wilde perspektiven

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Samstag, 4. Februar 2012

Winter in Ostfriesland

Endlich hat sich das Wetter dem seit Wochen andauernden Auftreten von Polar- und Eismöwen an verschiedenen Orten Niedersachsens angeglichen. Jetzt passen diese hochnordischen Vögel einfach besser in die Landschaft und fühlen sich bestimmt wohler. Ich will ehrlich sein, heimlich gesucht habe ich sie auch, aber wie an den vergangenen Wochenenden bin ich auch heute leer ausgegangen, diesmal in Greetsiel.



Immerhin gab es dort im Hafen einige Sturmmöwen, aber so richtig geil auf mein Toastbrot waren sie nicht, sodass ich keine Bilder von stehenden Individuen hinbekommen habe.

Und heute Morgen hat es dort auch noch geschneit:

Eigentlich wollte ich noch dem Raufußbussard in den Hauener Pütten eine weitere Chance einräumen, und er war auch tatsächlich noch da, aber leider stand er zu weit von der Straße entfernt auf einem Pfosten, machte auch keine Anstalten, das zu ändern.

Gegen Mittag war ich dann in Westerende-Kirchloog, und man glaubt es kaum, da landete doch glatt eine Bekassine auf dem Gehweg mitten im Ort, direkt vor EDEKA, irrte kurz verzweifelt umher, um dann wieder durchzustarten. Das war dann die nicht so tolle Seite dieses klimatischen Ausnahmezustands. Ich hoffe, sie hat noch eine offene und nahrungsreiche Wasserstelle gefunden, vorstellen kann ich es mir aber nicht.

Andere, wie dieser bei ganz schlechtem Licht fotografierte Kormoran aus der Emder "Hausbesetzerszene", stehen die Probleme einfach aus. Irgendwann muss es ja mal wieder tauen...


Höckerschwäne haben es zurzeit nicht so schwer; die Schneedecke ist nicht allzu dick und gibt den Weg zum tiefgekühlten Grünzeug nahezu uneingeschränkt frei. 

Gleiches gilt auch für Rehe, die heute nahezu überall zu sehen waren und meist gleich in größeren Gruppen auf den Wiesen standen.





Okay, hier waren keine :-)

Jau, und dann war da noch der Vogel des Tages, der auch mein absoluter Favorit unter allen Gefiederten ist und nun entsprechend den Titel dieser Seite für die Ewigkeit zieren darf, wenigstens im Winterhalbjahr:

Was kann es für einen Vogelgucker Schöneres geben als einen Raubwürger in einer verschneiten Winterlandschaft. Okay, vielleicht unter denselben Umständen eine zahme oder wenigstens verstörte Sperbereule, aber man muss auch mal zufrieden sein mit dem, was man zu sehen bekommt. Ist ja schließlich für lau, das Ganze.

Obwohl es heute nicht windig war, stand dieser Vogel häufig auf dem Boden herum:







Dieser Raubwürger hält sich seit Ende Oktober im Dunstkreis des Kleinen Meeres auf. Ob dieses Gebiet nun zu Riepe, Forlitz, Barstede oder Uphusen gehört, weiß ich nicht einmal, aber als Neu-Emder möchte ich es und somit auch diesen tollen Vogel eben doch meiner neuen Heimatstadt zuschanzen.

Am Abend, kurz vor Sonnenuntergang, gab es dann noch eine adulte Saatkrähe in Emden-Harsweg für mich: (Sudend) Ey, was guckst du?

Und dann, ebenda und zum Vergleich, auch noch eine Rabenkrähe:




Das war es für heute. Ich hoffe, es geht so weiter und Väterchen Frost gibt noch einmal alles.

Abschließend seien noch die beiden Hausrotschwänze von meinem Arbeitsplatz in Georgsheil erwähnt, die die von mir am Freitag auf die Fensterbank gelegten Mehlwürmer inzwischen gefunden haben und heute bei einer Kontrolle einträchtig nebeneinander eben auf dieser Fensterbank standen.

Und weil es heute so schön gewesen ist, gibt es ausnahmsweis mal einen traurigen Song vom leider verstorbenen Altmeister.