wilde perspektiven

wilde perspektiven

Dienstag, 27. Dezember 2011

Ich bin wieder online und funke jetzt aus EMD, aber noch ohne neue Bilder...;-(

Das Wetter ist hier in Emden unglaublich schlecht (vielleicht hätte ich in AUR bleiben sollen), ungeeignet für hübsche Bilder, und so stelle ich hier einfach eine kurze Sequenz aus einer meiner großartigen, bislang allerdings noch nicht verfilmten Geschichten rein! Denn hier greift nur meine eigene Zensur. Und die ist heute gnädig, lässt mich ausnahmsweise gewähren. Titel der Geschichte: Edgar - Soundtrack eines Lebens (aus 2007). Entnommen dem Kapitel Schillig.

Die Situation erklärende Einleitung: Edgar sitzt mit seiner neuen Bekannten in einer Pizzeria in Schillig. Nachdem das Gespräch mit Constanze etwas ins Stocken geraten ist, weil Edgar mal wieder zu schroff war, versucht er nun ein wenig holprig, die Atmosphäre wieder aufzulockern, nicht zuletzt auch, weil er sich Constanze gegenüber schuldig fühlt. Und so erzählt er Folgendes:

»Hast du gewusst, dass Adolf Hitler hier öfters Urlaub
gemacht hat?«

Constanze schreckte auf, verzog angewidert das Gesicht
und hob fragend die Brauen.

»Ja, er war mehrere Male hier, oder besser in Horumersiel,
hier gleich um die Ecke. Irgendwann Ende der dreißiger
Jahre, noch vor Beginn des Krieges, soll das gewesen sein.
Einmal hat er hier sogar ein Treffen mit seiner Hofregisseurin
Leni Riefenstahl gehabt.«

»Leni wer?« fragte Constanze erstaunt. Für den Bruchteil
einer Sekunde fühlte Edgar angesichts ihrer Unwissenheit
wieder Zorn in sich aufsteigen, doch dann besann er sich ihrer
Worte, wonach ein Mensch nicht alles wissen könne. Und so
gab Edgar einen kurzen Abriss:

»Also, Leni Riefenstahl«, viel wusste er eigentlich auch
nicht, wie er ernüchtert feststellte, »war Fotografin und hat
auch Filme gemacht. Ihr wohl bekanntester war Triumph des
Willens, der noch heute als der wirksamste Propagandafilm
aller Zeiten gilt. Als ausgebuffte Opportunistin wusste sie
stets ihre Interessen durchzusetzen, Personen der Macht auf
ihre Seite zu ziehen. Ich habe noch nie etwas von ihr gesehen,
aber auch nach dem Krieg hat es wohl an Bewunderern nicht
gemangelt. Selbst Stars wie Keith Richards oder Mick Jagger
himmelten sie an. Natürlich nur ihrer Kunst wegen, denn sie
war deutlich älter als die beiden.«
Was eigentlich nichts bedeuten muss, korrigierte Edgar sich
in Gedanken.

»Zeit ihres Lebens, und das auch wohl zu Recht, sah sie
sich heftigster Kritik ausgesetzt, weil viele Leute ihre
absolute Integrität anzweifelten. Menschen, die sich negativ
über sie äußerten, pflegte sie mit Klagen zu überziehen. Und
vor ein paar Jahren ist sie dann gestorben, ich glaube, sie war
annähernd tausend Jahre alt.«

Edgar verschränkte die Arme vor der Brust und zog die
Mundwinkel in beachtliche Höhen, weil sein Kurzreferat
schlicht beeindruckend war und ihn mit Stolz erfüllte.

»Habe noch nie etwas von ihr gehört. Und die war in
Horumersiel?« fragte Constanze jetzt mit echtem Erstaunen.

»Jau, vielleicht sogar genau an dem Teil des Strandes, wo
wir uns über den Weg gelaufen sind. Hatte ein Treffen mit
dem Psychopathen. Weiß jetzt aber nicht, warum. Jedenfalls
sollen sie abends zusammen ans Wasser gegangen sein, um
über irgendwas zu reden. Hitler soll wohl dann den Arm um
ihre Schulter gelegt und sie angebaggert haben. Doch die gute
Leni zog sich, wahrscheinlich war sie angewidert, innerlich
zusammen, und Hitler, soviel Sensibilität hatte er dann doch
noch, also, das hätte ich ihm gar nicht zugetraut, spürte das.
Also, anders ausgedrückt: Sie ließ ihn eiskalt abblitzen. Hitler
sagte dann zu seiner eigenen Rechtfertigung, dass er nichts
von ihr gewollt hat und so weiter. Dass er bis zur Erfüllung
seiner ihm von Gott zugeteilten Aufgabe keine
Frauengeschichten haben kann, dass ihn das nur ablenken
würde vom Wesentlichen. Und jetzt wird es hypothetisch.
Quasi subjektiv«, schmunzelte Edgar.

»Ich gehe ganz stark davon aus, dass Hitler, nachdem Leni
ins Haus zurückgekehrt war, daraufhin erst einmal wild
onanierend durch die Gegend gelaufen ist und den
bedauernswerten Strandhafer mit seinem verschimmelten
Ejakulat vollgespritzt hat. Er hatte bestimmt einen Samenstau,
und es soll ja bereits dunkel gewesen sein, sodass ihn
niemand hätte entdecken und bei der Gestapo denunzieren
können.«

Edgar bebte inzwischen vor Lachen, fügte aber noch an:

»Aber eigentlich glaube ich, dass Hitler
Sodomist oder sonstwas war. Und Mundgeruch soll er auch
immer gehabt haben, das habe ich mal in irgendeinem Buch
gelesen. Ich finde, er sah auch aus wie einer, der Mundgeruch
hat. So richtig faulig. Bäh! Man wird es wohl nicht mehr
herausfinden können. Und das ist auch gut so.«

»Ich bin immer mehr von dir beeindruckt! Und hatte diese
Frau denn keinen Mann?« fragte Constanze jetzt neugierig.

»Da weiß ich nichts Genaues. Nur soviel, dass sie wohl nach
einer größeren Enttäuschung, irgendwer muss sie verlassen
haben, die Männer ganz allgemein verachtete. Während diverser
Drehs in den Bergen, der Alpengreis Luis Trenker war damals
auch am Start, soll sie zahlreiche Affären gehabt, die Männer
dann aber immer nach kurzer Zeit wie eine heiße Kartoffel
fallen gelassen haben. Und jetzt kommt es: Man nannte sie
deshalb hinter vorgehaltener Hand – «, Edgar ließ jetzt
bewusst einen Augenblick der Spannung verstreichen, » – die
Reichsgletscherspalte!«

Er hatte das wohl wieder etwas zu laut gesagt, sodass einige
Gäste abermals kopfschüttelnd herüberblickten, was ihm aber
egal war. Während Constanze immer noch laut lachte,
nestelte Edgar eine Schachtel West Ice hervor und wollte
gerade eine Zigarette anzünden, als ihm einfiel, dass
inzwischen in Niedersachsen ein Rauchverbot für Gaststätten
und sonstwo verabschiedet worden war.

»Ich würde gerne eine rauchen. Die gefühlte
tausendste Zigarette heute. Und dazu muss man ja jetzt
vor die Tür. Kommste mit, oder willste lieber so lange
warten?« fragte Edgar Constanze, die daraufhin sofort
aufstand, ihre Jacke holte, sie anzog und ihn darauf
aufmerksam machte, dass sie eigentlich auch gleich zahlen
konnten. Sie standen am Tresen und warteten auf die Rechnung, 
und nachdem Constanze sie in Augenschein
genommen hatte, zahlte sie alles zusammen, Trinkgeld
inklusive. Edgar bedankte sich bei ihr, und sie gingen raus.

Das Gold des armen Mannes. Schmeckt ausgezeichnet! Und in diesem Zusammenhang wünsche ich allen Menschen im Kosmos schon mal vorab einen Guten Rutsch ins Neue Jahr 2012!

Macht was draus.

She sings, she plays piano, she performs like a goddess - she's a natural born entertainer: Lady GAGA!