eggs were deposed by a female into small crevices of dead wood
Doch leider nie im Profil, sondern immer nur von hinten.
Beachtet büdde auch hier die rote Milbe am rechten Hinterbein.
Auch dieser Mausgraue Schnellkäfer hatte eine Schwäche für den Strommast:
Mottled Dingy-brown Click Beetle (what a name!)Einen attraktiven Ameisenbuntkäfer fand ich am Waldrand auf einem liegenden Baumstamm ohne Borke:
Ant Beetle
Kinners, das war es auch fast schon wieder für heute!
Ich habe für euch Nullnummern einen kostenlosen Kessel Buntes zusammengestellt aus einem Gebiet, das nicht groß ist, aber trotzdem wirklich viel zu bieten hat. Es hat deshalb so viel zu bieten, weil es bis heute ungedüngt geblieben ist und auch reichlich unaufgeräumt. Viele der hier gezeigten Arten sind echte Totholzjunkies, die in einem sterilen Wirtschaftsforst keine Chance hätten.
Die so genannten Königstannen werden natürlich auch bewirtschaftet, aber, so ist es zumindest mein Eindruck, reichlich extensiv, sodass es überall von Totholz nur so wimmelt. Es ist kein Zufall, dass dort so exklusive Spezies wie die seltene KM und die Zinnober-Mordfliege vorkommen und so furchtbar viele andere interessante wie auch anspruchsvolle Arten, die man schon in der umgebenden Agrarsteppe, aber auch in den meisten Waldgebieten des Landkreises vergeblich suchen würde.
Doch natürlich läuft auch in in den Königstannen nicht alles rund. Und nicht nur dem Wallenhorster Bach, der das Gebiet durchfließt, geht es schlecht.
Ihm fehlt wie so vielen anderen Gewässern in dieser Republik aus jenen Gründen, die ich bereits oben genannt hatte, das Wasser. Weil so ein Bach sich aber nicht über die Zustände in diesem Land beschweren kann, übernehme ich für ihn die Drecksarbeit, denn die Prognose für die Zukunft fällt düster aus.
Jetzt stellt euch mal vor, auf drei trockene Sommer folgt ein Winter ohne Regen. Dann ist hier in Deutschland der Ofen aus. Auf der Stelle. Und stellt euch darüber hinaus mal vor, die wenigen Staaten, die uns mit den wichtigsten Ressourcen versorgen (wie zum Beispiel Erdgas), die wir selber nicht haben, aber allein aufgrund unserer Zahl in riesigen Mengen benötigen, drehen uns von heute auf morgen den Hahn zu, weil sie es vielleicht geschafft haben, sich neue Geldquellen zu erschließen und somit nicht mehr auf unsere Kohle angewiesen sind.
Zwei Varianten, wie sie jederzeit genau so in Erscheinung treten können, auch wenn das niemand wahrhaben will, weil es natürlich auch viel einfacher ist, in einer Blase zu leben. Alles hängt am seidenen Faden, weil alles auf diesem Planeten begrenzt ist und nichts selbstverständlich. Und entgegen der landläufigen Meinung gibt es auch kein verbrieftes Recht auf billigen Sprit, um mal ein ganz aktuelles Thema anzuschneiden. Es gibt nicht einmal ein verbrieftes Recht auf Sprit ganz allgemein – oder irgendetwas anderes.
Ich will ehrlich sein, ich habe Carl XVI. Gustav bereits vor Wochen eine Mail geschrieben, in der ich ihm geraten habe, den Mauerbau an der gesamten Südflanke seines noch erfrischend dünn besiedelten Landes nicht weiter hinauszuzögern.
König Kalle (wir duzen einander), so habe ich geschrieben, wenn hier alles drunter und drüber geht, dann kommen Millionen Deutsche unregistriert in dein Land und saufen euch den Vänern leer. Dann wird aus Schweden Deutschland, so wie man ja hier immer wieder gerne behauptet, aus Deutschland werde Indien, wenn man sich zu viele Inder ins Land hole.
Oder so ähnlich.
Egal, ich will mich heute nicht mehr aufregen und zeige ein letztes Bild:
don't stare at me like this
Okay, eins habe ich noch:
last Osmylus for today
Tschüß, Penter Straße, zumindest vorerst:
where I found all the beautiful critters shown in this blogpost – last image for today
Irgendwann im Sommer komme ich zurück.
Denn ich habe noch einen Auftrag zu erledigen.
Bis dahin lautet die Quintessenz: Es waren wieder 84 Bilder.
Für lau.
Für euch.
Es war einmal ...
... eine Ibersiche Schafstelze:
in 2022 this male Iberian Wagtail bred in the saltmeadows close to the village of Manslagt, but did not succeed. Likely a heatwave with up to almost 40 degree Celsius killed the children at a time, when they were still in the nest
Im Frühjahr 2022 brütete sie zusammen mit einem hübschen Weibchen ungeklärter Unterartzugehörigkeit in den Salzwiesen bei Manslagt.
Doch die Brut war nicht von Erfolg gekrönt; die sich noch im Nest befindenden Kinder dürften einer Hitzewelle mit fast 40 Grad Celsius zum Opfer gefallen sein. In diesen heißen Tagen bin ich natürlich nicht im Gebiet gewesen, sondern im schattigen Egelser Wald. Und als ich mich im Anschluss an die verficke Hitze wieder am Deich blicken ließ, da war von den Schafstelzen und auch den in der unmittelbaren Nachbarschaft fütternden Wiesenpiepern nichts mehr zu sehen.
Ich glaube an Zusammenhänge, nicht an Zufälle.
Die Deutsche Avifaunistische Kommission hat diesen Vogel als ausreichend dokumentiert anerkannt – obwohl ich ihn nie eingereicht habe!
Man sucht sich die Daten auf Ornitho und wohl auch auf anderen Plattformen zusammen.
Ich hatte diesen Vogel nicht eingereicht, weil ich grundsätzlich nichts mehr einreiche. Solange unfotografierte Vögel anerkannt werden, gerne auch von Beobachtern, die man echt nicht ernst nehmen kann, möchte ich mit der ganzen Kiste nichts zu tun haben. Darüber hinaus hatte mir mal jemand verklickert, dass dieses Taxon grundsätzlich nicht anerkannt werde, weil man aberrante Wiesenschafstelzen nicht ausschließen könne.
Ich selbst hatte davor noch nie eine solche Schafstelze gesehen. Ich meine, sie sieht wirklich eins zu eins so aus wie Vögel auf der Iberischen Halbinsel oder auch im Süden Frankreichs. Und wenn alle anderen Unterarten und sogar Östliche Schafstelzen anerkannt werden, wieso sollte das bei der Iberischen dann nicht so sein?
Tja, jetzt ist es halt anders gekommen.
Die Beobachtung stellt einen Erstnachweis für Ostfriesland dar.
Und einen zweiten hat es bis heute nicht gegeben.
Darauf ein viertausendfaches Horrido!




















































































