wilde perspektiven

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Sonntag, 10. April 2016

Moorfrosch

Im letzten Bericht über den Grasfrosch hatte ich ihn bereits erwähnt.

Heute ist der Moorfrosch tatsächlich selbst an der Reihe.

In Landtracht habe ich ihn hier in der Vergangenheit schon einige Male gezeigt, doch balzende und vor allem blaue Individuen habe ich bis heute nicht ein einziges Mal präsentieren können.

Gut, so richtig leuchtend blau waren die Männchen, die ich euch in diesem Beitrag vorstellen kann, leider nicht mehr, als ich ihnen begegnete. Die Balz dieser Art im Collrunger Moor und wahrscheinlich in ganz Ostfriesland hatte ihren Höhepunkt zum Zeitpunkt der Aufnahmen längst überschritten. Diese Zeit habe ich mit den Grasfröschen im Ihlower Forst verbracht. Erfahrungsgemäß zeigen die Männchen des Moorfroschs das leuchtendste Blau aber genau während dieser Hochphase der Paarungszeit.

Danach findet man in der Regel nur noch verstreute kleine Gruppen rufender Individuen oder gar nur Einzeltiere, die oft eher braun sind und die Hoffnung auf ein spät auftauchendes Weibchen noch nicht komplett aufgegeben haben.

Und genau auf solche Männchen hatte ich es abgesehen.


Ein männlicher Moorfrosch von hinten, der nach sexy Weibchen Ausschau hielt:

male Moor Frog seeking out for pretty females at the end of breeding season at Collrunger Moor

Im Frühjahr 2015 hatte ich die Laichzeit dieser Art verpasst. Damals konnte ich nur einen rufenden Moorfrosch hören.

Der Grund dafür war die über Wochen sehr kühle Witterung. Es war vor allem nachts zeitweilig so verfickt kalt, dass ich einfach nicht mit dem Beginn der Balz gerechnet hatte. Tagsüber blieben die Temperaturen niedrig. Gleichzeitig blies nahezu ununterbrochen ein starker Wind aus unterschiedlichen Richtungen, sodass man mögliche Rufer kaum hätte hören können. Als ich mich schließlich ins Moor aufmachte, war bereits alles über die Bühne gegangen.

Immerhin waren mir viele der traditionellen Laichplätze im Collrunger Moor noch aus diesem letzten Frühjahr bekannt. Ich musste sie also gestern (Samstag, 9. April 2016) nur noch nacheinander kontrollieren.

Die meisten waren bereits verwaist, wie ich es erwartet hatte.

Statt der erhofften Frösche lagen da stets die von den Tieren hinterlassenen Laichballen im flachen Wasser:

Moor Frog's spawn

Und wenn die Zahl der Laichballen ein Gradmesser für eine erfolgreiche Vermehrung des Moorfrosches wäre, dann war es für ihn eine sehr gute Saison!

Doch die Zahl der Eier entspricht natürlich nicht der Zahl der Nachkommen. Nur wenige von ihnen werden es bis zum erwachsenen Frosch schaffen, aber das ist eben der Grund dafür, warum viele Amphibien so unglaublich viele Eier legen.

Merksatz: Der immense Verlust ist bereits einkalkuliert.


Morgenstimmung im Collrunger Moor:



Viele Moorbirken sind der Wiedervernässung zum Opfer gefallen. Übrig geblieben sind ihre abgestorbenen Stämme.

Das ist gut so, denn in einem intakten Hochmoor hätten sie gar nicht erst die Chance gehabt, sich abseits der trockeneren Randbereiche anzusiedeln. Dass sie es trotzdem geschafft haben, liegt wieder an uns Menschen. Denn verantwortlich für die rasante Ausbreitung der Moorbirke und anderer Bäume und Sträucher wie Faulbaum und Amerikanische Traubenkirsche im Herzen der Moore war und ist die Entwässerung!


Zurück zum Hauptdarsteller.

Nach längerer Suche fand ich endlich ein paar einsame Rufer im Moor, die für meine Linse und mich auch erreichbar waren. Die meisten Moorfrösche balzen nämlich an unzugänglichen Stellen, teilweise mitten in den gefluteten Flächen, zwischen Binsen und Pfeifengras. Man hört zwar ihre blubbernden Rufe, kann die Tiere aber nicht sehen. Und betreten darf man diese Bereiche des Moores aus Naturschutzgründen natürlich auch nicht.

Umso glücklicher war ich also, unmittelbar neben dem Weg fündig geworden zu sein. Ich konnte mich auf meine Isomatte legen, ohne nass zu werden. Das war mal richtig komfortabel und so ganz anders als bei den Grasfröschen im Ihlower Forst.


Ein Moorfrosch an einem kristallklaren Tag kurz nach Sonnenaufgang, aber noch im Schatten:










different specimen


Wenig später wurde der Himmel diesiger, die Sonne malte plötzlich in Pastellfarben (siehe auch erstes Bild, aber auch die folgenden).

Doch irgendwie erinnerte mich das Licht an diesem Tag an einen untrainierten Sprinter, der rasant beginnt und dann arg nachlässt, um am Ende mit heraushängender Zunge zu kollabieren. Die Bilder zeigen diesen Schwund, das kann ich vorwegnehmen.


Alle Frösche an diesem einen Balzplatz waren unglaublich scheu.

Die kleinste Bewegung ließ sie sofort abtauchen und für mindestens zwanzig Minuten verschwinden. Nur ein Paar zeigte sich nicht von meiner Kamera und mir beeindruckt. Es klingt wahrscheinlich blöd, aber es kam sogar auf mich zugeschwommen.

Vor allem auf diesem Bild finde ich seinen Gesichtsausdruck einfach nur geil.

Guckt mal, wie er guckt!















a couple – note the huge male in comparison with the tiny female

Wie ein Auto. Und irgendwie zufrieden.

Mein erster Gedanke: Was für ein Bulle sitzt da auf dem schmächtigen Weibchen.

Ein Stiernacken.

Ein Arnold.

Ein echter Silberrücken!

Ich wusste gar nicht, dass die Männchen im Vergleich mit den Weibchen so groß und mächtig daherkommen können. Also so hatte ich sie jedenfalls nicht in Erinnerung. Und das, obwohl es sich nicht um mein erstes Shooting zur Balzzeit des Moorfrosches gehandelt hat. 

Ich muss mal meine alten Bilder kontrollieren. Wie im Falle des Grasfrosches handelt es sich dabei um Dias, weil die letzten Fotos von der Paarung dieser Art so unglaublich viele Jahre zurückliegen. Sie entstanden seinerzeit an einem zugewachsenen und von dichtestem Weidengebüsch umgebenen Feuerlöschteich auf dem Flugplatz Bramsche-Achmer im Landkreis Osnabrück.


Weil sich diese beiden Frösche im Collrunger Moor ständig bewegten, veränderte sich auch immer wieder der Hintergrund. 

Mal spiegelte sich der blaue Himmel im Wasser, mal war es eine weiße Wolke, dann bleiches Pfeifengras und in diesem Fall eben dunkle Binsen:

same

Die beiden waren nicht nur nicht scheu, sie waren ausgesprochen neugierig.

Doch zu nah durften sie auch nicht herankommen, denn dann hätte ich sie nicht mehr in ihrer ganzen Pracht und vor allem gemeinsam aufs Bild bekommen.

Kurz bevor das der Fall gewesen wäre, drehte das Paar glücklicherweise etwas bei wie ein Kutter an der Hafenmole:


same

Und das hatte wiederum einen neuen Hintergrund zur Folge:


Wenn man Ausdauer hat oder Liegefleisch, dann kann es am Ende auch mit einem einzelnen Männchen klappen.

Einige Male waren verschiedene Individuen vor mir aufgetaucht. Doch eben auch sofort wieder abgetaucht, wenn ich nur den Gedanken hegte, die Linse ganz vorsichtig auf einen von ihnen zu richten.

Wirklich, ich brauchte nur daran zu denken und schon waren sie wieder weg!

Die können Gedanken lesen, diese Biester. Und ich habe mit ihnen geschimpft, weil sie so böse waren an diesem Tag. Irgendwie unfair. Ihr seid doof, aber so richtig scheiße, habe ich in Gedanken zu ihnen gesagt. Ich meine, ich möchte doch nur ein paar Bilder von euch machen, weil ihr so hübsch seid.

Schleimen brachte aber auch nichts, das hat die gar nicht interessiert.

Die waren total gleichgültig.

Irgendwann richtete ich mene Linse aus, bevor der von mir gewünschte Frosch wieder auftauchte. Tatsächlich ließ er sich genau an jener Stelle blicken, wo ich ihn zuletzt gesehen hatte.

Es klappte:

a single male

Puh, ich war erleichtert!

Manchmal, so dachte ich, wäre es doch schön, wenn die Frösche wüssten, wer ihnen ans Fell will und wer eben nicht.


Der Silberreiher zum Beispiel gehört zur ersten Gruppe.

Alljährlich zur Paarungszeit der Moorfrösche versammeln sich viele der schneeweißen Vögel im Collrunger Moor. Am Samstag waren es 31, die Bock auf blaue Frösche hatten. Ist ein echter Saisonknaller für diese Vögel wie für uns Menschen vielleicht der Spargel, den ich aber nicht mag, noch nie mochte und ganz bestimmt auch nie mögen werde.

Dafür kann man als Reiher auch schon mal ein paar Meilen fliegen:

Great Egret – taken from the archives

Ist ein Bild aus meinem Archiv. Aufgenommen im April 2011 im Collrunger Moor.

Und das gilt auch für das nächste Foto, das denselben Vogel zeigt:

same

Auch als Waldeidechse steht man auf dem Einkaufszettel des Silberreihers.

Das folgende Männchen sonnte sich auf einem Stapel alter und von der Sonne gebleichter Bretter, die vielleicht mal Teil der Gleise der Torfbahn waren. Es sonnte sich, obwohl sich die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits verabschiedet hatte.

Irgendwie hatte der Eidechsenmann nichts davon mitbekommen. Als ich dieses eine Bild machte, war er aber gerade im Begriff zu gehen:



Viviparous Lizard

Weitere Bilder konnte ich mir also abschminken.

Die Waldeidechse ist wie der Moorfrosch eine klassiche Art der Moore, doch bewohnt sie auch Waldgebiete, wenn diese naturnah sind.

Wenn ein Feind auftaucht, kann diese Art, die auch nördlich des Polarkreises vorkommt, sogar gezielt ins Wasser fliehen und abtauchen! Ich habe das schon oft gesehen. Überhaupt mag sie es im Gegensatz zu anderen Eidechsen eher feucht, doch die Möglichkeit, sich an einem knochentrockenen Platz in die Sonne zu hauen, muss gleichzeitig gegeben sein.

Das Pfeifengras, in Ostfriesland oft Bentgras genannt, schafft Abhilfe.

Nicht selten steht es in flachem Wasser, mindestens aber auf feuchtem Grund. Die Blätter aber sind so trocken wie Heu und würden wahrscheinlich wie Zunder brennen, wenn man im Moor eine glimmende Zigarette achtlos wegwürfe. Die Waldeidechse muss also nur die Bulten erklimmen, wenn sie von feucht auf trocken umschalten und in der Sonne liegen möchte. Ragen aus den Beständen des Pfeifengrases tote oder lebende Stämme und Äste heraus, werden auch sie – wie auch die Bohlenwege am Moorlehrpfad bei Eversmeer – sehr gerne als Liegeplatz genutzt. 

Und zwar ohne dass die Eidechse sie sich Tage zuvor mit Unterstützung eines Handtuches sichert!

Die Waldeidechse meidet grundsätzlich vegetationsarme oder gar vegetationsfreie Bereiche. Taucht ein Bösewicht auf, der ihr nach dem Leben trachten könnte, ist das Schutz gewährende Halmgewirr grundsätzlich nie weit.


Eine tagaktive Erdkröte, die sich zurzeit nicht im Wasser aufhält, ist immer verdächtig:





Common Toad infected with Toad Fly larvae – first of the season

Es war das erste mit den Larven der Krötengoldfliege infizierte Individuum der Saison. Das Befallsstadium war noch recht früh, aber helfen wird es dem Tier auch nicht mehr. Auf diese Kröte wartet nur noch der sichere Tod.

Im Collrunger Moor kann man die Rufe laichender Erdkröten zwar nur vereinzelt, aber aus allen Blänken hören. Die Erdkröte befestigt ihre Laichschnüre gerne an vertikalen Strukturen. Äste, die im Wasser liegen, werden gerne für diesen Zweck missbraucht, aber auch die Blätter der Flatterbinse kommen nicht ungeschoren davon.

Die Erdkröte ist anspruchslos und scheißt auf die Qualität des Wassers, wenn es um die Eiablage geht. Fischbesatz macht ihr auch nichts aus, weil ihre giftigen Larven wohl nicht so toll schmecken. Die Verluste unter den Krötenquappen sind entsprechend gering, vielleicht auch, weil sie im Gegensatz zu den Kaulquappen heimischer Frösche ein ausgeprägtes Schwarmverhalten zeigen. Die Meisten von ihnen schaffen es bis zur Metamorphose. Und wenn die erreicht ist, wimmelt es im Uferbereich von winzigen Erdkröten.

Bei Fröschen bekommt man die Phase der Umwandlung gar nicht mit.


Neben Silberreihern waren es vor allem Mäusebussarde, die auf Moorfrösche lauerten.

Mehrfach konnte ich sehen, dass sie bei ihrer Jagd erfolgreich waren, doch für Bilder war die Distanz zu den Vögeln einfach zu groß.

Weil sein Hochzeitskleid so schön blau ist, stellt der Moorfrosch für viele Naturfotografen ein Muss dar.

Selbst jene Zeitgenossen, die sich sonst nicht für Amphibien interessieren, wollen ihn unbedingt fotografieren. Er ist quasi der Eisvogel unter den Fröschen. Und vielleicht lassen sich Bilder vom Moorfrosch auch einfach besser vermarkten als welche von der Erdkröte.

Entsprechend ist das Netz prall gefüllt mit Fotos von blauen Fröschen. Doch wer etwas genauer hinsieht, der findet auch immer wieder Bilder, die gestellt sind. Gefangene Frösche, manchmal sogar im Amplexus, werden ganz dekorativ auf grünes Moos gesetzt.

Knips!

Leider erkennt man oft schon an der Haltung der Tiere, dass da was nicht stimmt. Wie hingeklatscht sehen sie manchmal aus. Und noch nie habe ich Moorfrösche im Hochzeitskleid an Land herumhüpfen sehen. Dass wir einander nicht missverstehen, es geht mir nicht ums Fangen, das nache ich auch immer wieder mal, sondern darum, dass von einigen Fotografen Situationen herbeigeführt und in Bildern festgehalten werden, wie man sie unter natürlichen Bedingungen niemals zu sehen bekäme!


Ich hatte bereits geschrieben, dass das Blau der Männchen während der Hochphase der Balz besonders intensiv ist. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Die Intensität der Farbe kann im Laufe eines jeden Tages variieren. Morgens sind die Frösche maximal blassblau. Mittags, vor allem wenn die Sonne scheint, leuchten sie um die Wette. Und abends sind dieselben Frösche wieder eher braun als blau.

Im Collrunger Moor konnte ich das sehr schön beobachten, weil ich dort den ganzen Tag verbracht habe. Für die Blaufärbung dieser Tiere werden in der Literatur verschiedene Gründe ins Spiel gebracht. Wie zum Beispiel auch die chemische Zusmmensetzung des Wassers. Letztendlich weiß man aber nichts Genaues. Doch wenn sich das Erscheinungsbild der Frösche innerhalb nur eines Tages mehrfach verändert, dann kann es doch eigentlich nur zwei Faktoren geben, die als Ursache infrage kommen: Temperatur und Licht.


Spätestens wenn die Moorfrösche den Balzplatz verlassen und die Sommerquartiere aufsuchen, ist es mit ihrer Farbenpracht ohnehin endgültig vorbei.

Hübsch sind sie dann aber auch, wie dieses sehr kontrastreich gezeichnete vorjährige Individuum belegt.

Ich knipste es ebenfalls am Samstag, allerdings als das Licht schon im Delirium lag:

pretty patterned semiadult Moor Frog, born in 2015

Manchmal sehen Moorfrösche auch rötlich-braun aus, wie das Tier auf dem nächsten Foto, das im vorletzten Jahr in Tannenhausen entstand:

adult nonbreeding, taken from the archives

Die Art ist hinsichtlich ihrer Grundfärbung und Zeichnung sehr variabel!

Und der markante helle Streifen auf dem Rücken, der immer wieder als das Merkmal des Moorfrosches schlechthin herhalten muss, kann unter Umständen auch fehlen. Deshalb bestimme ich Braunfrösche immer anhand struktureller Merkmale. Die spitze Schnauze, von der Seite betrachtet, sagt eigentlich schon alles. Für mich stellt sie ein sicheres Unterscheidnungsmerkmal zum Grasfrosch dar. Der Oberkiefer ist proportional länger und an der Spitze, ähnlich wie beim Dunklen Wasserläufer, deutlich abwärts gebogen. Deutlicher jedenfalls als beim Grasfrosch.

Auf diversen Bildern erinnert mich der Moorfrosch deshalb immer wieder an die Männchen des Rotlachses, die mit dem Herannahen der Laichzeit und während ihrer Wanderungen flussaufwärts einen stark gebogenen Oberkiefer entwickeln.

Hier zum Beispiel, um mal wieder ein aktuelles Bild zu zeigen:


Die Farbe passt ja auch zum Fisch.  

Egal, ähnlich wie in der Vogelbestimmung ist der Gesamteindruck eines Braunfrosches viel wichtiger als ein einzelnes Merkmal. Je jünger sie sind, desto schwieriger ist die Bestimmung. Also bei mir ist das jedenfalls so.

Ein anderer Moorfrosch:

Derselbe oder ein weiterer:

Und noch einer, weil sie alle so schön sind:




Als dieses Männchen auftauchte, war ich bereits vorbereitet und schussbereit:

Vieles von dem, was ich im letzten Beitrag über den Grasfrosch geschrieben habe – Bestandsrückgang und Gefährdung und so weiter – gilt natürlich auch für diese Art und eben auch für alle anderen heimischen Amphibien und Reptilien.

Da will ich mich nicht wiederholen.

Genießt einfach die Bilder:



Es gibt aber auch Besonderheiten.

So kann der Moorfrosch an geeigneten Orten in großer Zahl auftreten und eine hohe Populationsdichte erreichen, wie sie mir vom Grasfrosch in diesem Ausmaß nicht bekannt ist. Dafür ist der Moorfrosch aber aufgrund der hohen Ansprüche an seinen Lebensraum nicht dazu in der Lage, eine Vielzahl von Habitattypen zu bewohnen, wie es wiederum der Grasfrosch kann.

Aus diesem Grund ist der Grasfrosch viel erfolgreicher als der kleinere Bruder, weil er nahezu überall überleben kann.

Die Verbreitung des Moorfrosches dagegen ist in Deutschland stark fragmentiert.

Ob der Moorfrosch auch künftig in Deutschland bestehen kann, wird davon abhängen, ob wir ihm weiteren  Lebensraum nehmen oder aber alten zurückgeben.

In diesem Punkt bin ich eher skeptisch!


Zum Schluss noch ein letztes Bild von dem Paar da ganz oben, diesmal im Profil:

Denkt an den Lachs!


So, das war der Moorfrosch.

Das Fotografieren am Balzplatz dieser Art hat mir sehr viel Freude bereitet!

Doch ich wäre nicht ich, wenn ich mich damit begnügen würde. Während meines Aufenthaltes im Collrunger Moor hatte ich meine Augen und Ohren natürlich überall. Blaukehlchen sangen fast im Chor, Fitisse und Zilpzalpe ebenso, und Rauchschwalben und eine Uferschwalbe jagten über den Blänken nach Insekten. Gegen zehn Uhr fielen plötzlich 18 Kraniche ein. Ich gehe davon aus, dass es sich um Nichtbrüter gehandelt hat, die um zwölf wieder durchstarteten und das Gebiet Richtung West verließen. Auf die Rufe dieses imposanten Vogels musste ich aber auch danach nicht verzichten, weil mindestens ein Paar im Collrunger Moor brütet oder wenigstens ein Revier gegen Artgenossen verteidigt.

Schließlich sei noch angefügt, dass meine allerliebsten Freunde, die Zecken, auch längst wieder aktiv sind. Fünf von ihnen nutzten die Gelegenheit und machten sich als Schwarzfahrer zusammen mit mir auf den Weg nach Emden.

Doch bevor ich das Moor verließ, tat ich noch etwas, das ich schon seit über zwanzig Jahren nicht mehr getan hatte. Ich kescherte mit meinem kleinen Kinderkescher auf gut Glück in einem alten Torfstich.

Meine Erwartungshaltung war eigentlich eher bescheiden, doch am Ende sprang bei dieser Aktion neben einem anderen Überraschungsfang auch noch ein echter ostfriesischer Erstnachweis heraus!

Ein Portrait:

Um wen es sich dabei handelt, erfahrt ihr aber erst im nächsten Bericht.

Bis dann!