Sehr viele Menschen in diesem Land, ihr lieben Nichtsnutze da draußen, haben so gar keinen Bezug zur Natur.
Das ist jetzt nicht neu.
Und ich beklage das hier ja auch schon seit ganz vielen Jahren.
Seit ein paar Wochen wissen wir darüber hinaus, dass es viele Bürger in dieser Republik gibt, die sich von Extremparteien angezogen fühlen.
Das sind zwei Festetellungen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Auf den zweiten aber schon, denn es geht jeweils um Dinge, die mich beschäftigen.
Die mir zu schaffen machen.
Kinners, ich liebe das Leben, echt jetzt mal!
Aber ich bin trotzdem heilfroh, dass ich bereits ein gutes Drittel hinter mir habe.
Ich befürchte nämlich, da kommt nichts Gutes mehr.
Und das meine ich gar nicht auf mich selbst bezogen, ihr Hohlkörper da draußen, sondern ganz allgemein. Wer heute geboren wird, dem kann man nur ganz viel Glück wünschen!
Fakt ist nämlich, man kann kaum noch atmen, es wird einem schwindelig, wenn man irgendwo rein zufällig irgendwelche Nachrichten aufschnappt.
Horror pur.
Gruselig ist das.
Abartig.
Und so weiter.
Doch heute wollen wir lustig sein!
Alle zusammen.
Denn heute serviere ich euch den 450. Bericht in diesem großartigen Blog, der seit sage und schreibe 15 Jahren besteht!
Und der Flussuferläufer ist genau der richtige Kandidat für diese Jubiläumsausgabe:
Common Sandpiper is the main actor of this 450th blog post
Ist er hier doch in der Vergangenheit zu einem regelmäßigen Darsteller geworden.
Seit Mitte August habe ich mal wieder etwas Zeit am Greetsieler Badesee verbracht.
Wie bereits im vergangenen Jahr.
Eigentlich hätte es noch viel mehr Zeit sein sollen, doch der bescheuerte Wettergott hat mir da immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht.
An etwa 80 Prozent der Tage ist es nämlich morgens finster gewesen, und sehr, sehr oft hat es zu allem Überfluss auch noch Starkregenschauer im Minutenrhythmus gegeben, die den Pegel des Sees ganz fix wieder ansteigen ließen, sodass die schmale Schlammbank, auf der ich es mir gemütlich gemacht hatte, wieder abgesoffen ist, kaum dass sie aufgetaucht war.
Und dann erst der Wind.
Dieser verfickte Wind!
Der blies den ganzen Monat nahezu beständig aus südlichen Richtungen, oft stürmisch, mindestens aber nervig.
Eine alte Kerze, die seit vielen Jahren in meiner Küche auf der Fensterbank stand, habe ich in den Kochtopf gelegt, erwärmt und aus dem weichen Wachs dann einen Wettergott geformt. Den habe ich ins Bücherregal gehängt und dann mit Dartpfeilen beworfen. Gezielt habe ich immer auf die Augen. Nachdem ich alle Pfeile durch hatte, habe ich mit Tischen und Stühlen nach dem Wettergott geworfen und ganz zum Schluss, das war der letzte Wurf, mit meiner verrückten Vermieterin.
Und dieser letzte Wurf hat den Wettergott zum Nachdenken gebracht, und am 22. September war es plötzlich vorbei mit dem Scheißwetter. Doch wie ich bereits oben geschrieben hatte: Zu diesem Zeitpunkt war es auch schon wieder vorbei mit der geilen Schlammbank.
Ein ganzes Jahr des Wartens liegt jetzt also wieder vor mir.
Was habe ich hinbekommen?
Nicht viel, jedenfalls nicht annähernd das, was ich mir vorgenommen hatte:
same or different
Gelangt hat es nur für drei verschiedene Flussuferläufer.
Folgende weitere Arten habe ich aber in diesen Wochen vor meinem Versteck herumstehen sehen: Grünschenkel, Dunkler Wasserläufer, Bekassine, Lachmöwe, Bachstelze, Rabenkrähe, Nutria, Wasserralle und, jetzt kommt's, auch einmal einen Goldregenpfeifer.
Doch sie alle ließen sich dort nur dann blicken, wenn ich auf der anderen Seite des Badesees stand und mit meinem Fernglas hinüberspannte.
Was für eine abartige Scheiße!
Oh, ein Rotes Ordensband:
well camouflaged, the Red Underwing
Mein Auge ist inzwischen so unglaublich geübt, dass es diesen Falter auf der Stelle erkennt.
Und entdeckt.
Selbst dann, wenn er sich die passendste Unterlage für seine Tagesrast ausgesucht hat. Dieses Individuum fand ich an einem Telegrafenmast in Upleward, und zwar am 28. August und an der Straße, die zum Campingplatz führt. Genau ein Jahr zuvor hatte ich am selben Mast bereits ein Rotes Ordensband entdeckt.
An allen anderen Masten, die an dieser Straße stehen, kein einziges.
Der Herbst 2026 hat viele Postillone nach Ostfriesland gepustet:
one of many Clouded Yellow, that I have spotted this fall on either side of the dyke
Pusten lassen.
Denn die Drecksarbeit verrichtet immer der Wind.
Dieser Falter ist ein so genannter seitlicher Absorptionssonner, der sich nach dem Stand des Feuerballs ausrichtet. Steht dieser hoch am Himmel, ist es nahezu unmöglich für den Fotografen, das ganze Tier in die Schärfenebene zu bugsieren. Vor allem dann, wenn sich der Falter, so wie auch hier, bodennah aufhält.
Die Cousine des Postillon, die Goldene Acht, habe ich in diesem Herbst auch viele Mal gesehen, allerdings nicht ganz so oft wie den Postillon.
Ein Stubentiger:
Living Room TigerDieser possierliche Mäuseschreck, Einzelkind und geboren im Jahr 2026, treibt sich zurzeit auf Hof Akkens herum.
Noch wird er auf seinen Streifzügen durchs Outback von seiner Mama begleitet, doch irgendwann wird es heißen: Schluss mit lustig.
In wenigen Monaten muss diese Katze nämlich ganz allein durch ihr aufregendes Leben gehen und auf Muddis Unterstützung verzichten. Ob sich dieses neue Leben auch noch auf Hof Akkens abspielen wird, muss aber offen bleiben.
Hier ging der Blick jedenfalls schon in eine ganz andere Richtung:
same
Als Flussuferläufer ist man eine dankbare Art:
likely another
Ein paar Leckereien vom Sudendey und schon macht einem das sinnfreie Geknipse gar nichts mehr aus.
Es folgen zwei verschiedene Individuen, nämlich das erste und das letzte der Geschichte:
two different specimen
Auf der Lauer habe ich immer nur um Sonnenaufgang herum gelegen.
Auf meiner geilen Isomatte.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie nervig Stechmücken sein können, wenn sie es geschafft haben, ins Innere des Tarnzeltes vorzudringen. Ihr ewiges Gesurre ist kaum zu ertragen. Ich meine, wenn man abends ins Bett geht und eine Stechmücke genau dann auftaucht, wenn man soeben eingeschlummert ist – das kennt doch wirklich jeder.
Und sie tauchen auch grundsätzlich erst dann auf, wenn man sich bereits vom Tagesgeschehen verabschiedet hat und ins Reich der Träume abgetaucht ist. Sie machen das vorsätzlich, um den ohnehin schon grenzenlosen Hass auf sie noch weiter zu schüren. Ich meine, sie könnten ja auch schon viel früher aufkreuzen, wenn man noch wach ist.
Aber das tun sie nicht, weil sie einen schlechten Charakter haben.
Und sie könnten auch lautlos fliegen, aber auch das tun sie nicht. Auch das mit dem Surren ist reiner Vorsatz, denn wenn man es hört, ist es bereits zu spät. Man kann nicht wieder einschlafen. Man kann wahrscheinlich sogar niemals wieder einpennen, weil man Angst hat, dass da plötzlich wieder dieses abartige Geräusch erklingt.
Es soll Menschen geben, die unter diesen Voraussetzungen aufstehen, das Licht einschalten und sich auf die Jagd begeben, ausgerüstet mit einer Fliegenklatsche. Ich selbst war auch mal so drauf, aber inzwischen bin ich etwas lockerer geworden. Vielleicht auch zu faul. Ich meine, wenn man sich erst einmal in der Horizontalen befindet, dann will man doch eigentlich gar nicht wieder aufstehen.
Jedenfalls nicht sofort.
In einem engen Tarnzelt stellt schon eine einzelne Stechmücke eine Katastrophe dar! Man kann ihr nicht ausweichen, und man darf sich auch nicht ruckartig bewegen und wie ein Idiot gegen die Zeltwand hauen, weil da doch der Vogel vorm Versteck steht und vielleicht einen Herzinfarkt bekommt, wenn man ihn erschreckt.
Quintessenz: Naturfotografie ist nichts für Warmduscher.
Echt jetzt mal.
Vor Sonnenaufgang auf einem Stein stehend, den ich zuvor extra ins flache Wasser gelegt hatte:
resting
Der erste Vogel, der gleich eine ganze Woche blieb, badete immer kurz nach Sonnenaufgang.
Darauf konnte man sich hundertprozentig verlassen.
Es folgt also eine entsprechende Serie:
bathing
Am 12. August saß ich in meinem Auto.
Und mein Auto stand auf dem kostenfreien Parkplatz am Badesee und somit am westlichen Ortsrand von Greetsiel. Ich las gerade in einem Buch, das man mir kurz zuvor geschenkt hatte, als es plötzlich laut knallte!
Der Knall war so laut, dass ich einen Meteoriteneinschlag für sehr wahrscheinlich hielt. Doch als ich nach oben blickte, sah ich, dass das Wagendach unversehrt geblieben war. Ich war wirklich erleichtert, aber natürlich auch überrascht.
Ich zitterte noch wie Espenlaub, als ich die Ursache für den Knall erblickte.
Die rutschte jetzt nämlich lustig die glatte Windschutzscheibe hinab. Auch sie war geschockt, auch sie war überrascht, weil sie sich den Aufprall ganz anders vorgestellt hatte. Die Ursache für den Lärm an diesem sonnigen Nachmittag war tatsächlich ein Großer Kolbenwasserkäfer gewesen, der den glänzenden Lack meines Vorstadtferrari irrtümlich für die Wasseroberfläche eines Sees gehalten hatte.
Wie an diesem Tag übrigens auch zahlreiche Rückenschwimmer!
Ich becherte den riesigen Schwimmkäfer ein und suchte nach dem passenden Lebensraum für ihn:
this Great Silver Water Beetle landet on my vehicles roof, mistaking it for a water body on a sunny day. I released this beetle in a nearby lake
Und das war gar nicht so einfach!
Denn alle Gräben waren längst ausgetrocknet. Am Ende blieb mir nichts anderes übrig, als mich auf den Weg zu machen über den Deich und das arme Tier, das noch ganz blass im Gesicht war, im Badesee auszusetzen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr sich der Kolbenwasserkäfer über meine uneigennützige Rettungsaktion gefreut hat. Wie ein Großer Tümmler fegte er jetzt durchs Wasser und sprang immer wieder ganz hoch in die Luft.
Für mich war das die gute Tat des Tages.
Meine frei in der Küche herumgleitenden Bierschnegel haben mal wieder Kinder gemacht:
Cellar Slug kiddies on my finger tip
Hier seht ihr drei von ihnen auf meinem Zeigefinger.
Kinners, sind sie nicht niedlich?
Insgesamt waren es 13 Blagen, von denen ich acht nach draußen befördert habe. Man muss die Zahl der Nacktschneggen in der Wohnung immer im Auge behalten. Ich meine, am Ende ergreifen die hier noch die Macht, weil man sie einfach gewähren lässt, und tanzen einem dann auf der Nase herum.
Die stolze Mama:
mommy or daddy
Oder der Papa.
Nacktschneggen sind ja quasi beides in einem.
Der zweite Flussuferläufer ruhte zwischen den Mahlzeiten fast immer auf diesem Kleihaufen:
Dort, auf seinem Thron, putzte er sich auch ausgiebig:
preening
Gebadet hat er aber nie.
Jedenfalls nicht während meiner Anwesenheit.
Blaue Stunde:
looking for food
Es folgt eine ganz besondere Lachmöwe:
my favourite Black-heaed GullIhr ahnt es vielleicht schon:
Natürlich handelt es sich hier wieder um J4JY!
Derselbe Vogel:
same
Seine Mauser hatte er zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits fast abgeschlossen.
Doch die des Farbringes ist nach wie vor in vollem Gang. Der bröckelt und bröselt jedenfalls fleißig vor sich hin. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis man den Code nicht mehr ablesen kann.
Und das ist schlimm, weil ich den Weg dieses Vogels doch so furchtbar gerne weiterverfolgen würde.
Seht doch, eine andere farbberingte Lachmöwe vom Strand in Norddeich:
another ringed specimen. This bird has been marked in January 2026 as an adult bird in Deventer/NL
88 steht auf dem grünen Ring!
Ich hoffe doch stark, dass diese Lachmöwe nicht rechtsextrem ist! Das mit der Zahl muss Zufall sein, und Vögel sind grundsätzlich nicht so drauf wie überraschend viele Menschen. Das gilt hoffentlich auch für den Beringer, also dass der da nicht seine Ideologie auf den Vogel übertragen hat.
Ein Scherz!
Dieses Individuum ist erst am 29. Januar 2026 als Altvogel in Deventer/NL beringt worden.
Und ich kann noch hinzufügen, dass es sich hier um eine der fünf zutraulichsten Lachmöwen vom ganzen Strand handelt. Dieser Vogel kennt überhaupt keinen Schmerz. Und deshalb ist es natürlich auch kein Zufall, dass ausgerechnet er den niederländischen Beringern in die Hände gefallen ist.
Beide Individuen sind also erst als Altvögel markiert worden. Und das ist leider nicht so prickelnd, weil man wohl nie etwas über ihr wahres Alter in Erfahrung bringen wird.
Ein Steinschmätzer:
Northern Wheatear
Der war ebenfalls unglaublich zutraulich, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.
Es war sehr kompliziert, ihn überhaupt in seiner ganzen Pracht aufs Bild zu bekommen, kam der Vogel doch immer viel zu nah heran! Robbte ich mühselig zurück, kam der Vogel sofort hinterher. Und es gab natürlich auch einen Grund dafür, dass er mir so sehr auf die Pelle gerückt ist an diesem Tag, aber den verrate ich euch nicht.
Fotografenglück nennt man das wohl.
Oder Luxusproblem.
Gesehen und für die Ewigkeit festgehalten am 24. September am Yachthafen von Norddeich.
Auf dem Weg dorthin begegnete ich dieser halbwüchsigen Wanderratte:
Rat escaping the flood
Das überraschend hoch auflaufende Wasser hatte sie kurz zuvor aus den Salzwiesen gedrängt.
Jetzt lief sie die Uferbefestigung entlang, auf der Flucht vor den vielen Passanten – und ihren Hunden.
Anderes Thema: Ich dachte, die ganze Kiste sei längst ausgestanden, hatte ich das, was ihr auf dem folgenden Foto sehen könnt, doch über ein ganzes Jahr nicht mehr beobachtet.
Zuletzt im Herbst 2024.
Aber seht doch selbst:
European Hare suffering under Myxomatosis. In fall 2024 I had my first encounter with this combination (Myxomatosis is actually a desease infecting Rabbits only), but there hadn't been any incidents in 2025
Diesen an Myxomatose erkrankten Feldhasen sah ich am 29. August neben der "weißen" Brücke über den Störtebekerkanal am östlichen Ortsrand von Greetsiel.
Wahrscheinlich ist er längst tot.
Nach über einem Jahr Pause hatte die Seuche also wieder zugeschlagen. Hoffentlich wird das Ausmaß ihrer Tötungswut nicht annähernd so schlimm werden wie im Herbst 2024, als ich zum Beispiel im Dunstkreis des Diekskiel an nur einem Tag gleich etliche verendete Feldhasen fand.
Heute ist übrigens der 27. September.
Und bis heute habe ich in Ostfriesland schon vier Gelbbrauen-Laubsänger (GBLS) gesehen!
Allein in diesem Herbst, wohlgemerkt.
Ungewöhnlich früh trafen die ersten Individuen dieser hübschen Vogelart aus dem fernen Sibirien bei uns ein, und da war es auch keine große Überraschung mehr für mich, als ich am 14. September die markanten Rufe eines GBLS aus den noch dicht belaubten Büschen am Diekskiel vernahm.
Ich sah den Vogel auch kurz, doch dann tauchte er ab und rief auch nicht mehr. Es war wieder einmal eine für diese rastlose Art ganz typische Feststellung gewesen. Oft hört man sie nur, selten bekommt man sie auch zu Gesicht. Und wenn einem das doch mal gelingt, dann ist es fast immer nur ein flüchtiger Genuss, denn in der Regel verliert man einen GBLS rasch wieder aus den Ohren und Augen, weil diese Art nur selten stationär ist.
Das gilt so zumindest für meine Beobachtungsgebiete.
Aus diesem Grund konnte ich erst den vierten Vogel fotografieren: klick!
Schaut genau hin, es ist ein echtes Suchbild!
Bereits am 31. August hatte ich eine junge Steppenweihe entdeckt. Wie so oft in der Vergangenheit am Rande der Leybucht. Einen zweiten Vogel unweit des Badesees ein paar Tage später konnte ich leider nicht fotografieren, weshalb ich ihn auch nicht auf Ornitho gemeldet habe. Tatsächlich wurde aber nur eine halbe Stunde später eine junge Steppenweihe von einem Gastbeobachter am Pilsumer Leuchtturm abgelichtet, und ich gehe ganz stark davon aus, dass es dasselbe Indviduum gewesen ist.
Woher ich die genaue Uhrzeit weiß?
Ich habe den Mann angefunkt, und alles passte perfekt zusammen.
Erst im letzten Bericht hatte ich euch verklickert, dass ein hiesiger Schäfer seinen Schafen die Schnauze wegzüchtet.
Und weil ich kein Schwätzer bin, gibt es heute auch das passende Belegfoto für euch:
almost without snout! This is the result of a kind of breeding, that could not be more unnaturalIch vergesse nichts!
Ihr seht, das Schaf sieht aus wie eine Mischung aus Faultier und Steinkauz.
Und es ist in dieser Herde nicht allein!
Zum Vergleich gibt es jetzt ein "echtes" Deichschaf:
how a sheep usually looks like
Gruselig, oder?
Ich meine, die Schäfer hier bezeichnen den Wolf und all seine Unterstützer immer wieder als Tierquäler!
Das steht genau so auch auf vielen Plakaten und Leinwänden, wie man sie in Ostfriesland überall aufgestellt hat. Und dann machen sie so etwas Armseliges!
Eine andere Herde:
normal sheep "migrating". But only from one fence to another
Bestehend aus halbwegs normal aussehenden Deichschafen.
Wie so viele Pflanzen aufessende Großsäuger ziehen auch Wildschafe kreuz und quer durchs Land.
Das ist angeboren und hat wohl auch etwas mit der Erreichbarkeit von Nahrung zu tun.
Und diesen angeborenen Wandertrieb leben eben auch Deichschafe tagtäglich aus. Allerdings nur von einem Zaun bis zum nächsten, weil der Mensch ihren Lebensraum eingegrenzt hat. So eine Wanderung beginnt immer damit, dass die Tiere plötzlich viel rufen. Eines, vielleicht das Leitschaf, beginnt, alle anderen fallen in den Chor ein und folgen ihm dann ohne Widerspruch auf dem Deich. Ich meine, auch als Deichschaf könnte man sich ja mal Gedanken machen, ob so ein Verhalten überhaupt noch einen Sinn hat.
Mein Tarnzelt nach einer morgendlichen Fotostunde auf der Schlammbank:
my hide with a Common Sandpiper on the top and a White Wagtail standing on my camping mat
Wenn ihr genau hinseht, dann könnt ihr auch den Flussuferläufer erkennen.
Er steht rechts oben auf dem Dach. Auf der dahinter zum Trocknen ausgelegten Isomatte ruhte im selben Augenblick eine Bachstelze. Ich selbst befand mich in diesem Augenblick auf der anderen Seite des Badesees, wie ihr euch vielleicht denken könnt, weil ich mein Tagewerk bereits erledigt hatte.
Dasselbe Tarnzelt am 24. September:
same on last day this year
Ich hatte es zuvor auf die an den See angrenzende Wiese gestellt, damit es trocknen kann.
Nach den vielen Regenfällen in der Nacht zuvor war es bis auf seine Haut klitschnass geworden. Und in diesem Zustand konnte ich es natürlich nicht ins Auto packen.
Am Horizont seht ihr übrigens den Schardeich des Leyhörn, den viele Fußgänger und noch mehr Radfahrer tagtäglich nutzen, wenn sie einen Ausflug zur Seeschleuse machen wollen. Da herrscht immer mehr Trubel, als es mir lieb ist.
Der Scheißwettergott hat mir mit seinen unglaublichen Wutanfällen den September verdorben, diese Arschkrampe. Aber nicht nur er. Die blöde Sonne verlagert den Ort ihres Aufgehens im Herbst bekanntlich immer weiter Richtung Süden. In den frühen Morgenstunden der letzten Tage erreichte sie die Schlammbank gar nicht mehr, weil da so bescheuertes Schilf im Weg steht, und so mutierte am Ende alles zu einer erbärmlichen Schattenfotografie.
Daraus folgte: zehn Packen minus neun Packen?
Ihr kennt das noch aus der Grundschule.
Ein Flussuferläufer:
same
Einmal hampelte dieser Vogel eine ganze Weile auf meinen Beinen herum.
Die gucken nämlich hinten aus dem Versteck heraus, sind aber von einem Tarnnetz verdeckt.
Weitere Bilder:
same
Weil die Lichtsituation an den wenigen Tagen, die ich im Versteck verbracht habe, sehr verschieden war, sehen auch die Vögel unterschiedlich aus.
Vor allem die Farben kommen einem mitunter seltsam vor, wobei ich die schlimmsten Fotos gleich zu Beginn aussortiert habe, um euch und eure Augen zu schonen.
Weitere Bilder.
same
Am 13. August 2011 ist dieser mit großem Abstand geilste Naturblog des Planeten auf Sendung gegangen!
Seit diesem Tag hat er nicht den Hauch an Qualität eingebüßt. Das darf nicht verwundern, ist doch ausschließlich der Sudendey hier für alles verantwortlich. Er ist Finanzier, Herausgeber, Chef vom Dienst, rasender Reporter, Redakteur, Schreiber, Fotograf in einer Person, und, damit auch wirklich alles seine Richtigkeit hat, prüfender Experte.
Wenn es mal mit mir bergab gehen sollte, dann könnte ich dieses Projekt niemals in andere Hände geben, weil es keinen zweiten Menschen auf diesem Planeten gibt, der meinen hohen Ansprüchen auch nur ansatzweise genügen könnte. Das bedeutet, dass dieser Blog irgendwann zeitgleich mit mir untergehen wird.
Aber so weit sind wir natürlich noch lange nicht!
Okay, wer weiß schon, was morgen kommt?
Wie ihr bereits beim Einschalten bemerkt haben werdet, habe ich den Namen meines geliebten Blogs (schweren Herzens) geändert.
Da hat nämlich jemand geklaut.
Den Namen meines Blogs.
Unverschämt!
Dieser Mensch meint, es handele sich gar nicht um Diebstahl, wenn er nur seinen richtigen Namen jenem des Blogs voranstellt. Aber das ist natürlich Blödsinn. Ich glaube nicht an Zufälle, aber selbst wenn dieser Mensch ganz von selbst auf diese Bezeichnung für seine Facebook-Seite gekommen sein sollte – nochmal, ich glaube das nicht – dann hätte er die verdammte Pflicht gehabt, erst einmal zu recherchieren, ob dieser Name vielleicht schon vergeben ist.
Und dann hätte er herausfinden müssen, dass genau das der Fall ist.
Wilde Perspektiven ist immer einzigartig gewesen, und das über einen beachtlich langen Zeitraum von 15 Jahren. Jetzt könnten Bürger dieser Erde in die Irre geführt werden und ein schlichtes Hirtentäschel mit einer geradezu tropisch anmutenden Bienenragwurz verwechseln, und genau das will ich nicht.
Ich will nicht, dass meine Seite verwechselt wird.
Ich würde es hassen!
"Der Klügere gibt nach!" hat meine Mama früher immer zu uns gesagt, wenn es mal Streit mit tumben Nachbarsblagen gegeben hat. Das bedeutet zwar im Umkehrschluss, dass die Dummen am Ende immer das Sagen haben, aber damit muss man halt leben lernen. Und so habe ich mir einen neuen Titel ausgedacht und, wie schon damals vor 15 Jahren, in nur drei Sekunden.
Ob er euch gefällt?
Vielleicht werde ich diesen Schritt rückgängig machen, wenn der Dieb seinen zurücknimmt. Immerhin besteht seine Seite wohl erst seit einem guten Jahr. Meine diesbezügliche Erwartungshaltung ist aber kaum existent. Ich meine, jemand der so dreist Ideen klaut, der wird kaum dazu in der Lage sein, sich und sein Tun zu hinterfragen. Und über Scham oder Skrupel will ich erst gar kein Wort verlieren, weil ich natürlich weiß, dass wir nicht alle mit identischen Möglichkeiten auf diese Welt kommen.
Ich werde keinen Link hier reinstellen zur Facebook-Seite des Delinquenten, ihr seid schon groß und könnt selber suchen.
Es ist auch ganz einfach.
Letzte Bilder von einem Flussuferläufer:
same
Und glaubt ja nicht, dass meine Wut abgeflaut ist, nur weil ich jetzt diese vielen Fotos hochgeladen habe.
Ich bin immer noch stocksauer!
Das mit dem Wettergott hat so gut funktioniert, dass ich jetzt einen zweiten Wachsmann basteln werde. Wie er heißt, habt ihr ja inzwischen per Google herausgefunden.
Mit meiner Vermieterin kann ich aber nicht mehr nach ihm werfen, denn die liegt nach wie vor im Emder Krankenhaus. Und wenn ich ehrlich sein soll: Ich besitze auch gar keine Dartpfeile. Ich meine, ich bin doch kein Kneipenkind.
Ich muss mir was ausdenken.
Schluss für heute.
Übrigens: Dass ich in den letzten Beiträgen immer mal wieder meinen Namen eingebaut habe, habe ich mir von diversen Rappern abgeguckt! Die machen das nämlich auch immer in ihren Songs. Ihr seht, auch ich kann Ideen klauen, wenn mir gerade danach ist.
Und natürlich habe ich nicht erst ein Drittel, sondern längst weit mehr als die Hälfte meines Lebens hinter mir.
Auch in düsteren Zeiten gilt aber: Spaß muss sein.
Ein letztes Bild für heute:
cropped
Okay, es handelt sich hier lediglich um die Ausschnittvergrößerung eines der obigen Fotos.
Trotzdem hübsch!
Es war einmal ...
... ein Flussuferläufer:
this photograph taken from the archives shows a Common Sandpiper with the larvae of a Great Diving Beetle
Ich fotografierte ihn am 2. August 2012 um 17:29 Uhr in einer Kleientnahmestelle ganz in der Nähe des Volkswagen-Werkes in Emden. Und ich staunte damals nicht schlecht, als der Vogel mit der Larve eines Gelbrandkäfers im Schnabel aus dem flachen Wasser und vor meine Linse trat.
Fette Beute!
Die einem durchaus im Halse stecken bleiben kann, wenn man Pech hat:
taken in August 2012Doch der Flussuferläufer hatte Glück:
lecker
Am Ende und nach einem langen Kampf landete die Käferlarve dort, wo sie auch hingehörte.
Im Magen des Vogels.
Die Bilder sehen auch irgendwie seltsam aus, wie ich finde. Geschuldet ist das den damals vorherrschenden Lichtverhältnissen mit einer geschlossenen Wolkendecke, die mindestens so fett wie die Käferlarve war. Nicht ein bisschen Licht gelangte bis zum Boden.
Und somit auch nicht zum Vogel.
Heute gibt es dieses Gewässer gar nicht mehr. Die gute alte Silberweide hat es in nur wenigen Jahren ausgelöscht. In großer Zahl hat sie sich dort angesiedelt und ein kleines Wäldchen entstehen lassen. So macht sie das überall, wenn man sie gewähren lässt. Wo sich die Silberweide in großer Zahl niederlässt, da verschwinden Gewässer.
Das ist ein Naturgesetz.
Zumindest in Ostfriesland.





































































