Kinners, heute ist der Tag der Pizza!
Ich habe ihn selbst ganz offiziell ausgerufen, weil es ja sonst niemand macht.
Und wie gut passt es doch zu diesem wunderschönen Tag, dass da in meiner Küche gerade ein Teig heranwächst.
Seit gestern.
Und während dieser Teig prächtig gedeiht, habe ich Zeit für einen neuen Beitrag.
Und der beschäftigt sich heute mit einem sehr seltenen Gast aus Nordamerika.
Oder mit einem Gehegeflüchtling.
Das weiß man nämlich nie so genau, wenn es um selten in Deutschland auftretende Enten geht.
Da ist nichts sicher.
Höchstens, dass nichts sicher ist.
Aber dazu später mehr.
Um welche Art genau es heute geht, habt ihr kleinen Hohltauben doch bestimmt schon dem Titel entnommen.
Das erste Bild dieses Posts zeigt keine Ente:
thousands of small bubbles on da water surface of a puddle. Few minutes later they had vanished. Nature is the most talented artist. I mean just look how beautiful it looks
Sondern hübsche Luftblasen!
Sie schwammen am 24. Februar 2026 auf dem Wasser einer kleinen Pfütze am Ufer des Störtebekerkanals bei Neuwesteel. Gezählt habe ich sie nicht, aber es waren sehr viele, wie ihr selbst sehen könnt. Die Luftblasen kuschelten sich eng aneinander, ohne allerdings eine sechseckige Bienenwabenform anzunehmen, und trieben wie ein kleiner Teppich oder eine Luftmatratze auf der Wasseroberfläche herum.
Mal in die eine, mal in die andere Richtung.
Auf meinem Rückweg nur drei Stunden später war dieses vergängliche Kunstwerk bereits wieder Geschichte. Warum es sich an diesem frühen Morgen um Sonnenaufgang herum gebildet hatte, werde ich wohl nie beantworten können.
Vor Sonnenaufgang in Greetsiel:
the harbour of Greetsiel right before sunrise. This small village with its beautiful historic centre is stressed from a massive overtourism almost year round. Note the two Eurasian Wigeon swimming in da water on da right
Am 22. Januar 2026 besuchte ich nach längerer Zeit mal wieder den Hafen von Greetsiel.
Im Winter, wenn im Ort kaum Trubel herrscht, kann man es dort durchaus aushalten. Meinen Beobachtungsgang startete ich am frühen Morgen auf dem Parkplatz neben dem Bauhof der Gemeinde Krummhörn und somit westlich von Greetsiel. Zunächst drehte ich eine Runde um den Badesee und schaute mir die Vögel an, die dort rasteten.
Kurz: nichts Aufregendes dabei.
Anschließend folgte ich dem Leyhörner Sieltief Richtung Greetsiel. Ich ging an den im braunen Wasser dümpelnden Kuttern vorbei, überquerte den von hübschen alten Häusern umzingelten Marktplatz, um daraufhin auf der anderen Seite des Hafengewässers die Leybucht anzusteuern. An diesem Tag schaffte ich es bis zum so genannten Westerhörn – und dann wieder zurück.
Als ich mich nach fast 30 gegangenen Kilometern gerade in der Nähe des Sieltores neben der so genannten Binnenmuhde befand, entdeckte ich einen Trupp Pfeifenten auf dem Wasser. Eine Überraschung war das jetzt nicht, denn in jedem Winter kann man einen Trupp Pfeifenten genau an diesem Ort, also zwischen dem Yachthafen und dem Deich, beobachten.
Ich hob mein Fernglas an, weil mir schon mit bloßem Auge eine der Enten seltsam vorkam. Es war aber nur ein Weibchen, das viel Weiß am Kopf zeigte – nicht mehr, nicht weniger. Doch direkt neben diesem Weibchen schwamm eine männliche Kanadapfeifente (im Folgenden KPE)!
Ich schoss einige Bilder von diesem Vogel und ging dann weiter. Immerhin hatte ich noch ein paar Restkilometer zu absolvieren, und eine längere Pause konnte einen rasch aus dem Rhythmus bringen, das wusste ich aus der Vergangenheit. Zu Hause checkte ich die geschossenen Bilder durch und befand sie ausnahmslos für miserabel. Zu grelles Licht, die Distanz zum Vogel verdammt groß. Unter diesen blöden Umständen hatte es natürlich keinen Sinn, sie irgendwo hochzuladen.
Und aus diesem Grund verzichtete ich auch auf eine Ornitho-Meldung.
Am Folgetag klappte es schon deutlich besser, auch wenn sich mir die Vögel recht sprung- und schreckhaft präsentierten und immer wieder aufflogen. Abermals sah ich mir die Fotos nach meiner Rückkehr am heimischen Rechner an und hielt sie diesmal zumindest für akzeptabel. Ich meldete die KPE auf Ornitho und klickte daraufhin die Verbreitungskarte an.
Das nüchterne Ergebnis: zurzeit keine weiteren KPE in Deutschland gesichtet.
Dann startete ich eine Datenbankabfrage, um mir ein Bild vom Auftreten dieser Art in Deutschland zu verschaffen. Das mache ich im Falle selten von mir entdeckter Vögel immer so. Und ich staunte, denn der Vogel im Hafen von Greetsiel war bereits enttarnt worden!
Mit Foto!
Und zwar schon fast vier Wochen zuvor!
Hier einige der ersten Bilder vom seltenen Gast:
male American Wigeon, spending this winter in the harbour of Greetsiel among Eurasian Wigeon, which is a regular winter visitor in the area
Ich bin nicht an jedem Tag im Netz unterwegs.
Und entsprechend besuche ich auch Ornitho keineswegs täglich, sondern fast immer nur dann, wenn ich etwas fotografiert habe, was ich für meldewürdig halte. Kohlmeise und Buchfink gehören nicht in diese Gruppierung.
Ich musste die Meldung eines Beobachters aus Aurich also übersehen haben.
Doch wie war es möglich, dass all jene Menschen, die quer durchs Land fahren, um bereits entdeckte Seltenheiten zu besuchen und ihren Listen hinzuzufügen, offensichtlich nichts von der KPE mitbekommen hatten? Immerhin checken sie doch wahrscheinlich täglich die einschlägigen Seiten im Netz ab. Darüber hinaus war der Vogel quasi zwischen den Jahren gemeldet worden, zu einer Zeit also, in der die meisten Bürger dieser Republik nicht arbeiten müssen und somit machen können, was sie wollen. Niemand tauchte in Greetsiel auf. Erst nachdem ich die KPE gemeldet hatte, machten sich die ersten Leute auf den Weg.
Und zwar in deutlich größerer Zahl, als ich es beim Melden erwartet hatte (siehe unten)!
Weitere Fotos:
same
Icb bin wahrlich kein Entologe, habe den Vogel aber einfach mal als (mutmaßliches) adultes Männchen eingestuft.
Männchen ist natürlich klar, aber warum adult?
Weil ich denke, dass die KPE nicht aus dem Jahr 2025 stammt. Schaut euch doch büdde mal das Pfeifenten-Männchen unten links an, das ganz anders ausschaut als die übrigen Kerle auf dem obigen Bild. Fast wie eine Mischung aus Männchen und Weibchen. Eben nicht ausgefärbt. Es gab gleich mehrere solcher Vögel in dem Trupp im Hafen von Greetsiel. Und in ihrem Fall gehe ich von Individuen im zweiten Kalenderjahr aus.
Ein KPE-Kerl sollte in diesem Alter doch wohl ähnlich unsauber aussehen, oder?
Das folgende Foto zeigt den seltenen Gast mit dem oben erwähnten aberranten Weibchen, das letztendlich zur Entdeckung der KPE geführt hatte:
this aberrant female in da foreground (50 Cent English) caught my bare eyes, so that I had a view through my bins and accidently found the male American Wigeon
Anderes Thema:
Bee Orchid – this pretty species I found in June 2024 at so called Rysumer Nacken. This find constituted the very first record ever for Ostfriesland. In early spring 2025 I counted more than 130 specimen, of which only few made it to bloom in June, maybe caused by an unusually dry spring. In February 2026, when this photograph was taken, I only found 20 plants, so the numbers have already dramatically declined ...
Die von mir im Juni 2024 erstmalig für Ostfriesland nachgewiesene Bienenragwurz bereitet sich auf die Blüte vor.
Allerdings sehr lahmarschig, wie ich finde, denn seit dem vergangenen Herbst, als die Blattrosetten das Licht dieser Welt erblickten, hat sich eigentlich nichs getan. Nur etwa 20 Individuen konnte ich bislang finden, aber es werden sicher noch weitere hinzukommen. Im letzten Jahr waren es weit über hundert Orchideen gewesen, von denen im Juni aber nur noch wenige zur Blüte schritten. Alle anderen waren zuvor abgestorben, möglicherweise als eine Folge des sehr trockenen Frühjahrs 2025, das seinerzeit mit Regen geizte wie Donald Trump mit sympathischen Auftritten.
Einen ausfürhlichen Bericht über die Bienenragwurz, garniert mit vielen hübschen Blüten, findet ihr hier: klick!
Das Bild da oben stammt übrigens vom 13. Februar 2026.
Das folgende schoss ich zwei Tage später:
another specimen, two days later
Einmal mit Schnee, einmal mit Rauhreif.
Es folgt etwas ganz Neues für mich, vielleicht aber auch für euch:
a mystery: what happened to this White Willow branch?
Am 15. Februar bemerkte ich auf dem Rysumer Nacken Seltsames.
Einzelne Silberweiden zeigten kahle Abschnitte von Ästen und Zweigen, die darüber hinaus auch noch angeschwollen waren. Solche Auffälligkeiten sah ich in allen Etagen dieser Bäume. Ganz viele kleine Löcher wiesen darauf hin, das etwas nicht mit rechten Dingen zuging und vielleicht jemand in großer Zahl geschlüpft war. Ich konnte nur mutmaßen, denn nie zuvor hatte ich so etwas gesehen. Auch auf dem Rysumer Nacken nicht, obwohl ich das Gebiet sehr gut kenne.
Zunächst ging ich von einem Galltier aus, also von einer Gallwespe oder Gallmücke. Doch diese Idee verwarf ich wieder und liebäugelte jetzt mit einem Virus oder Pilz. Entsprechende Begriffe und Begriffskombinationen gab ich in die Suchmaschine ein, fündig wurde ich aber nicht.
Und so stellte ich einige der geschossenen Bilder samt Beschreibung in ein Forum und wartete. Das Weiße auf den Ästen ist übrigens Schnee!
Christine Laumann aus Freckenhorst wusste die Antwort: Die Bilder zeigten tatsächlich das "Schadbild" einer Gallmücke. Ich kenne keine einzige Gallmücken-Art, aber schon mein Fahrlehrer hatte mir vor 40 Jahren nahegelegt, die erste Idee sei auch fast immer die richtige. "Nicht zu denken anfangen, sondern den Bogen nach dem Ausfüllen sofort wegschieben", waren damals seine warnenden Worte gewesen. Gemeint waren die Kreuze in der theoretischen Führerscheinprüfung.
Auch im Falle dieser Gallmücke hatte ich also gleich zu Beginn richtig gelegen.
Nur um dann doch noch einmal alles zu überdenken.
Ein zweites Bild:
close-up – Dasineura saliciperda, a species of Gall Gnat, did this
Es handelt sich hier um einen Befall mit der Weidenholz-Gallmücke.
Die Imagines legen ihre Eier auf der Borke der Äste ab, und die daraus schlüpfenden Larven bohren sich tief in die unteren Schichten der Rinde hinein, wo sie leichte Gewebewucherungen verursachen. Aus ihnen resultieren wiederum die bereits oben erwähnten "Schwellungen" betroffener Zweige. Nach dem Überwintern schlüpft in den Monaten Mai und Juni die neue Generation, und der Kreislauf beginnt von vorn.
Befallene Silberweiden sterben nicht etwa ab. Aber es ist durchaus möglich, dass betroffene Äste und Zweige, wegen der Gallmücken-Larven durchlöchert wie ein Schwamm, an stürmischen Tagen abbrechen. Schlimm für den Baum ist aber auch das nicht wirklich. Und die Silberweide ist in der kleiigen Krummhörn ohnehin einer der häufigsten Bäume überhaupt.
Kinners, die im letzten Bericht gezeigten Schwatzkehlchen sind weg!
Am 23. Februar sah ich sie zum letzten Mal. Möglicherweise sind sie sogar zusammen im Schutze der Nacht auf den 24. Feburar abgezogen. Ich hatte das erwartet, denn früher, als Schwatzkehlchen zumeist noch Zugvögel waren, konnte man Anfang März mit ihrer Ankunft im Brutgebiet rechnen. Und das passt doch sehr gut, also dass sich diese beiden Weibchen zur richtigen Zeit auf den Weg gemacht haben, um ein paar Tage später in ihrem Brutgebiet einzutrudeln, wo auch immer sich dieses befinden mag.
Ein letztes Bild vom zahmen Individuum:
this confiding female Stonechat has left the wintering grounds on 23th February (see last blog post for many more and more beautiful pictures)
Auf dem Rysumer Nacken hörte ich am 25. Februar die ersten drei singenden Männchen.
Oh, wer bist denn du:
two Bittern have spent at least two weeks in an unsual habitat on a pasture with adjacent narrow ditches and a busy road, where they were hunting exclusively for rodents. At this time all water bodies were frozen and therefore fish and amphibians not available
Natürlich handelt es sich bei diesem Vogel um eine Rohrdommel!
Am 10. oder 11. Februar begegnete ich in der Leybucht Néo Koslowski aus Leipzig, der dort zusammen mit seinen Eltern Vögel guckte. Er zeigte mir auf seinem Handy Bilder von zwei Rohrdommeln, die er wenige Tage zuvor in der Nähe des Campener Leuchtturmes gesehen und abgelichtet hatte. Die Vögel seien nicht scheu gewesen und hätten sich neben einer Straße ganz frei auf einer Weide gezeigt, so erzählte der junge Beobachter.
Zu dieser Zeit war es bitterkalt gewesen und nahezu alle Gewässer zugefroren.
Néos Vater beschrieb mir die Weide und ihre exakte Lage neben der Straße, die zum Leuchtturm führt. Er erwähnte einen Haufen Silageballen, den man dort aufgetürmt hatte, wies aber auch gleich darauf hin, dass die beiden Dommeln schon am folgenden Tag nicht mehr anwesend gewesen seien.
Das war für mich nicht so schlimm, muss ich die hier auftretenden seltenen Gastvögel doch schließlich selbst entdecken.
Eines meiner Prinzipien und so weiter.
Aber ich freute mich für diese Menschen, denn eine Rohrdommel ganz frei stehend zu sehen und bei ihrem fragwürdigen Tun über die Schulter zu gucken, das war selbst mir noch nie gelungen. Ohnehin sehe ich diesen geilen Reiher im Tarnkostüm, der vor ganz vielen Jahrzehnten noch in Ostfriesland gebrütet hat, nicht häufiger als im Schnitt einmal pro Jahr!
Eher sogar noch seltener.
Drei Tage später wollte ich dem Bergpieper auf dem Rysumer Nacken eine Chance einräumen. Ich startete meine Wanderung am Campener Leuchtturm. Doch bevor ich dort ankam, schaute ich mir natürlich die Rohrdommelfläche an. Und als ich sie sah, da konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass man sich als Rohrdommel mit ihr zufriedengeben konnte. Und tatsächlich sah ich auch keinen der beiden Vögel. Die Fläche musste aber die richtige sein, denn alles, was man mir zuvor erzählt hatte, passte perfekt.
Sechs Stunden oder so war ich unterwegs gewesen, als ich meinen zu Füßen des Leuchtturmes geparkten Wagen erreichte. Abermals wollte ich die Dommelfläche abchecken, und diesmal sah ich einen der beiden Vögel schon aus großer Entfernung mitten auf der Weide stehen! Die zweite Rohrdommel entdeckte ich wenig später, als sie dem Graben neben der Straße entstieg. Das war schon unglaublich, wie ich auch jetzt noch finde.
Ich parkte in einer Seitenstraße und beobachtete die Vögel aus größerer Distanz:
these two guys had been found by a young birder from Leipzig and were unusually confiding, unless one got out of the vehicle
Eine der beiden Rohrdommeln stiefelte den Graben entlang und kam auf mich zu.
Als sie nur noch vier Meter von mir entfernt war, erbeutete sie eine Feldmaus. Doch bevor ich das freudige Ereignis (nur aus meiner Sicht und der des Vogels!) in Bildern festhalten konnte, verschwand die Rohrdommel mit ihrer Beute ganz fix im Schilf, gerade so, als wollte sie mir den fetten Fang vorenthalten. Beide Individuen hatten zumindest während meiner Beobachtunbgszeit einen sehr guten Jagderfolg und wirkten topfit und kerngesund.
Ich hebe das deshalb hervor, weil in diesem sehr kalten Winter bundesweit unüblich viele tote Rohrdommeln gemeldet worden sind. Sehr wahrscheinlich sind all diese Vögel an Hunger und einem daraus resultierenden Erfrieren gestorben. Und das kommt einem komisch vor, denn diese beiden Vögel zeigten ja ganz eindrucksvoll, wie man überleben kann.
Bucklig am Grabenrand stehend:
resting and waiting for better times to come and maybe dreaming of fish
Und bestimmt über die persönliche Zukunft nachdenkend.
In der Vergangenheit habe in verschiedenen kalten Wintern schon so einige Graureiher buchstäblich verhungern sehen. Sie standen ausdauernd am Ufer diverser Gewässer herum und hofften wohl darauf, dass das Eis verschwinden und ihnen so Zugang zu Nahrung verschaffen möge. Auf die Idee, Mäuse zu erbeuten, kamen sie nicht. Zwei dieser Vögel, ich begegnete ihnen auf dem Rysumer Nacken, wurden mit jedem Tag schwächer, und einen von ihnen fand ich schließlich auch tot neben einem Entwässerungsgraben im Schnee liegen. Gleichzeitig hatten andere Graureiher überhaupt keine Mühe, heil durch den Winter zu kommen. Sie stolzierten über Weiden und Wiesen und verdingten sich dort einfach als Mäusejäger.
Offenbar gibt es bezüglich der Jagdvariabilität große Unterschiede zwischen den verschiedenen Individuen. Nicht jeder Reiher kennt demnach alle ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des Beuteerwerbs. Und so wird es auch bei der Rohrdommel sein.
Blieb ich im Auto sitzen, zeigten die Campener Rohrdommeln überhaupt keine Scheu, selbst dann nicht, wenn das Seitenfenster heruntergekurbelt war. Öffnete ich aber die Tür, dann nahmen sie umgehend die berühmte Pfahlstellung ein.
Ausprobiert habe ich das aber nur einmal:
Bittern to me: "You can't see me, because I am invisible!"
Ich lag also im Schnee – diese Bilder stammen von einem anderen Tag – und machte ein paar Bilder.
Ich wollte herausfinden, wer von uns beiden mehr Geduld besaß, der Vogel oder ich. Lange dauerte es nicht, da hatte die Rohrdommel den Schnabel voll. Zunächst wie in Zeitlupe drehte sie sich ein wenig zur Seite, nur um dann blitzschnell in den Graben zu flitzen.
Beachtet bitte auch den Halm am Schnabel. Wahrscheinlich hatte der Vogel ihn zuvor ganz absichtlich dort angebracht, um seine Tarnung zu perfektionieren.
Kleiner Scherz.
Ich setzte mich erneut ins Auto, und nur einen Augenblick später tauchte die Rohrdommel auch schon wieder auf und setzte ihre Jagd fort.
Das sah dann so aus:
looking for food
Diese drei Bilder zeigen nicht die Pfahlstellung, sondern einfach einen gereckten Hals, der der Dommel eine bessere Übersicht gewährte.
Der Vogel kam mir in diesem Moment etwas hochnäsig vor, aber vielleicht wollte er mir nur eben zeigen, wie groß und prächtig er doch ist.
Interessant waren die Reaktionen der Vögel auf vorbeigehende Fußgänger!
Von meinem Logenplatz aus hatte ich nämlich immer alles im Blick. Während Autos überhaupt nicht beachtet wurden und Radfahrer kaum, lösten Fußgänger immer etwas bei den Biestern aus. Stand so ein Vogel gerade mitten auf der Weide, wenn plötzlich ein Passant auftauchte, dann duckte er sich und senkte den Hals, sodass dieser parallel zum Boden und dicht über diesen gehalten wurde. Das Gras auf dieser Fläche war wirklich nicht hoch – für deutsche Verhältnisse allerdings schon unerträglich unordentlich –, die Rohrdommel aber trotzdem kaum zu sehen!
Hielten sich die Vögel in der Nähe eines der Gräben auf, dann tauchten sie rasch darin ab und nahmen fast immer die Pfahlstellung ein, wenn sich Passanten blicken ließen. Einmal betrat eine Frau mit drei Hunden die Weide. Die Rohrdommeln, die ich beide im Blick hatte, bewegten sich nicht. Eine stand regungslos am Grabenrand, die zweite direkt vor meinem Auto auf der Weide, ebenso starr wie eine Skulptur. Kaum war die Frau verschwunden, ging das Dommelleben auch schon wieder munter weiter.
Das war lustig!
Es war wirklich so, dass die Vögel immer dann auf der Stelle zum Leben erwachten, sobald sie die Augen der vorbeigehenden Menschen nicht mehr sehen konnten. Sie warteten also nicht etwa noch ein paar Sicherheitsminuten ab, bis die Leute weit genug weg waren oder so. Ich meine, dann wären sie wahrscheinlich auch verhungert, tauchten auf der Straße doch permanent neue Ausflügler auf.
Und all diese Leute haben nichts von der Anwesenheit der Rohrdommeln mitbekommen!
Nur ein einziges Mal hielt ein auswärtiges Fahrzeug am Straßenrand und der Beifahrer sein Handy aus dem Fenster heraus. Er konnte Bilder von einem der Vögel aus nur wenigen Metern Enfernung schießen und zeigte sich sichtlich erfeut darüber.
Und ich freute mich für ihn mit.
Die von den Vögeln genutzte Fläche sah und sieht so aus:
Bittern habitat shots
Diese beiden Aufnahmen entstanden freilich erst lange nach der Abreise der Rohrdommeln.
Auf dem zweiten Foto sieht man sehr schön, wie schmal der Graben ist und wie transparent der Schilfstreifen. Trotzdem konnten sich die Rohrdommeln mühelos "unsichtbar machen", wenn es darauf ankam.
Und diesen Augen entgeht absolut nichts:
large eyes in da reed
Nur einmal nahm einer der beiden Vögel die Pfahlstellung ein, während ich im Auto saß.
Ich hatte wohl zu wild mit meiner Kamera herumgefuchtelt, weil die Akkus plötzlich leer waren und ich sie gegen volle austauschen musste.
Doch kaum hatte ich alles erledigt, da setzte die Rohrdommel auch in diesem Fall ihre Pirsch auf der Stelle wieder fort (achtet büdde auch den etwas frech wirkenden Gesichtsausdruck):
they spotted something, so there must be something ...
Und fing doch glatt einen Grasfrosch:
... ah, a tasty Grass Frog. This happened only few meters away from me, but unfortunately the light was much too bright
Diesen Grasfrosch, es war für mich der erste des Jahres, konnte man aber wegen des vielen miterbeuteten Salates kaum erkennen.
Der Reiher hatte ihn am Kopf gepackt, und links seht ihr eines der Hinterbeine, das sich mit aller Kraft gegen den Dommelschnabel stemmte, etwa in der Mitte den Rücken. Gebracht hat die Gegenwehr aber ganz bestimmt nichts, da hatte der Grasfrosch nicht den Hauch einer Chance.
Kinners, das geschah wirklich direkt vor meinen Augen, nur drei bis vier Meter von mir entfernt. Doch leider zog sich der Vogel auch in diesem Fall mit seinem Fang sofort ins dichtere Schilf zurück, sodass mir weitere Bilder versagt blieben.
Am 21. Februar sah ich die Rohrdommeln das letzte Mal. Da ich danach aber erst wieder am 27. Februar im Gebiet vorbeischaute, erscheint mir eine längere Verweildauer durchaus möglich.
Das Verbreitungsgebiet der Kanadapfeifente:
distribution of American Wigeon – map taken from the beautiful and important website of xeno-canto!
Die KPE, das sagt bereits ihr Name, ist ein Vogel Nordamerikas.
Dort vertritt sie unsere Pfeifente, wenn man so will, oder unsere Pfeifente vertritt in Europa die KPE.
Amerikanische Zugvögel werden in Europa vor allem auf den Britischen Inseln gefunden (die Azoren jetzt mal großzügig ignoriert).
Das Königreich liegt strategisch perfekt wie ein Bollwerk zwischen dem Atlanik und Irland im Westen und der Nordsee im Osten und lässt nichts durch. Es fängt einfach alles ab, was aus Nordamerika über den Ozean fliegt. Gefunden wird im Königreich aber auch deshalb so viel Neuweltliches, weil es dort zu allem Überfluss auch noch Hunderte Kilometer Küste gibt und zahlreiche kleine Inseln und Inselgruppen weit draußen im Meer. Und zu guter Letzt dürfte die Beobachterdichte in Großbritannien deutlich höher sein als bei uns.
Es betrifft im Prinzip alle erdenklichen Taxa. Möwen und Limikolen, Enten und Singvögel, aber auch Spezies, die man vielleicht nicht erwarten würde, wie z. B. Reiher und Kuckucke und Nachtschwalben.
Je weiter man innerhalb unseres Kontinents nach Osten geht, desto weniger Yankees lassen sich blicken. Frankreich hat mehr zu bieten als Belgien und die Niederlande, und Belgien und die Niederlande wiederum deutlich mehr als Deutschland.
Und schon das arme Polen geht fast leer aus.
Ein Beispiel von ganz vielen: Der geile Rotaugenvireo wird in Großbritannien nahezu alljährlich auf dem Wegzug beobachtet, in manchen Jahren sogar gleich mehrere Individuen in einem Herbst, aus Deutschland liegen insgesamt gerade mal zwei Feststellungen vor und eine davon sogar schon einige Jahrzehnte zurück! Die Niederlande wiederum, unmittelbar westlich von uns gelegen, können mit satten neun Nachweisen protzen.
Die Tatasache, dass die KPE in Großbritannien alljährlich gefunden wird und zum Teil wohl auch in Trupps, während bei und vielleicht alle zwei bis drei Jahre ein mageres Einzelindividuum entdeckt wird, passt also perfekt zu den oben gemachten Angaben und lässt wohl in den allermeisten Fällen auf Wildvögel schließen. Und tatsächlich sind auf den Inseln sogar schon mehrfach in Nordamerika beringte KPE abgelesen worden!
Alles paletti, so könnte man jetzt meinen, doch Zweifel können nie schaden.
Es gibt allein in unserem Land unzählige Wasservogelhaltungen. Nicht nur in Zoos, sondern vor allem ganz privat in Hausgärten. Und da büxt natürlich vieles aus. Nicht alle gehaltenen Enten tragen einen Züchterring, und wenn so ein Vogel vielleicht schon ein ganzes Jahr in Freiheit verbracht hat, dann kann sein Gefieder einen perfekten Eindruck vermitteln.
Eben wie das eines Wildvogels.
Dass sich das Greetsieler KPE-Männchen zwischen unseren Pfeifenten aufgehalten hat, die ja wohl tatsächlich aus dem Norden stammen und nicht etwa kollektiv aus einer Voliere abgehauen sind, sagt natürlich auch nichts über seine Herkunft aus, denn ein entkommener Vogel, der Wert auf Gesellschaft legt, sucht sich auf dem falschen Kontinent die am besten zu ihm passende und in der Regel nächstverwandte Art aus, um mit ihr abzuhängen.
Gibt es keine nahen Verwandten, die einem in ihrer Gruppe Schutz vor Feinden bieten könnten, dann kann schon vergleichbares Verhalten als Auswahlkriterium ausreichen.
Nehmt als ein Beipiel den Wellensittich.
In Australien ist er ein sehr geselliger Schwarmvogel, in Europa wird er zumeist einzeln in düsteren Wohnzimmern gequält. Gelingt so einen Vogel endlich die Flucht, dann schließt er sich in Ermangelung von Artgenossen anderen Schwarm- oder Truppvögeln an, wie z. B. Haussperling oder Star.
Das habe ich in der Vergangenheit schon einige Male beobachten können.
Daraus resultier, dass im Falle selten in Deutschland auftretender Entenvögel absolut nichts sicher ist!
Höchstens, dass nichts sicher ist.
Und da spielt es auch keine Rolle, ob es sich um fernöstliche Arten handelt, um nordamerikanische wie die KPE oder südeuropäische. Immerhin werden in der europäischen Wildnis gar nicht selten auch Entenvögel aus Australien, dem südlichen Afrika sowie vor allem Südamerika gefunden, bei denen ein natürliches Auftreten völlig absurd wäre. Und auch diese Vögel tragen keineswegs immer einen Züchterring. Zöge man allein die Summe dieser Hardchore-Exoten von jener der möglichen Ausnahmegäste, die ja durchaus auch in vergleichbarer Anzahl entkommen, ab, dann sähen die Statistiken schon deutlich anders aus und es gäbe nicht mehr so viele Wildvögel.
Und falls ihr das jetzt nicht verstanden haben solltet, weil es auch an Geschwindigkeit fehlt, dann erkläre ich es noch einmal anders: Wenn so viele Individuen von Arten aus Südamerika oder dem südlichen Afrika entfliegen, die man auf der Stelle zweifelsfrei als Gefangenschaftsflüchtlinge einordnen kann, weil sie es niemals auf eigenen Schwingen bis nach Europa schaffen würden, dann sollte das bei jenen Entenarten, die tatsächlich aus freien Stücken nach Europa gelangen könnten, nicht anders sein, denn gehalten werden sie alle.
Überall.
Noch einmal: Hundertprozentige Sicherheit kann es vor allem bei Entenvögeln nicht geben. Enten sind schließlich keine Gelbbrauen-Laubsänger, die allherbstlich mit eingebautem Echtheitszertifikat aus Sibirien zu uns kommen. Das sähe anders aus, wenn es diese ganzen bescheuerten Privatzoos gar nicht gäbe. Vielleicht sollte man sie besser abschaffen.
Merksatz: Die Herkunft einer unberingten Ente lässt sich niemals zweifelsfrei klären.
Noch kürzer und etwas anders: Enten haben immer ein Geschmäckle!
Fazit: Ich persönlich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass das hier vorgestellte unberingte Männchen echt, also wild ist, auf etwa 60-75,34 Prozent ein.
Dass sich also trotz der aus den oben genannten Gründen ein wenig zweifelhaften Herkunft der hier vorgestellten KPE so viele Beobachter auf den Weg nach Greetsiel gemacht haben, nur um diesen einen Vogel zu sehen, hat mich wirklich überrascht.
Und dieser Zustrom auswärtiger Vogelgucker ist bis heute (Stand 1. März 2026) nicht abgerissen.
Im Schnee:
with Eurasian Wideon and snow
Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen.
Die Vögel zeigten sich in diesem Augenblick unerwartet entspannt, doch wie aus dem Nichts tauchte ein Mann auf, der zu allem Überfluss auch noch seine zwei Hunde von der Leine ließ.
Auf dem zweiten Bild sieht man, wie die KPE bereits einen langen Hals macht, weil sich die Hunde nähern. Nur den Bruchteil einer Sekunde später flogen alle Vögel auf – und weg.
Die nächste Verwandte der KPE in Europa ist natürlich die hübsche Pfeifente:
male Eurasian Wigeon for comparison
Die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten könnt ihr euch selber raussuchen, ihr Nichtsnutze da draußen.
Fördern durch Fordern und so weiter, und Bücher gibt es auch. Viel komplizierter als die Männchen sind in dieser Hinsicht ohnehin die Weibchen beider Arten, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Sie sicher zu bestimmen, stellt deshalb eine echte Herausforderung dar. Und an dieser Herausforderung würde ich ganz bestimmt scheitern.
Gerade eben habe ich übrigens den Pizzateig ausgerollt, ihn belegt und dann in den Ofen geschoben. 17 Minuten bleiben mir jetzt noch, um diesen abermals hervorragenden Beitrag zu beenden.
Der letzte begann übrigens so: "Mit etwas Glück ist der Winter jetzt endlich geschafft."
Kaum hatte ich den Freigabeknopf gedrückt, da fielen über Nacht wieder fünf Tonnen Schnee.
Pro Quadratmeter.
An diesem Tag hielt ich mich vormittags auf dem Rysumer Nacken auf.
Die folgenden fünf Bilder illurstrieren ganz fein das, was ich dort gesehen habe:
last winter images for today
Kinners, der Rysumer Nacken war an diesem Tag ein richtiger Hochstapler und machte einen auf Nordschweden!
Ich fiel darauf herein, und Unglückshäher und Sperbereule poppten in meinem Hirn auf, während im Hintergrund eine Lapplandmeise warnte.
Doch das Lügenkonstrukt fiel bereits am Nachmittag völlig in sich zusammen, als es zu tauen begann, und schon am Abend war von der weißen Pracht kaum mehr etwas übrig geblieben.
Ich zeige euch diese Bilder auch deshalb, weil man ja nie mit hundertprozentiger Sicherheit schreiben kann, ob es jemals wieder so einen verfickt kalten und langatmigen Winter geben wird.
Das muss man dann auch einfach mal ausnutzen.
Das dritte Foto zeigt übrigens eine der insgesamt nur fünf Kiefern des Gebietes.
Gegen Mittag desselben Tages war ich noch kurz in der Leybucht und habe dort die Spuren diverser Strandpieper geknipst:
Rock Pipit's footprints
Am Fuße eines Teekhaufens.
Aus der Nähe:
same
Und der passende Vogel dazu:
Rock Pipit before it became cold
Nur ohne Schnee und schon Wochen zuvor aufgenommen.
Jetzt ist der Winter wohl wirklich vorbei.
Die Temperaturen haben inzwischen einen niedrigen zweistelligen Wert erreicht und wirken stabil. Trotzdem gibt es natürlich auch jetzt noch Dinge, über die man sich aufregen kann, wenn man Bock darauf hat. Die verfickten Nonnengänse zum Beispiel haben über den Winter die ganze Leybucht zugekackt. Man weiß schon gar nicht mehr, welchen Weg man noch nehmen soll, weil überall diese vielen Köttel herumliegen.
Seht doch selbst:
Barnacle Goose did that
Kurz vorm Explodieren sah ich aber etwas, das mir eine Sintflut aus Tränen der Rührung in die Augen trieb.
Es war so unglaublich unglaublich, dass es mir wohl niemand abnehmen würde, könnte ich jetzt nicht das folgende Belegfoto in die Waagschale schmeißen:
this is how Geese say hello to me
Sind sie nicht lieb?
Ich meine, sie wussten, dass ich diesen Weg mindestens zweimal die Woche gehe auf meinen Wanderungen durchs ostfriesische Outback und haben mir extra einen Gruß hinterlegt. Künftig werde ich mich also nie wieder abfällig über die ewig kackenden Nonnengänse außern.
Ich versprech's.
Seid ehrlich, so etwas habt ihr noch nie gesehen. So etwas gibt es nur hier.
Schnell noch fünfmal der KPE-Kerl:
last images for today
Heute ist der 3. März – und die KPE immer noch da.
Doch sie hat erstmalig seit ihrer Entdeckung den unmittelbaren Hafenbereich verlassen und sich auf dem Sieltief auf Höhe des Badesees niedergelassen, wo ich sie heute Morgen in Gesellschaft einiger Pfeif- und Schnatterenten umherschwimmen sah.
So oder so, irgendwann wird der Vogel zusammen mit seinen Cousins und Cousinen nach Nordeuropa fliegen, nur um dort eine Saison-Liaison mit einer sympathischen europäischen Pfeifenten-Dame einzugehen und zusammen mit dieser Hybridvögel zu zeugen und in die Welt zu setzen, die dann im Falle der Weibchen wirklich keine Sau mehr bis auf Artniveau bestimmen kann.
Spannend wird es dann erst wieder im kommenden Herbst werden, wenn sich der Trupp erneut, wie in jedem Jahr, in Greetsiel blicken lässt.
Zwei Fragen, die ich mir schon jetzt stelle, werden dann endlich beantwortet werden: Ist die KPE wieder dabei? Und: Verstecken sich in diesem Trupp jetzt auch noch Hybridvögel?
So, Kinners, das war es auch fast schon wieder.
Nur schnell noch ein letztes Bild für euch:
always remember: don't feed the ducks! Because they never pay back
Dieses Schild steht genau dort, wo die KPE im ausklingenden Winter die meiste Zeit verbracht hat.
Ich weiß gar nicht, ob es Pfeifenten gibt, die auf Brotreste stehen. Als Pfeifente isst man ja nahezu ausschließlich Gras und so weiter.
Egal, Kinners, Schluss für heute.
Pizza fertig,
Beitrag fertig,
Bauch gleich voll und somit alles gut.
Es war einmal ...
... ein Zwergschwan:
Bewick's Swan heading South on a stormy day in November 2012 at Rysumer Nacken
Der zog an einem stürmischen Tag im November 2012 über den Rysumer Nacken hinweg nach Süd.
Zusammen mit seinen 19 Kollegen.
Es war so dermaßen stürmisch an diesem Tag, dass die Vögel kaum einen Raumgewinn erzielen konnten und quasi auf der Stelle flogen. Und so war es für mich ein Kinderspiel, sie zu fotografieren.
Ich habe mich heute in dieser Rubrik ausgerechnet für dieses eine Bild entschieden, weil ich in der letzten Zeit, nämlich seit die Temperaturen deutlich über den Gefrierpunkt angestiegen sind, viele Zwerg- und auch Singschwäne gesehen habe, die es bereits wieder Richtung Brutgebiet zog. Die melodisch-melancholischen Rufe dieser beeindruckenden Vögel, die sie auch während des Zuges permanent äußern, mag ich sehr, und besonders gut passen sie zu einer weiten Moorlandschaft mit hübschem Bodennebel und gerade aufgehender Sonne.
Vor ganz, ganz vielen Jahren habe ich genau das im Hahnenmoor (Kreise Osnabrück uind Emsland) beobachten dürfen. Die vielen Blänken des Moores dienten den Vögeln seinerzeit als Schlafgewässer, und als ich am ganz frühen Morgen dort ankam, da hatten sich die Vögel noch nicht auf den Weg zu ihren umliegenden Nahrungsflächen begeben, balzten und putzten sich stattdessen noch auf dem Wasser.
Ein Erlebnis, das in meinem Hirn fest verankert ist.
Und bleibt.















































