wilde perspektiven

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Montag, 24. September 2012

Déjà vu

Vieles im Leben scheint sich zu wiederholen. Entsprechend sind die Arten, die ich hier heute präsentiere, auf dieser Seite allesamt (bis auf die Reiherente vielleicht) schon mindestens einmal vorgestellt worden. Doch immerhin sind die Bilder brandneu!

Eröffnen darf diesen Beitrag heute ein Grasfrosch, der auf einem Stoppelfeld auf dem weitläufigen Rysumer Nacken ziellos umherhüpfte:



Common Frog 

Auch dieses Prachtexemplar zeigte den eigentlich für Moorfrösche typischen Rückenstreifen, doch diesmal verzichtete ich auf Bilder aus der Vogelperspektive:


Die folgende Art, das Grüne Heupferd, kann man zurzeit gleich in Gruppen beim Versuch beobachten, unversehrt die Straße zu überqueren. Für viele dieser Tiere bedeutet das den sicheren Tod:

Great Green Bush-Cricket

Hier eine weitere Spanische Wegschnecke, die ich diesmal im Wybelsumer Polder fotografieren konnte:

Spanish Slug

Auf den extrem tief eingeschnittenen Entwässerungsgräben auf dem Rysumer Nacken halten sich ganz gern Reiherenten auf. Hier gleich eine ganze Familie:

Tufted Duck

Und von den sich in diesen Tagen im Wybelsumer Polder aufhaltenden vier Silberreihern konnte ich gleich drei beisammen stehend aus dem Auto heraus knipsen:

Great White Egret

Am Samstagmorgen gab es für einige Minuten unglaublichen Platzregen:

Heavy Rain

Diese Bilder entstanden an der Kleientnahmestelle nahe Wybelsum. Leider stand kein einziger Vogel auf dieser Schlammbank, doch auf einer anderen trotzten einige Sturm- und Lachmöwen völlig gelassen den Unbilden des bereits sehr herbstlichen Wetters:

Common Gull and Black-headed Gull

Millionen, vielleicht sogar Milliarden Regentropfen waren im Weg; ausreichend Schärfe konnte man da nicht erwarten, aber ich fuhr etwas näher heran, während der Regen unwesentlich nachließ:


Nach geschätzten fünfzehn Minuten war alles überstanden, und am Nachmittag schien nicht selten wieder Sonne!

Ich nutzte die sich bietende Gelegenheit, besuchte die Vögel im Wybelsumer Polder. Zunächst gelangen ein paar Bilder von einer jungen Bachstelze, die zeitweilig auch auf meinem Tarnzelt stand:

White Wagtail

Ein Portrait desselben Vogels:


Und dann tauchte ein adulter Grünschenkel auf, stellte sich ganz ruhig vor meine Linse:

Greenshank

Der rotbeinige Kollege ließ auch nicht lange auf sich warten:

Spotted Redshank

Das Licht veränderte sich ständig, weil zahlose fette Wolken wie Kontinente rasant nach Südost zogen. So schnell aber, wie es die immer neuen Situationen eigentlich erforderten, konnte ich die Belichtung nicht korrigieren, und so wurde so manches Bild etwas zu dunkel:

Mit dem nachfolgenden aber bin ich mehr als zufrieden:

Nach und nach trudeln sie ein, die großartigen Zugvögel. Auf dem Rysumer Nacken konnte ich am Wochenende u. a. folgende Arten feststellen: Bergfink, Erlenzeisig, Tannenmeise, Buntspecht (gleich acht auf einmal!), Singdrossel, Wacholderdrossel, Heckenbraunelle, Zilpzalp sowie Rotkehlchen. Daneben Steinschmätzer, Eichelhäher, Wiesenpieper, Baumpieper, Dorngrasmücke, Gartengrasmücke, Mönchsgrasmücke, Baumfalke sowie als Highlight eine Ringdrossel! Letztere an Samstag und Sonntag!

Einem diesjährigen Merlin sah ich am Sonntag in Logumer Vorwerk beim Verspeisen eines Wiesenpiepers zu. Während ich so abwesend durchs Spektiv schaute, fühlte ich mich permanent selbst beobachtet. Der siebte Sinn und so weiter! Ich muss dass hier nicht erklären, blickte mich stattdessen einige Male um, doch war niemand zu sehen. Nur ein einsamer Radlader stand da am am Fuß des Deiches und wartete auf den erlösenden Montag. Erst einige Minuten später und beim genaueren Hinsehen entdeckte ich den Grund für mein intuitives Unwohlsein:

Lady Di

Ob nun Verarschung oder aufrichtige Bewunderung: Im starren Blick einer längst Verstorbenen kann man einfach nicht entspannt Vögel gucken:

Und da behaupte noch jemand leichtfertig, hier sei nichts Neues zu bestaunen...