Liebe Leut',
ihr dürft euch wieder freuen.
Feiertag für euch.
Denn heute gibt es den lange angekündigten zweiten Teil über zwei sehr hübsche Raubfliegen.
Einen Beitrag also über die Karminrote Mordfliege und ihre Cousine, die Zinnober-Mordfliege.
Eigentlich zeige ich heute aber sogar viele Bilder von gleich drei beeindruckenden Raubfliegen.
Denn eine dritte Art, die ich nie zuvor an der Penter Straße beobachtet hatte, hat sich dort plötzlich selbst ins Spiel gebracht.
Sie hat sich einfach auf den Strommast gestellt!
Ohne mit der Wimper zu zucken.
Und ohne den Hauch einer Vorankündigung.
Ihr kennt sie bereits.
Die hier ist übrigens nicht gemeint:
Choerades gilva, one of two main actors of today's blog post
Dolly Parton ist tot!
Ich bin wahrlich kein Fan ihrer Hits (gewesen) und ganz allgemein kein Fan von Country-Musik, aber Frau Parton war talentiert, hat sich aus bitterster Armut in den Smokey Mountains Tennessees hochgearbeitet und viele bekannte Songs geschrieben, die von noch mehr Musikern gecovert worden sind.
Frau Parton bestand zum Schluss wohl zu 98 Prozent aus Plastik, doch ihr Humor, auch wenn es um dieses eine Thema ging, war großartig.
Vor ganz, ganz vielen Jahren hatte mir der Youtube-Algorithmus mal wieder ein Livekonzert von ihr vorgeschlagen, und ich klickte es diesmal nicht etwa weg, sondern an. Gleich zu Beginn dieses Konzertes brachte Dolly einen ihrer besten Gags aller Zeiten, indem sie sich beim Publikum indirekt für die sehr hohen Ticketpreise entschuldigte.
Sie sagte: "Ich möchte euch danken ..."
Das Publikum kreischt.
"Ihr wisst doch noch gar nicht, was ich sagen will", fährt Dolly gespielt entrüstet dazwischen.
Das Publikum kreischt weiter.
"Ich möchte euch danken dafür, dass ihr euer hart verdientes Geld für mich ausgebt!"
Das Publikum tobt.
"Ich weiß das aber zu schätzen, und ich brauche das Geld!"
Kunstpause – und das Publikum kocht über vor Freude, weil es wohl schon weiß, was jetzt kommt. "Das ist kein Witz! Es kostet nämlich sehr viel Geld, jemanden so billig aussehen zu lassen wie mich!"
Diesen Gag brachte sie wohl auf allen Konzerten, wie ich inzwischen zu wissen glaube, zumindest aber in ihrer Spätphase. Und so darf es nicht verwundern, dass er in nahezu jedem Nachruf Erwähnung gefunden hat.
Fazit: Wer so einen geilen Humor hat und sich selbst gnadenlos auf die Schippe nehmen kann, der wird kein schlechter Mensch (gewesen) sein.
Kinners, was stimmt mit dieser Libelle nicht:
well camouflaged female Common Winter Damselfly
Schaut euch das Bild genau an, wenn ihr wissen wollt, was ich meine.
Die Auflösung folgt weiter unten.
Heute geht es wieder einmal um zwei sehr hübsche Raubfliegen:
today's blog post is one more time about two (actually three) impressing robberfly species. Before you start reading it, please see the first part here: klick!
Genau genommen um zwei Mordfliegen!
Das Bild zeigt eine weibliche Zinnober-Mordfliege (im Folgenden ZiMo) im vergangenen Juli am Strommast meines Vertrauens an der Penter Straße zwischen Wallenhorst-Hollage und Bramsche-Pente (Landkreis Osnabrück).
Bevor ihr diesen Beitrag lest, solltet ihr euch den ersten Teil zu Gemüte führen. Der bildet nämlich das Fundament für alles, was ich heute schreibe. Und ihr wollt doch wohl nicht unvorbereitet an die ganze Sache herangehen, oder?
Diesen ersten Teil findet ihr also hier: klick!
Dort erfahrt ihr zum Beispiel gleich zu Beginn etwas über die Unterscheidungsmerkmale, anhand derer man die ZiMo von der ähnlichen Karminroten Mordfliege (im Folgenden KaMo) trennen kann.
Blitzschnell und praktisch ohne Fehlerquote.
Vor allem möchte ich heute aber einen Blick nach den Niederlanden werfen und einen Vergleich bemühen bezüglich der Verbreitung beider Arten, ihres jahreszeitlichen Auftretens sowie ihrer Häufigkeit. Für Deutschland liegen mir leider keine vergleichbaren Statistiken vor. Weil die Grenze zu unserem Nachbarland gerade mal 60 Kilometer von der Penter Straße entfernt ist (Luftlinie!), handelt es sich hier aber keineswegs um einen hinkenden Vergleich.
Im August bin ich mal wieder für eine Woche im Gebiet an der Penter Straße gewesen. Eines meiner Hauptziele waren Bilder von Paarungen der ZiMo, die mir in den Jahren zuvor leider nicht gelungen waren, während ich die Cousine ja schon im vergangenen Jahr nahezu perfekt abgelichtet hatte.
Ob mir solche Fotos gelungen sind?
Auch das erfahrt ihr später.
Als ich im Gebiet ankam, da war der für die Mordfliegen-Fotografie so wichtige Strommast gerade von Schafen umzingelt. Die Fläche war zuvor eingezäunt worden, und die Wiederkäuer trieben gerade ihr Unwesen darauf.
Diese Schafe gehören dem so genannten CSA Hof Pente.
Damit die aus ökologischer Sicht so wertvollen Sandheideflächen nicht zuwuchern, werden sie quasi von den vierbeinigen Landschaftsgärtnern gepflegt und vor allem von Faulbaum und Amerikanischer Traubenkirsche befreit. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, der in jedem Jahr aufs Neue beginnt und ausgefochten werden muss, weil die beiden genannten Pflanzen einfach nicht nachgeben und die Flächen freiwillig verlassen wollen.
Für diese Gebietspflege bekommt der Hof Pente eine kleine Aufwandsentschädigung vom Landesforstamt, die freilich den Aufwand, der getätigt wird, nicht einmal ansatzweise wettmachen kann. Auf der anderen Seite müsste man als Schafhalter ohne den Besitz geeigneter Flächen welche zupachten, was wiederum Geld kosten würde. Ohnehin leben kommerzielle Schafbesitzer vom Verlauf der Tiere und ihrer Produkte, sodass es am Ende eine runde Sache ist und bleibt.
In der Vergangenheit, also vor dem Beweiden durch Schafe verschiedener Rassen, waren die Flächen mit schwerem Gerät bearbeitet worden, um einer Verbuschung entgegenzusteuern, und ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie weit die Sukzession vor vielen Jahren bereits fortgeschritten war, weil man zu lange mit den Pflegemaßnahmen ausgesetzt hatte. Damals war es vor allem die Waldkiefer gewesen, die in großer Zahl und bereits bedrohlicher Höhe neben der Penter Straße wuchs.
Doch auch diese Bäumchen hat man letztendlich doch noch mit entsprechenden Maschinen niederringen können, und ihre Überbleibsel liegen noch heute auf der Fläche herum.
Auf dem folgenden Bild könnt ihr sie sehen:
remains of Wood Pines, that had been removed many years ago to protect this heathland from overgrowth
Verschiedenste Raubfliegen nutzen diese bleichen Baumleichen übrigens gerne als Stehwarte.
Die Flächen an der Penter Straße werden aber nicht nur aus Naturschutzgründen freigehalten, sondern vor allem auch deshalb, weil sie sich unterhalb einer Hochspannungsleitung befinden.
Das soll hier nicht verschwiegen werden.
Zwei andere Perspektiven für euch Nichtsnutze da draußen:
same
Im Hintergrund seht ihr schon den nächsten Strommast.
Und mit Brille auf der Nase dahinter noch zwei weitere (vergl. meine Angaben zu diesen Teilen weiter unten). Menschen, die grundsätzlich dazu neigen, sich alles Mögliche einzubilden, werden wahrscheinlich noch weitere Strommasten erkennen können, im Hintergrund oder auch im Vordergrund.
Und das ganz ohne Nasenfahrrad.
Beachtet büdde auch die Trampelpfade der Schafe, denn sie spielen in diesem Beitrag noch eine gewichtige Rolle.
Rechts im Bild seht ihr die Penter Straße, den so genannten Karniggelrennweg, der auf Bramscher Stadtgebiet Hollager Straße heißt. Beachtet büdde darüber hinaus auch noch den schon kahl gefressenen Faulbaum am rechten Bildrand. Leider treiben diese hartnäckigen Biester auch dann wieder aus, nachdem sie all ihre Bläter an die Schafe abgetreten haben.
Sie sind wirklich unkaputtbar.
Im August sah ich viele junge Zauneidechsen und ebenso viele junge Waldeidechsen. Für eine Blindschleiche hat es diesmal aber nicht gereicht.
Und ich entdeckte wieder genau eine Veränderliche Krabbenspinne:
Mehr als ein Individuum habe ich in diesem Gebiet nämlich noch nie entdecken können während eines meiner zahlreichen Aufenthalte im Landkreis Osnabrück, und in diesem Fall war es auch noch ein winziges Jungtier.
Es folgt einer von nur zwei Kleinen Permuttfaltern, die ich in dieser Woche finden konnte:
Queen of Spain Fritillary
"Nich' lang schnacken, Kopp in 'n Nacken."
Ich entdeckte den Schmetterling bereits vor Sonnenaufgang an seinem Schlafplatz, doch das Bild entstand erst sehr viel später, weil es an diesem Tag bedeckt war und somit am frühen Morgen viel zu dunkel für die Fotografie.
Insgesamt sah ich kaum Schmetterlinge und erstmalig seit drei Jahren nicht einen einzigen Schwalbenschwanz! Star der Woche war deshalb eine Goldene Acht, die rasch an mir vorbeizog, gerade so, als ob der Teufel persönlich hinter ihr her war.
Eine der heutigen Hauptdarstellerinnen ist die KaMo:
male Choerades gilva – same image as above
Dieses hübsche Männchen war eines von insgesmat nur fünf Individuen, die ich während dieser Woche an der Penter Straße finden konnte.
Genau ein Jahr zuvor, also ebenfalls im August, war die KaMo noch viel häufiger gewesen. Über die Ursachen des Rückgangs kann ich aber nicht einmal spekulieren. Und vielleicht sieht es im kommenden Jahr ja auch schon wieder viel besser aus.
Von hinten beim Lauern beobachtet und geknipst:
same
Am 16. August wurde ich Zeuge eines Streits!
Ich war ganz tief in Gedanken versunken, als ich plötzlich eine piepsige Stimme vernahm: "Jetzt nimm endlich deine blöden Flossen von meinen Augen! Ich seh' ja gar nichts mehr!"
Eine Antwort blieb aus.
Ich musste ein paar Minuten suchen, bis ich endlich fündig wurde:
mating couple of Robberflies of unknown id (but at least subfamily Asilinae)
Zwei Raubfliegen der Unterfamilie Asilinae paarten sich gerade.
Um welche Art genau es sich handelte, weiß ich bis heute nicht. Fakt ist aber, dass er mit seinem Verhalten eine aus seiner Sicht unsichtbare Grenze überschritten hatte. Ich meine, er hätte sie ja auch vorher nach ihren persönlichen Wünschen befragen können.
Gleich am ersten Tag kam es zu einer nie von mir erwarteten Begegnung:
my very first Hornet Robberfly for this area
Auf dem Strommast stand doch tatsächlich eine Hornissenraubfliege (im Folgenden HR)!
Es war für mich die erste HR überhaupt in diesem Gebiet.
Wer hier regelmäßig reinschaut, der kennt diese große Raubfliege natürlich bereits, habe ich sie doch schon oft hier gezeigt (siehe z. B. den letzten Bericht!). Allerdings hat es sich stets um Tiere vom Rysumer Nacken (Stadt Emden) gehandelt, wo ich die HR bereits vor einigen Jahren entdecken und seitdem alljährlich nachweisen konnte.
Während meines einwöchigen Aufenthaltes sah ich die HR an jedem Tag!
Und ich sah an den meisten dieser Tage gleich mehrere Individuen, einmal sogar mit meinem Fernglas von meinem Standort neben dem Hochspannungsmast aus unglaubliche vier HR gleichzeitig, die alle auf einem der Trampelpfade der Schafe herumlungerten und nach Beute oder Ehepartnern auf Zeit Ausschau hielten.
Es folgen mutmaßlich drei verschiedene Weibchen:
three likely different females
Die Entdeckung dieser mir so vertrauten Tiere an diesem Ort war für mich ein echter Hammer!
Es musste sich um ein etabliertes Vorkommen handeln, denn ein Zufall konnte es ja nicht sein, dass sich gleich so viele Individuen zeitgleich auf genau dieser Fläche zusammengefunden hatten.
Und das wiederum ist sehr, sehr seltsam, eigentlich sogar fast unmöglich. Warum das fast unmöglich ist, verrate ich euch aber erst später.
Die ZiMo war im August, wie auch schon vor einem Jahr, gar nicht so selten. Ich fand sie keineswegs nur am Strommast, sondern auch an den Stämmen verschiedener Waldkiefern. Aus den vergangenen Jahren weiß ich natürlich, welche Bäume von den Fliegen bevorzugt werden, und so reichte es auch diesmal völlig aus, nur ihre Stämme zu kontrollieren.
Hier ein Männchen vor meiner Kamera:
a male C. ignea in front of my camera. These guys are easy to take pictures of. They are quite confiding
Ein weiteres stand kopfüber, wie es für die beiden Mordfliegen-Arten so typisch ist, auf einem toten Kiefernstamm:
another male
Dasselbe Tier im Profil:
same male
In Deutschland wird die ZiMo verhältnismäßig selten gefunden.
Sie mag lichte Kiefernwälder und bevorzugt hier Randlagen. Wenn an so einen Kiefernwald nicht gerade ein Maisfeld angrenzt, sondern vielleicht ein Moor oder, wie im Falle der Penter Straße, eine Heidefläche, dann sind die wesentlichen Lebensraumansprüche dieser Art fast schon erfüllt. Wichtig ist jetzt noch das Vorhandensein von ausreichend Totholz, in dem sich die Larven entwickeln.
So sieht die Verbreitung der ZiMo in den Niederlanden aus:
many thanks to the smart Dutch guys who created observation.org, ObsIdentify, and waarneming.nl, where all these distribution maps and tables are taken from. Thank you so much for giving me the permission to show all this here in my blog!
Ihr seht, es gibt sehr viele Fundpunkte.
Die Marsch wird aber, wie ja auch bei uns, gemieden, während diese Raubfliege aber in den Küstendünen südlich der Inseln durchaus vorkommt (Kiefern, Sandboden!). Interessant ist, dass von den Inseln bislang keine Nachweise vorliegen. An geeigneten Habitaten sollte es auch dort jedenfalls nicht mangeln.
Zum Vergleich jetzt die Verbreitungskarte der KaMo:
distribution of Choerades gilva in the Netherlands (also taken from waarneming.nl!)
Ihr seht, diese Art ist bereits deutlich seltener als ihre Cousine!
Vorkommen gibt es vor allem in den Provinzen Noord Brabant und Gelderland und hier wiederum ganz besonders in der Veluwe, die so eine Art niederländische Südheide darstellt. Funde in der Provinz Overijssel, unweit der Grenze zur Grafschaft Bentheim, liegen jenen an der Penter Straße am nächsten.
Zwei Weibchen der letztgenannten Art:
C. gilva, two females
Fotografiert bereits im Juli 2026 am Strommast.
Es folgt das Auftreten der ZiMo in den Niederlanden über die Jahre:
numbers of records of C. ignea over the years in the Netherlands (taken from waarneming.nl)
Man erkennt sofort, dass diese Mordfliege nicht schon immer dort vorgekommen sein kann!
Darüber hinaus erkennt man, dass die Nachweise seit dem Erstfund im Jahr 2011 kontinuierlich zugenommen haben mit einem Peak im Jahr 2024. Danach sind die Beobachtungen und Zahlen wieder leicht zurückgegangen. Ob dieser Rückgang in den letzten zwei Jahren etwas zu bedeuten hat oder es sich hier nur um natürliche Schwankungen handelt, das werden die kommenden Jahre zeigen müssen. Interessant wäre es zu wissen, woher die ersten Individuen stammen, die in den Niederlanden aufgetaucht sind.
Sie oder ihre Vorfahren.
Nun die entsprechenden Zahlen der KaMo:
numbers of records of C. gilva over the years in the Netherlands (taken from waarneming.nl)
Bei der Cousine fallen die Zahlen insgesamt deutlich geringer aus!
Das sieht man auf den ersten Blick. Doch es gibt auch Übereinstimmungen mit der ZiMo. So wurde wohl auch diese Art erst im Jahr 2011 erstmalig in den Niederlanden nachgewiesen, allerdings fehlt eine darauf folgende kontinuierliche Zunahme der Nachweise. Mal ist sie im genannten Zeitraum etwas häufiger aufgetreten, mal seltener.
Zumindest lassen die Funde das vermuten.
Auffallend sind die nahezu fehlenden Beobachtungen seit 2022. Und für das Jahr 2025 liegt sogar keine einzige Meldung vor! Und das bei mutmaßlich identischer Beobachtungsintensität.
In den Niederlanden ist das Interesse an der Natur deutlich stärker ausgeprägt als zum Beispiel in Deutschland, die Zahl der kenntnisreichen Beobachter pro 100.000 Einwohnern entsprechend viel höher. Das betrifft nicht nur Raubfliegen, sondern alle Taxa. Und es bedeutet wiederum, dass Zahlen, wie sie in den gezeigten Tabellen wiedergegeben werden, auch tatsächlich etwas aussagen.
Jedenfalls deutlch mehr, als es in Deutschland jemals der Fall sein wird.
Das Auftreten der ZiMo im Jahreslauf:
numbers of records of C. ignea per month (taken from waarneming.nl)
Die ersten Individuen tauchen stets im Juni und meistens erst ab der Mitte des Monats auf.
Im Falle der Funde in der Zeit zwischen den Monaten Februar und April dürfte es sich um Larven gehandelt haben.
Im August gibt es einen Peak, doch selbst im Oktober kann man die ZiMo noch regelmäßig an geeigneten Orten antreffen – wenn das Wetter mitspielt! Das habe ich so auch an der Penter Straße beobachten können.
Eine Vergleichstabelle über die KaMo:
numbers of records of C. gilva per month (taken from waarneming.nl)
Genau einen Monat früher als die Cousine tritt die KaMo auf, nämlich ab Mitte Mai.
2026 sah ich das erste Individuum an der Penter Straße am 24. des Monats (Ankunftstag!). In den darauffolgenden Tagen kamen weitere Individuen hinzu. Anders als die ZiMo tritt die KaMo dort im September so gut wie gar nicht mehr in Erscheinung (insgesamt nur einmal gesehen!), und ein Oktobernachweis ist mir bis heute nicht gelungen.
Zusammenfassend kann ich also schreiben, dass beide Arten eine vergleichbar lange Flugzeit haben, allerdings um einen Monat verschoben. Das sind zumindest meine Erfahrungen, die ich an der Penter Straße sammeln konnte.
Wie man die Larven dieser beiden Mordfliegen findet, ist mir übrigens ein Rätsel. Bis heute habe ich zwar viele Paarungen, aber noch nie die Eiablage beobachten können. Wie bereits oben kurz angedeutet, leben die Larven beider Fliegen in Totholz und ernähren sich dort von den Larven diverser Käfer und wohl auch anderer Insekten.
Oh, eine HR:
male Hornet Robberfly
Bei dieser Art konnte ich jetzt die Eiablage beobachten.
Und zwar gleich etliche Male, was mir auf dem Rysumer Nacken zuvor nie gelungen war:
female deposing her eggs
Ganz großartige Bilder gibt es leider nicht von diesem Verhalten, weil die Tiere ihre Eier stets in den wärmsten Stunden des Tages abgelegt haben und dann auf Betriebstemperatur waren und deshalb auch sehr scheu.
Das gezeigte Weibchen stand relativ still auf einem der Trampelpfade herum und bewegte lediglich sein Abdomen, das mal hier, mal dort ins Substrat gesteckt wurde. Das Substrat wiederum war ein Gemisch aus Sand und Schafskot, entstanden durch unzählige Tritte der Vierbeiner entlang ihrer Trampelpfade.
Doch es ging auch anders:
another female deposing her eggs
Diese Dame platzierte ihre Einer entweder an der Unterseite eines Stückes Totholz, auf dem sie stand, oder sie ließ sie einfach zu Boden fallen.
Ich konnte das nicht genau sehen, eben weil das Holz mir die Sicht nahm. Schafskot war an diesem Ort jedenfalls weit und breit nicht zu sehen.
Anschließend nahm das erschöpfte Tier ein ausgiebiges Sonnenbad:
sunbathingHier war alles anders:
a third one doing the same
Dieses dritte Weibchen stand direkt auf den von den Schafen hinterlassenen Katjes Katzenpfötchen und stocherte so ganz nebenbei mit seinem Abdomen im Boden herum.
Drei Varianten, die zeigen, dass man als HR durchaus flexibel ist in Bezug auf die Eiablage. Die Larven der HR leben entweder im Kot diverser Weidetiere oder in dessen Nähe. Und wie die Larven der Mordfliegen machen sie Jagd auf die Larven anderer Insekten. Wichtige Beutetiere sollen im Falle der HR die Kinder von Mistkäfern sein.
Drei Bilder von einem zweiten Kleinen Perlmuttfalter für euch:
another Queen of Spain Fritillary
Extrem trocken war es im August.
Und die Landschaft sah aus wie im Mittherbst! Viele Bäume hatten ihr Laub bereits umgefärbt oder gar abgeworfen. Vor allem Birken und Rotbuchen, aber auch Ebereschen erweckten einen erbärmlichen Eindruck auf mich.
Besonders betroffen waren junge Bäume im Unterholz der Königstannen, deren Wurzeln wohl noch nicht tief genug reichten, um ausreichend Wasser aufzunehmen. Viele von ihnen werden sich wohl auch nicht mehr von dieser Dürreperiode erholen.
Lange habe ich überlegt, wie ich das Erlebte hier in diesem Bericht in Bildern zeigen kann. Die vielen Bäume mit ihrem braunen Laub – und den natürlich nach wie vor ausgetrockneten Wallenhorster Bach.
Die Lösung:
Wallenhorster Bach completely dried out already in July. And nothing has changed since. Note tons of fallen leaves – already in the middle of August!
Ein Foto reicht!
Denn es zeigt ja alles, was man sehen sollte. Das komplett ausgetrocknete Bachbett und dazu Tonnen von bereits herabgefallenem Laub.
Ein Trauerspiel.
2026 habe ich keine einzige Zweigestreifte Quelljungfer gesehen! Das muss man erst einmal schaffen in einem Gebiet, in dem die Art eigentlich nicht selten ist.
Oder war.
Werbepause:
Robberfly of unknown id with prey (Common Horse Fly!)
Diese kleine Raubfliege der Unterfamilie Asilinae schlürfte ihre Beute auf einem der Griffe meines Stativkopfes aus.
Sie zeigte dabei auch keine Scheu! Und die Beute war auch noch eine alte Bekannte: nämlich eine Regenbremse.
Bereits am 4. Juli 2026 sah ich am Abend eine weibliche KaMo kopfüber auf dem Strommast stehen.
Dieser Strommast ist für beide Mordfliegen (und viele weitere Arten!) so eine Art Treffpunkt. Dort findet man als Kerl seine Partnerin, dort kann man ganz allgemein sehr gut Beute machen. Doch übernachtet wird dort nur sehr selten! Vor allem an kühlen Tagen mit wechselhafter Witterung ist das aber sehr vereinzelt der Fall und meistens dann, wenn es Wolken gibt.
Man sonnt sich also als Mordfliege am Nachmittag ahnungslos auf einer der Streben, und plötzlich verfinstert sich der Himmel. Rasch stürzen die Temperaturen ins Bodenlose, und man hofft auf die nächste Wolkenlücke, um sich wieder aufwärmen und dann dem Debakel entkommen zu können. Wenn die aber bis zum Abend ausbleibt und sich die Körpertemperatur längst der Außentemperatur angepasst hat, dann ist alles zu spät, weil man jetzt nicht mehr zum nahen Waldrand fliegen kann.
Alles nicht so schlimm, dann bleibt man halt einfach dort, wo man gerade ist.
Am folgenden Morgen, noch vor Sonnenaufgang, befand sich die KaMo nach wie vor auf demselben Quadratzentimeter. Jetzt mit etwas Tau im Fell. Weil es noch zu dunkel für Bilder war, startete ich erst einmal einen Rundgang durch die Königstannen, der mich bis zum Penter Schützenhaus führte. Als ich eine Stunde später wieder am Strommast aufkreuzte, war die KaMo weg.
Das kann nicht sein, so dachte ich, weil ich ein Freund der Logik bin, es ist auch jetzt noch viel zu kalt zum Fliegen. Und so kam mir ein Verdacht. Auch deshalb, weil ich fast alle Bewohner des Strommastes längst sehr gut kannte und natürlich auch ihre bösen Absichten, die sie permanent im Schilde führen. Ich begab mich auf die Suche und suchte vor allem die Rück- und Unterseiten der Metallstreben ab.
Nach drei Sekunden und nur wenige Zentimeter vom ursprünglichen Standort der Fliege entfernt wurde ich fündig.
Die KaMo war während meiner kurzen Abwesenheit einer Rindenspringspinne zum Opfer gefallen, und die hatte sich mit ihrem fetten Fang in eine der finstersten Ecken des Strommasts zurückgezogen. Als gewiefte Rindenspringspinne macht man sich die Flugunfähigkeit aller am Strommast übernachtenden Insekten zunutze. Man kommt mit Kälte viel besser klar als alle anderen und patrouilliert die Streben entlang, auf der Suche nach Beutetieren, die sich wegen viel zu niedriger Temperaturen nicht wehren können.
Und so muss es auch hier gewesen sein.
Ganz vorsichtig brachte ich die Springspinne mit meiner rechten Hand dazu, den Schatten zu verlassen und auf die Sonnenseite ihres Scheißspinnenlebens zu krabbeln, um halbwegs vernünftige Bilder von ihr und ihrer Beute schießen zu können. Ganz vorsichtig deshalb, weil ich befürchtete, sie könnte die KaMo vor Schreck fallen lassen.
Doch es klappte reibungslos, wie ihr sehen könnt:
female C. ignea killed by the Jumping Spider Marpissa muscosa on early morning, when temperature was still low and the fly therefore not capable of flying yet
Wäre ich also am Morgen am Strommast stehen geblieben, dann hätte ich die Jagd live beobachten können.
Und fotografieren!
Vielleicht hätte ich die KaMo aber auch eingetütet, um ihr das Leben zu retten. Immerhin handelt es sich hier doch um eine selten in Deutschland gefundene Art.
So ist es jedenfalls auch nicht richtig. Ich meine, hier ist eine Mordfliege heimtückisch ermordet worden!
Weitere Bilder:
same
Nach etwa einer halben Stunde ließ die Springspinne die inzwischen geleerte Raubfliege einfach fallen:
the remains of a Robberfly, after the spider had dropped them
Kennt ihr Frau Zarenknecht?
Das ist so eine Tante, die gefühlt seit ihrer Embryonalzeit in der Politik unterwegs ist.
Ha, da habe ich euch auf dem falschen Fuß erwischt, oder? Damit habt ihr jedenfalls nicht gerechnet. Aber ich habe gerade ein Bild von ihr auf GMX gesehen, ohne dass ich mental darauf vorbereitet war. Mit meiner Rechten habe ich reflexartig und blitzschnell den Monitor vom Schreibtisch gewischt, so wie früher die ganzen Figuren vom Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel, wenn ich mich mal wieder auf der Verliererstraße befand.
Doch jetzt war ich einfach nicht schnell genug.
Frau Zarenknecht hatte sich schon in meinem Hirn festgesetzt.
Und ich muss mich doch immer so furchtbar aufregen, fast kotzen, wenn ich nur an sie denke oder ihre Stimme höre und den ganzen Blödsinn, den sie von sich gibt. Immer dieselbe Leier.
Diese Tante ist so überflüssig!
Frau Zarenknecht war ganz viele Jahre links, dann gründete sie ihre eigene Partei. Und längst scheut sie auch die Rechten nicht mehr, so wie sie ja auch keine Angst vor Massenmörder Putin hat, dessen bestes Pferd im deutschen Stall sie schließlich seit langer Zeit ist.
Oder zumindest war.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am kommenden Wochenende könnten sie und ihre ebenso sinnfreie Partei tatsächlich zum Zünglein an der Waage mutieren, aber nur dann, wenn sie die Fünfprozenthürde knacken sollten.
Frau Zarenknecht meint, die Brandmauer müsse weg. Frau Zarenknecht hasst Herrn Merz und die CDU. Und deshalb ist sie jetzt auch dazu bereit, ihre Seele an die Braunen – äh, Blauen zu verhökern. Frau Zarenknecht, das sollte längst jeder Bürger wissen, weiß nämlich nicht, was Überzeugungen oder gar Prinzipien sind. Ihr geht es nicht um die Menschen in diesem Land oder darum, dass sich hier etwas verbessert, sondern nur um die eigene Person, also ausschließlich um Macht und Relevanz.
Was für ein abartiger Mensch diese Tante doch ist.
Aber das nur so am Rande.
Ein anderes und noch lebendiges KaMo-Weibchen:
another female C. gilva
Gesehen ebenfalls bereits im Juli:
same
Ein anderes Weibchen, fotografiert bereits im Mai:
under certain conditions these two species are quite confiding
Dieses Bild hatte ich hier schon Anfang Juni gezeigt.
Ich baue es hier nochmal ein, weil es in einem Beitrag speziell über die beiden Choerades-Schwestern nicht fehlen sollte. Es illustriert nämlich ganz fein die geringe Scheu dieser Tiere, die auch schon mal auf dem Beobachter landen und ihn als Ausguck oder Sonnplatz missbrauchen.
Einen Regenschirm kennt ihr.
Einen Tauschirm aber noch nicht:
another Robberfly of unknown id on early morning
Hier seht ihr ihn.
Gebracht hat er der mir unbekannten Raubfliege aber nüscht, weil er wohl einen zu geringen Durchmesser hatte.
Ein echtes Highlight dieser Woche waren die vielen "Glühwürmchen" in den Königstannen!
So viele Individuen hatte ich nie zuvor in Deutschland gesehen. Eines der Tiere leuchtete sogar auf Augenhöhe in einem Busch neben dem Weg, der durch den Forst hindurch zum Osnabrücker Stichkanal führt. Nicht nur dieses Individuum habe ich dann mit meiner Taschenlampe angestrahlt, weil ich es für möglich hielt, eine neue Art gefunden zu haben, doch es hat sich ausnahmslos um Larven des Großen Leuchtkäfers gehandelt. Mir war bis zu diesem Augenblick gar nicht bekannt gewesen, dass diese lebenden Energiesparlampen auch klettern können.
Bereits ein Jahr zuvor hatte ich diese Art auf der anderen Seite der Penter Straße nachgewiesen, damals aber nur in wenigen Individuen.
Der Große Leuchtkäfer mag es eher trocken, und er ist nicht etwa, wie der Kleine Leuchtkäfer, ein Bewohner des Auwaldes. In den Königstannen werden vor allem die Wegränder bewohnt, aber auch jene Bereiche des Forstes, die etwas lichter daherkommen. Eine dichte Pflanzendecke am Boden wird gemieden, bevorzugt suchen die Tiere schütter bis kaum bewachsene Bereiche auf und das vor allem dann, wenn es dort ausreichend herabgefallenes Laub gibt, unter dem sie sich verstecken können.
Die nach Einbruch der Nacht überall leuchtenden Tiere waren wirklich ein echtes Spektakel für mich.
Unvergesslich!
Es folgt die seltsame Libelle von ganz oben:
female Common Winter Damselfly one more time. As you can see this species is well known for carrying its wings always together on one side of the abdomen, which is unique among European Damselflies. There is only one more exception: the closely related Siberian Winterdamsel, which is very rare in Germany
Sie trägt ihre vier Flügel in Ruhestellung nämlich ausnahmslos auf einer Seite des Abdomens.
Und das ist ein klassisches Merkmal der beiden Winterlibellen. Während ich die Sibirische Winterlibelle noch nie gesehen habe – sie ist bezüglich ihres Lebensraumes sehr anspruchsvoll und deshalb in Deutschland sehr selten –, hat sich die Gemeine Winterlibelle in den vergangenen zwanzig Jahren stark nach Norden ausgebreitet und ist längst auch in Ostfrisland eine recht häufige Art.
Von beiden Seiten:
same
Weil ihr leuchtende Farben fehlen, wie man sie von so vielen Libellen kennt, fällt die Gemeine Winterlibelle kaum auf.
Und wenn sie sich dann auch noch zwischen vertrockneten Halmen aufhält, die exakt so wie sie selbst gefärbt sind, dann verschwimmt sie komplett mit ihrer Umgebung. Nur Menschen wie ich, ausgestattet mit den Augen eines Neuntöters, nehmen dieses Kleinod überhaupt wahr.
Am frühen Morgen:
female Hornet Robberfly
Was ist das eigentlich für eine seltsame Pflanze, an der sich das Biest da verzweifelt festklammerte?
Wer's weiß, kann es mich wissen lassen.
Das Vorkommen der HR an der Penter Straße erscheint mir übrigens zurzeit noch wenig plausibel.
Und zwar deshalb, weil die Flächen dort erst seit einem Jahr, also seit 2025, von Schafen bearbeitet werden!
Die Larven dieser Art benötigen aber mindestens zwei, nicht selten sogar drei Jahre für ihre Entwicklung. Die Eier müssten also schon 2024 oder gar 2023 abgelegt worden sein. Und das wiederum bedeutet, dass die vielen HR, die ich dort im August gesehen habe, (sehr wahrscheinlich) gar nicht an der Penter Straße geschlüpft sein können.
Entweder sie sind tatsächlich kollektiv aus anderen, mir unbekannten Gebieten zur Penter Straße geflogen, weil sich die Bedingungen für sie durch die Schafe plötzlich verbessert hatten und sie über einen stark ausgeprägten Riecher verfügen, um diese Veränderungen zu ihren Gunsten überhaupt zu bemerken, oder aber es muss der Kot von Rehen gewesen sein, der ihre Vermehrung dort vor der Beweidung durch Schafe möglich gemacht hat. Dagegen spricht aber die Tatsache, dass ich in den Jahren zuvor in diesem Gebiet nicht eine einzige HR angetroffen hatte, trotz meiner nahezu 24-stündiger Anwesenheit. Und die Kacke von Rehen findet man jetzt auch nicht unbedingt in großer Zahl.
Wie ich es auch drehe und wende, eine plausible Lösung für das Phänomen der vielen HR an der Penter Straße will mir nicht einfallen.
Weitere Bilder von dieser Art:
Ein Kerl:
male
Oh, eine Punktierte Zartschrecke:
male Speckled Bush-cricket, the only one during this week, while last year this species was abundand
Dieses Männchen war die einzige Zartschrecke, die ich im August finden konnte!
Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor war diese Art noch massenhaft auf der Fläche vertreten gewesen. Doch jetzt, nachdem die Schafe alles Grün verschlungen hatten und die Faulbäume und Amerikansichen Traubenkirschen nackt waren, ließen sich auch keine Zartschrecken mehr blicken. Wo sie geblieben sind? Ich kann es beim besten Willen nicht schreiben.
Er hier war eine echte Überraschung für mich:
Earwig of unknown id.
Mein erster Ohrwurm am Hochspannungmast!
Und der erste Ohrwurm dieses großartigen Blogs.
Welcher Art er angehörte, weiß ich aber nicht, bin ich doch alles, aber ganz bestimmt kein Ohrwurmologe. Immerhin hatte er die Nacht überstanden, ohne einer Rindenspringspinne zum Opfer zu fallen. Da hatte er der oben gezeigten KaMo schon was voraus.
Und das ist doch auch schon was.
Weitere Bilder von der HR, die ja eigentlich nicht über die Rolle eines Nebendarstellers in diesem Beitrag hinauswachsen sollte:
more Hornet Robberflies
Das zweite Foto habe ich senkrecht von oben geknipst.
Ein weiteres Männchen:
male
Einer der Trampelpfade, die für die HR von so großer Bedeutung waren und hoffentlich auch künftig sind:
heathy habitat of Hornet Robberfly with sheep and tons of dung
Diese Aufnahme entstand erst, nachdem die Schafe wieder abgeholt worden waren. Der Zaun stand zuvor direkt links neben der Trittspur.
Auf dem folgenden Foto seht ihr meine Kamera, deren Linse auf eine ZiMo gerichtet ist:
my camera staring at a sunbathing C. ignea
Seht ihr sie?
ZiMo und KaMo gehören ganz bestimmt zu den kooperativsten Fotomodellen im gesamten Outback. Man muss sie halt nur finden. Im Gegensatz zur HR lassen sie sich kaum stören und ganz easy ablichten. Wenn man sich ruhig verhält und vorsichtig und langsam bewegt, dann kann man viel Spaß mit diesen beiden hübschen Arten haben.
Dasselbe Individuum, festgehalten von oben:
same specimen
Auch im jetzt ausgeklungenen August habe ich etliche Versuche unternommen, auch mal an einem der anderen vier auf der Heidefläche stehenden Strommasten fündig zu werden.
Und obwohl ich absolut keinen Unterschied feststellen kann bezüglich des diese weiteren Strommasten umgebenden Lebensraumes, bin ich, wie ja auch schon in den Jahren zuvor, komplett leer ausgegangen. Ich werde wohl nie verstehen oder erklären können, warum sich nur dieser eine Strommast wie ein Magnet auf die ganzen Mordfliegen auswirkt.
Es bleibt also spannend.
Fazit: Ein halbwegs vernünftig bewirtschafteter Kiefern-Mischwald und eine an diesen angrenzende und ebenso vernünftig gepflegte Sandheide schaffen im Verbund einen wunderbaren und aus ökologischer Sicht sehr wertvollen Lebensraum, der vielen seltenen und in der umgebenden Agrarsteppe längst fehlenden Tieren ein Refugium bietet.
Hoffen wir, dass das auch künftig so bleibt.
Nicht nur an der Penter Straße.
Die dort marodierenden Schafe gehören übrigens gleich mehreren Rassen an.
Sie haben alle Hörner, sind recht klein und schlank und ausnahmslos so unglaublich adrett und sauber, wie ich es einfach nicht gewohnt bin. Denn die Schafe auf den hiesigen Deichen sind genau das Gegenteil. Oft tragen sie ein komplett zugekacktes Hinterteil mit sich herum. Darüber hinaus sind sie so dermaßen überzüchtet, dass sie, sollten sie es wagen, sich auf dem Rücken im Sand zu wälzen, weil ihnen das Fell juckt, nicht mehr von alleine hochkommen. Man muss sie dann anschubsen und hochstellen.
Das ist kein Scherz!
Werden sie nicht rechtzeitig gefunden, dann sterben sie einen qualvollen Tod. Dass sie nicht mehr aus eigener Kraft hochkommen, liegt daran, dass diese armen Kreaturen im Querschnitt nahezu quadratisch sind und wohl auch viel zu schwer. Und seit einigen Jahren züchtet einer der Deichschäfer seinen Tieren zu allem Überfluss auch noch die Schnauze weg. Zumindest ist die zuletzt immer kürzer geworden. Fast sehen diese Schafe schon wie Steinkäuze aus.
Mit verdrecktem Fell statt eines Gefieders, das gepflegt und sauber glänzt.
Letzte Bilder von der KaMo in diesem Bericht und für dieses Jahr:
last images of C. gilva for today
Es folgen Bilder von der Cousine, aber noch nicht die letzten für heute:
female (above) and male C. ignea
Weibchen (oben) und Männchen.
Kuckuck:
same
Weitere Fotos:
Und zu guter Letzt ein Weibchen, das sich die Hände rieb.
Vielleicht in Erwartung eines leckeren Mittagessens:
same
Fast zu guter Letzt habe ich zwei der hier gezeigten Fotos, die jeweils eine weibliche ZiMo und KaMo zeigen, zusammengefügt:
finally both closely related species in one picture for comparison. If you want to know something about the characteristics of these two species and how to separate them from each other within a second, klick here: klick!
Jetzt könnt ihr die beiden nahe miteinander verwandten Arten sehr gut miteinander vergleichen und selbst eure Schlüsse ziehen, ohne weitere Anmerkungen von mir. Ihr könnt aber auch im ganz oben verlinkten ersten Teil dieses Beitrages nachlesen, worauf es bei der Unterscheidung der beiden Arten ankommt.
Und?
Habe ich Bilder hinbekommen von der Paarung der ZiMo?
Nur an zwei Tagen konnte ich überhaupt welche sehen, doch an beiden Tagen gleich meherere und einmal sogar gleich zwei im selben Augenblick am selben Kiefernstamm. Eines dieser Paare habe ich mit meiner Kamera begleitet.
Doch bevor ich euch kleinen Arschkrampen die Bilder zeige, gibt jetzt noch zwei letzte von der HR:
last female Hornet Robberfly for today
Ein Weibchen ohne und eines mit Beute:
with prey, but what did she eat?
Leider kann ich nicht erkennen, wer da gerade ausgesaugt wurde.
Wisst ihr mehr?
Dann schreibt es mir.
Wisst ihr eigentlich, wen ich am 31. August in Norddeich getroffen habe?
Eine ganz alte Bekannte: klick!
Ich kann euch gar nicht schreiben, wie sehr ich mich darüber gefreut habe, sie nach so langer Zeit endlich wiederzusehen! Putzmunter und in Gesellschaft vieler Freunde. Und ich war an diesem Morgen sogar extra nach Norddeich gefahren, nur um nach dieser alten Bekannten Ausschau zu halten.
Es hat geklappt. Im ersten Anlauf. Und das war einfach nur schön.
So, ihr lieben Arschkrampen da draußen, wir nähern uns dem Finale.
Ich gestehe, vor ein paar Minuten habe ich zwei Käsebrötchen gerissen und verschlungen. Und weil Käsebrötchen Hirnzellen enthalten, ist mir doch glatt eine Idee gekommen. So eine Art Geistesblitz! Ich weiß jetzt, wie wir Frau Zarenknecht endlich loswerden könnten.
Ich werde sofort einen Antrag stellen.
Ich weiß nur noch nicht, bei wem.
Mein Vorschlag: Wir schenken das Saarland einfach den Franzosen. Mit all seinen Bürgern, Frau Zarenknecht und Ehemann inklusive. Das wäre dann so eine Art Trojanischer Gaul für Arme und so weiter. Boah, werden die Franzosen dann denken, die Deutschen sind gar nicht mehr so schlimm wie zwischen 33 und 45, die nehmen nicht mehr nur, sie geben plötzlich auch.
Und das stimmt!
Wir geben jetzt auch.
Und euch geben wir das geile Saarland, liebe Nachbarn, denn dann müssen wir die abartige Tante endlich nicht mehr ertragen. Dann kann sie aus euch eine neue DDR machen, denn das ist das Ziel von Frau Zarenknecht. Eine neue DDR, weil sie die alte nicht zurückholen kann. Und ihr Mann ist doch auch quasi schon ein halber Franzose, der gut zu leben weiß und gerne isst und hektoliterweise Wein trinkt und so weiter. Und hat er nicht auch schon den passenden Namen?
Dem fiele die Integration doch bestimmt ganz besonders leicht.
Kinners, ich finde den Merz auch scheiße, aber Braun und BSW sind und bleiben unwählbar.
Das waren nur meine kleinen Gedanken vor dem Schlafengehen.
Und jetzt kommen endlich die ZiMo-Paarungen:
mating C. ignea with the male below
So eine Kopulation kann bis zu 45 Minuten andauern.
Das hatte ich bereits in den Vorjahren herausgefunden
Ich habe in den letzten drei Jahren etliche Male zugesehen und weiß deshalb, dass so eine Paarung kein Vergnügen für die Fliegen ist. Das Weibchen wollte im gezeigten Fall nach oben krabbeln, das Männchen nach unten. Beide Partner auf Zeit werden sicher Schmerzen verspürt haben. Und näher will ich auch gar nicht erst auf die ganze Geschichte eingehen.
Von oben:
from above
Leider war das Licht nicht so prickelnd.
Meist schien eine knallige Scheißsonne, die für blöde Kontraste und fiesen Schattenwurf sorgte, doch was will man machen? Ich bin ja schließlich kein Wettergott, der mal eben Einfluss nehmen könnte. So schön wie die Fotos von der Paarung der KaMo sind diese hier jedenfalls nicht annähernd geworden. Aber man muss auch immer die Möglichkeit haben, sich künftig noch zu steigern.
Ein schwacher Trost.
Vor einem hellen Hintergrund:
same
Und zum Vergleich vor einem dunklen, der bereits im Schatten lag:
same couple, but note the difference in appearance caused by the background. In front of a dark background the beard and the hair in general look much more impressive or even threatening
Wie unterschiedlich doch die Behaarung der Tiere zur Geltung kommt!
Vor einem dunklen Hintergrund wirkt sie viel beeindruckender und lässt die ZiMo noch bedrohlicher aussehen, als sie es ohnehin schon ist.
Nicht für uns, aber für jedes kleine Fluginsekt.
Es war einmal ...
... eine weibliche Zinnober-Mordfliege:
female C. ignea, seen at a different location and found on my way back to Ostfriesland at so called Thülsfelder Talsperre
Fotografiert habe ich sie am 7. Juli 2026 an der Thülsfelder Talsperre nördlich von Cloppenburg.
Immer dann, wenn ich an der Penter Straße unterwegs gewesen bin in den letzten drei Jahren, habe ich entweder auf dem Hin- oder auf dem Rückweg die Gelegenheit genutzt, einen Stopp an diesem uralten Stausee einzulegen.
Dort, unmittelbar westlich des künstlichen, aber sehr natürlich aussehenden Gewässers, gibt es nämlich ausgedehnte Heideflächen und – Kiefernwald! Da sollte es schon einen Versuch wert sein, so dachte ich immer, nach hübschen Mordfliegen zu suchen.
Leider war fast immer das Wetter scheiße gewesen, sodass ich gar nicht erst gesucht habe. Wolkig, kühl, windig und zu allem Überfluss auch noch regnerisch, da ging halt nichts. Doch in diesem Jahr hat es gleich mehrfach geklappt. Die Bedingungen waren gut, der Sudendey dann natürlich auch auf der Stelle erfolgreich.
Kinners, ich weiß inzwischen einfach, wie eine Kiefer stehen muss, um für eine ZiMo als Warte attraktiv zu sein:
same
Kopfüber lauern am Stamm einer Waldkiefer mit Blick auf die, im Gegensatz zum Alfsee, wohlgeratene Thülsfelder Talsperre:
always looking for food
Das ist das, wovon man als ZiMo träumt.
Kurios: Wirklich nur an diesem Baum bin ich dreimal und jeweils im Abstand von Wochen fündig geworden, obwohl ich natürlich auch andere Kiefern genauer unter die Lupe genommen habe. Ob es sich aber wirklich jeweils um dasselbe Weibchen gehandelt hat, kann ich nicht schreiben. Ich halte es aber durchaus für möglich.
Neben dieser Art begegnete ich an der Thülsfelder Talsperre erwartungsgemäß auch der Gelben Mordfliege, doch eine KaMo, die ich mir durchaus auch erhofft hatte, fand ich leider nicht.
Witzige Randnotiz: Ein älterer Herr sprach mich an, während ich die oben gezeigten Fotos von der Mordfliege schoss.
"Was gibt es denn da Interessantes zu sehen?" fragte er ganz freundlich.
"Eine großartige Fliege!"
Das reichte als Antwort.
Da verlor der Mann auf der Stelle das Interesse.
Und ging.



















































































