wilde perspektiven

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Freitag, 23. März 2012

Saatkrähen am Morgen

Direkt an der Bundesstraße zwischen Aurich und Emden, etwa auf Höhe der Abfahrt Bedekaspeler Marsch, befindet sich eine Saatkrähenkolonie, auf die mein Arbeitskollege mich vor ein paar Tagen aufmerksam gemacht hat. Kurios: Mir war sie bis dahin gar nicht aufgefallen, obwohl ich seit Ende Dezember jeden Tag daran vorbeigefahren bin! Auf dem Weg zur Arbeit ist das Hirn nämlich noch nicht ein- oder bereits abgeschaltet, und auf dem Weg nach Hause war ich offenbar wochenlang blind!



Ich gehe nicht davon aus, dass es sich um eine Neuansiedlung handelt, denn einige der Nester sind doch schon recht stattlich und somit wohl älter.

Die Bilder enstanden heute Morgen, noch vor der Arbeit und auch vor Sonnenaufgang. 

Saatkrähenkolonien außerhalb von Ortschaften sind wohl eher ungewöhnlich, denn obwohl die Saatkrähe bei den meisten Mitbürgern auf wenig Gegenliebe stößt, siedelt sie doch am liebsten im "Schutze" von Dörfern und Städten. Viele Menschen mögen die stets lautstark rufenden und sehr sozialen Vögel nicht, weil sie mit den Geräuschen der Natur nichts mehr anzufangen wissen. Und dann betreiben Saatkrähen natürlich auch Stoffwechsel, kacken auf Autos (unerhört!), und schließlich werden sie durch vorsätzliches Stören am Brutplatz einfach vertrieben (man spricht von einer Vergrämungsaktion). Wie die verantwortlichen Übeltäter es heute machen, weiß ich nicht, doch in der Vergangenheit musste nicht selten die Feuerwehr anrücken, um die Nester samt Inhalt aus den Bäumen zu spritzen! Immerhin: Noch früher hätte man die Vögel wohl gleich ganz abgeknallt.

In Stadt und Landkreis Osnabrück, meiner alten Heimat, ist die Saatkrähe nur Wintergast aus Osteuropa. Es gibt dort nicht eine einzige Brutansiedlung dieses interessanten Vogels. Knapp außerhalb aber kam/kommt sie vor in Diepholz, in Hüde (Dümmersee), in Freren sowie in Haselünne (Stand 2008).  Die Kolonie in Hüde enstand übrigens erst, nachdem man einem Teil der Diepholzer Vögel aus o.g. Gründen die Rote Karte gezeigt und sie anschließend aus der Innenstadt vertrieben hatte.

Hier mal ein Bild ohne Nester:


Das Auto fährt auf der Bundestraße. Es war gar nicht so einfach, Bilder ohne PKW zu machen, denn diese Straße ist immer proppenvoll. Alle Emder arbeiten dem Anschein nach in Aurich und die Auricher allesamt in Emden. 

Aber hier hat's mal geklappt:


Die Sonne ging dann auch irgendwann auf.

Etwa in der Mitte des Bildes sieht man fünf Zaunpfosten. Wenig unterhalb davon (zwischen dem dritten und dem vierten) erkennt man etwas Längliches!

Und hier, der Bildausschnitt ist nahezu identisch, ist es weg:

Das war ein Hermelin, das auf der morgendlichen Pirsch über die Weide sprang!

Hier noch einmal die Krähenkolonie:

Vielleicht werde ich die Nester mal durchzählen, vielleicht aber auch nicht. Eines aber ist gewiss: Obwohl sich diese Kolonie im ostfriesischen Outback befindet und die schrägen Rufe der Vögel somit kaum eine Seele belästigen dürften, wird sich doch irgendwann jemand über die schwarzen Gesellen beschweren, denn es könnte ja sein, dass ein Stück Krähenkacke auf ein frisch poliertes Auto fällt.

Geile Rampensau

Wochenende!