wilde perspektiven

wilde perspektiven

Dienstag, 29. Mai 2012

Pfingsten 2012

Huhu, da bin ich wieder!

Mein Gott, was war das doch für ein herrliches Wetter an diesem Feiertagswochenende. Ganz großes Kino! Doch leider verspürten auch sehr viele andere Menschen den unwiderstehlichen Drang, an die frische Luft zu gehen. An der Knock zum Beispiel war es brechend voll, aber trotzdem kam man noch einigermaßen durch, ohne anzuecken jedenfalls. Das war schon toll.

Am Samstag-Morgen standen da doch glatt zwei Zelte am Strand:



Drum herum alles voll mit leeren Pullen (ohne Botschaft), der Strandhafer verschleiert das hier gnädig, aber am Nachmittag waren keine Spuren des abendlichen Gelages mehr zu sehen. Und das ringt mir Respekt ab, denn an diversen Baggerseen um Aurich war die anschließende Reinigung keineswegs selbstverständlich.

In Larrelt saß ich dann am Nachmittag an, und dieser Flussregenpfeifer war mein erstes Modell:

Noch nie habe ich diese Art vorsätzlich fotografiert, sie ist irgendwie immer Beifang.


Was aber nicht schlimm ist. Dann ließ sich am selben Tag auch noch ein weiblicher Kampfläufer vor meinem Tarnzelt blicken:

Am Vortag waren dort noch zwei Männchen zu sehen, aber die hatten leider schon das Weite gesucht.

Zwei Bruchwasserläufer waren auch noch da:

Und eine Hohltaube zwinkerte mir aus der Ferne zu:

Wo brüten die hier eigentlich? In Kaninchenhöhlen?

Eine weibliche Stockente zeigte mir ihr Hinterteil:

Das ist keines dieser armen Stadtviecher, die auch in Emden planlos auf den Straßen umherirren. Eine echte "Wildente" also!

Und ich konnte eines der ganz großen Geheimnisse der Ornithologie lüften! So sieht der Schnabel einer Stockente von unten aus:

Vor allem an sehr heißen Tagen tauchen Kiebitze in größeren Trupps an Wasserflächen auf, um zu trinken und zu baden. So war es auch am Sonntag. Dieser hier hatte gerade ausgiebig im Wasser geplanscht, und das Bild zeigt quasi den Schleudergang:

Auch hier sieht man noch Spuren des nassen Elements im adretten Gefieder:

Zwei der Vögel kamen dann auch noch etwas näher ran:

Und hier, auf dem folgenden Bild, drohte er einem Artgenossen:


Und überall gab es Nachwuchs zu sehen. Am Samstag waren es vor allem Stare mit ihrem ewig bettelnden Nachwuchs:

Ausnahmsweise gelang mir auch ein Bild eines Altvogels, ohne dass sich ein junger in den Weg stellte. Hier hat der Star im Moment des Auslösens die Nickhaut vor das Auge geschoben:

Sieht ein bisschen aus wie ein Alien!

Höckerschwäne haben zurzeit auch ihren Nachwuchs im Schlepptau, so wie im Wybelsumer Polder oder hier in Larrelt: 




Voll süüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüß! 

Und der hier auch:


Ein junger Säbelschnäbler:

Während die Küken den ganzen Tag bei schönstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen durch die Gegend gelaufen waren, suchten sie am Abend die Eltern auf, um gehudert zu werden. Der Grund dafür waren wie aus dem Nichts und somit blitzschnell aufziehende hochnebelartige Bewölkung sowie ein damit einhergehender heftiger Temperatursturz.

Mama wartet schon und ruft: "Los, du oller Trödelkopp. Gib Gummi, sonst holst du dir am Ende noch eine Nierenbeckenentzündung!"

Geschossen habe ich diese Bilder an der neuen Kleientnahmestelle in Wybelsum (an der Hauptstraße) aus dem Auto heraus (starke Vergrößerung). Wenige Stunden zuvor hatte ich schon einen Altvogel in Larrelt fotografiert, wo der Säbelschnäbler aber dem Anschein nach in diesem Jahr nicht brütet:


Das also wird mal aus der kleinen Federkugel werden.

Tja, ansonsten gibt es noch folgende Beobachtungen mitzuteilen: Dem ersten Distelfalter des Jahres begegnete ich am Freitag im Wybelsumer Polder. Am Sonntag dann sah  am Abend zehn Jakobskrautbären an der Knock:


Und vier Plattbäuche, die sich in der Abendsonne in einer Weide aufwärmten, um dann ab und zu einen Jagdflug zu starten:

Dieses hübsche Tier ist eine der häufigeren Libellenarten. Es ist dafür bekannt, rasch neu entstandene Gewässer mit schlammigem Grund und ohne jegliche Vegetation zu besiedeln. Vor allem die Weibchen erinnern mich auf größere Distanz immer wieder an Hornissen! Und so ganz nebenbei: Libellen stechen nicht! Nicht einmal in die Augen.

Die ersten geöffneten Blüten des so genannten Übersehenen Knabenkrautes konnte ich auch endlich finden:

Die Art konnte ich bereits im vorletzten Jahr fotografieren, an einem Baggersee in Aurich-Brockzetel.

Hornklee im Gegenlicht der Abendsonne:

Und mit der Sonne in meinem Rücken:

Und hier die frischgrünen Blätter einer mir unbekannten Blume:




Das nächste Bild zeigt einen ruhenden Austernfischer auf einem Heuballen am Knockster Tief:




Ein eher erschreckendes Bild, wie ich finde, denn es zeigt, dass wir die erste Mahd bereits wieder hinter uns haben und Weihnachten somit nicht mehr weit ist!

Dann kam ich in Emden an, kurz vor Sonnenuntergang, und machte ein Bild, das ich schon immer machen wollte. Es heißt Über den Dächern von Emden:


Ich habe keine Ahnung, um welches Gebäude es sich da in der Bildmitte handelt, aber das Rathaus ist es ganz bestimmt nicht. Ich stand auf der Brücke an der Larrelter Straße (Nähe Hauptbahnhof), und auch das nächste Bild stammt von dort, zeigt einen Blick in die Graf-Johann-Straße im Emder Stadtteil Transvaal (heißt wirklich so):


Erst zu Hause bemerkte ich die Dohlen, die da auf den Schornsteinen stehen; ein Bild, das hier im schönen Emden glücklicherweise alltäglich ist!

Und zum Abschluss noch ein prächtig blühender Weißdorn in Emden-Marienwehr:

Auch hier liegt der Teufel im Detail, denn rechts vom Busch schwimmt eine männliche Schnatterente! Diese Art ist vor allem im Westen der Stadt eine erfreulich häufige Erscheinung.

Das war's dann auch schon wieder...