wilde perspektiven

wilde perspektiven

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Urlaub!

Eigentlich wollte ich bereits im Oktober für zwei Wochen nach Portugal reisen, um mir dort bestimmte Ecken anzusehen, die ich das letzte Mal vor etwa zwanzig Jahren besucht hatte.

Eurasian Lapwing

Der Urlaubsschein war bereits korrekt ausgefüllt, doch mein Chef nahm mir mit den folgenden Worten ein wenig Wind aus den Segeln: "Das ist kein Problem, Frank, kannste haben, aaaaaaaaaaaaaber im Dezember werden wir wegen diverser Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen für etwa vier Wochen schließen müssen, und wenn du nicht mit gefühlten tausend Minusstunden in das kommende Jahr gehen möchtest, dann solltest du dir das noch einmal überlegen."

Toll ist es nicht, auf den letzten Metern ausgebremst zu werden, und wenn man sich so lange auf den Urlaub gefreut hat, dann wirkt eine solche Aussage wie ein Leberhaken. Jetzt aber bin ich irgendwie froh darüber, dass es so gekommen ist, weil ich nun natürlich noch alles vor mir habe. Und eines kann ich mit Gewissheit schreiben: Ich bin wieder einmal furchtbar aufgeregt!

Morgen also ist es endlich wieder so weit. Wie die oben gezeigten Kiebitze auf dem Rysumer Nacken (01.12.2012) werde ich dem Winter wenigstens für ein paar Tage einen Haken schlagen und mich in den Süden aufmachen. Ein etwa zehnstündiger Flug ab Düsseldorf wird mich hoffentlich unversehrt in ein fernes Land bringen, in dem nicht nur so etwas wie eine Sonnenscheingarantie gegeben ist, nein, es erwarten mich darüber hinaus mindestens eine Waran-Art, eine Python-Art sowie mein erstes echtes Krokodil, sofern ich Glück bei der Suche haben sollte. Was es dort sonst noch zu sehen gibt, kann ich natürlich nicht verraten, weil es dann ja keine Überraschung mehr wäre.

Noch nie in meinem Leben bin ich über die Feiertage im Ausland gewesen und entsprechend darauf gespannt, wie es sein wird, zu Weihnachten in T-Shirt und kurzen Hosen bei etwa 25°C mit einem Schlangenhaken in der Hand durch die Gegend zu irren - ohne Lebkuchen und Spekulatius. Und ohne Tanne! Und falls ich in dieser Hinsicht wenig erfolgreich sein sollte (der Dezember ist wohl eher ungeeignet für so ein Vorhaben), dann kann ich immer noch auf die dortige Vogelwelt umschwenken, die ebenfalls sehr interessant sein dürfte. Die wäre dann aber nur ein Trostpreis für mich.

Und so sieht es hier in Emden im Moment aus (02.12.2012):

Common Buzzard waiting patiently for prey



Ein Rotkehlchen in Emden-Wybelsum scannt aufmerksam den Boden (02.12.2012):

European Robin doing the same

In der Feldflur nahe Rysum konnte ich am 3.12. einen Trupp der Hohltaube knipsen:





Stock Dove

Die Vögel suchten auf einem Acker nach Nahrung und flogen immer wieder auf:

Leider war das Licht nicht wirklich prall:

Und dann sah ich noch Nonnen- und Graugänse unmittelbar am Rand des Dorfes:

Barnacle Goose and Greylag Goose

In Riepe konnte ich am Dienstag (04.12.2012) eine Amsel fotografieren, die sich dem Anschein nach im Paradies aufhielt (Äpfel ohne Ende!):

European Blackbird

Und ich sah immerhin noch vier Zwergschwäne, die über dem Rysumer Nacken nach Süden zogen:

Bewick's Swan

Wenig später setzte der große Regen ein, der den ganzen Tag über anhalten sollte. Und auch der Wind bläst inzwischen mit großer Ausdauer. Zu allem Überfluss gab es vorgestern den ersten Schneeregen hier in Emden. Was soll ich sagen: Der Abschied fällt mir jetzt gar nicht mehr so schwer.

Allen Besuchern dieser Seite wünsche ich schon mal vorab ein paar geruhsame und vor allem friedvolle Tage mit geschätzten viertausend Kalorien pro Stunde. Dem Rest der Menschheit soll es nicht anders ergehen.


Bis schpeter also!



Dieses Schild fristet ein wenig beachtetes und somit unbefriedigendes Dasein in Logumer-Vorwerk, das bekanntlich ein Teil der Stadt Emden ist. Es steht an einer Stelle, die wohl außer mir nie ein Autofahrer passiert, und weist auf das Ende des Dorfes sowie auf die Stadt Emden hin, die als nächste Ortschaft folgen wird. Die Bereiche dazwischen aber gehören ebenfalls zur Stadt...

Ein großer Schwachsinn, wie man ihn wohl nur in Deutschland finden kann! Hiermit beantrage ich das Entfernen dieses völlig sinnlosen Hinweises am Straßenrand ;-)