wilde perspektiven

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Samstag, 20. August 2011

Morgenstund und so weiter

Ich wollte es einfach wissen! Und deshalb suchte ich heute am ganz frühen Morgen nach weiteren Wespenspinnen, denn wo eine ist, da sollte es auch mindestens eine weitere geben ;-)
Fündig wurde ich nicht auf dem Damm, sondern an dessen Böschungen, knapp oberhalb des Torfmoos-Schwingrasens, wo es richtig nass ist! Okay, die Spinnen hängen natürlich im Trockenen.

Insgesamt konnte ich auf einer etwa 50 Meter langen Strecke entlang dieses Dammes 26 Individuen ausfindig machen.

Hier eines der Prachtexemplare:

Alle hingen ruhig im Zentrum ihres Netzes, so wie es sich für Wespenspinnen gehört. Nur das Tier von vorvorgestern musste schon wieder hart arbeiten, hatte Frühschicht, weil wieder einmal ein Grashüpfer nicht aufgepasst hatte:




Ganz fix wickelte die Spinne ihn ein:




















































Fertig, das Paket ist verschnürt! Anschließend, nach erledigter Arbeit, kletterte das Weibchen wieder in das Zentrum des Netzes zurück, um sich vom morgendlichen Stress zu erholen. Vom ganz großen Hunger keine Spur:



























Und ich nutzte die wieder einkehrende Ruhe, um nach weiteren Tieren zu suchen. Fündig wurde ich wenige Meter weiter:





Eine Schwarze Heidelibelle wartete, in kalten Tau eingehüllt, auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen.

Nach einer halben Stunde war es endlich so weit, dann ging die Sonne tatsächlich auf, und das Moor leuchtete in schönsten warmen Farben, wie sie nur die Morgensonne kreieren kann:



Doch die Sonne wurde sogleich wieder von einer dicken Wolkenschicht verdeckt, sodass dieses überwältigende Farbenspiel leider nicht lange währte. Machte aber nix, denn es wird im Moor nie langweilig, es gibt immer etwas zu sehen oder zu hören. So zum Beispiel einen gemischten Schwalbentrupp, der sich immer wieder, unablässig tratschend, auf Birkenbüschen niederließ:



Und dann tauchte auch noch ein Eisvogel auf, den man in einem Moor nicht unbedingt erwarten kann. Schließlich zeigten sich auch noch zwei von fünf Kranichen (fünf hatte ich gestern Abend gesehen), die über mich hinwegflogen und mir zuriefen... 

Ach, das spielt jetzt keine Rolle:




Es war also wieder einmal ein richtig toller Morgen mit vielen interessanten Kreaturen und einer wunderbaren Stimmung. Allerdings ist es für meinen Geschmack schon etwas zu herbstlich, denn bei meiner Ankunft im Moor maß ich lediglich elf Grad Celsius. Und das war selbst den Moskitos zu kalt!