wilde perspektiven

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Samstag, 3. März 2012

Am Futterplatz des Raubwürgers

An diesem Wochenende wird sich die Sonne leider nicht mehr blicken lassen. Sollten die Prognosen auch nur halbwegs zutreffen (bis zum jetzigen Zeitpunkt ist das der Fall), werde ich morgen schweren Herzens komplett auf Bilder verzichten müssen. Ein Beinbruch ist das aber nicht, denn frei nach Boris Becker (oder besser: Titanic) gibt es noch mehr wie Fotografie auf der Welt;-)

Wie inzwischen gehabt war ich am heutigen Vormittag beim Raubwürger, der sich den oben geschilderten Witterungsbedingungen entsprechend eher blass und farblos zeigte. Hinzu kam ein frischer Wind aus Südost, der die Warten, auf denen der Vogel stand, mächtig schwanken ließ.

Da gab es reichlich Ausschuss, aber ein paar brauchbare Bilder sind dennoch dabei:



Issernichsüß?

Bilder vom Raubwürger "an" Rainfarn gibt es auch, aber Perfektion sieht anders aus:

Und hinter der ganzen Sache steckt natürlich auch ein Trick, sind Raubwürger doch wie Menschen, die auch nicht für lau arbeiten gehen. Ein kleiner Schwenk nach unten:


Wie bereits geschrieben: alles mehr oder weniger ohne Farbe ;-)

Übrigens ist das einer der ganz wenigen mir bislang begegneten Raubwürger, die eine komplett zeichnungslose Unterseite besitzen. Individuen, die auf größere Distanz sperberungslos wirkten,  zeigten aus der Nähe betrachtet eben doch mindestens eine Andeutung davon, vor allem im hinteren Bereich der Flanken.

Für jene Menschen, die mit dieser Art nicht so vertraut sind, sei noch angefügt, dass der Raubwürger einst auch in Niedersachsen ein zwar nicht häufiger, aber doch weit verbreiteter Brutvogel war. Allerdings liegt das schon viele Jahrzehnte zurück; ich selbst habe das nicht erleben dürfen. Inzwischen ist er leider sehr selten geworden, die Zahlen gehen weiter runter, und die wenigen Paare, die es noch gibt, zum Beispiel in der Diepholzer Moorniederung, werden wohl auch auf absehbare Zeit verschwinden. Ein Vogel, der Brachland zum Überleben braucht, hat es in unserer arg kultivierten und überdüngten Landschaft eben nicht leicht. Und das ist traurig!

Lange wird Mister Mäusetod wohl nicht mehr am Kleinen Meer ausharren; das Gröbste ist geschafft. Zwischen Mitte März und Mitte April wird er sich auf den Weg nach Norden begeben, vielleicht nach Schweden, Norwegen oder Russland, um dort zu brüten. Doch vorher sollte sich noch der Schnabel komplett schwarz umfärben, denn das möchte ich auch noch ganz gern knipsen.

Hier noch etwas Begeisterndes aus Hannover. Superschön!