wilde perspektiven

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Donnerstag, 24. Januar 2013

Winter

Seit meiner Rückkehr aus dem sonnigen Süden hat es für mich leider fast keine Gelegenheit gegeben, nach draußen zu gehen und interessante Tiere zu fotografieren. Kaum war ich zurück im kalten Emden, zog ich mir eine heftige Erkältung zu - die Bazillenschleuder stand hinter dem Tresen der Score-Tanke in Larrelt -, später blieb es unglaublich lange unglaublich dunkel. Dann kam der Winter, doch wenn ich Feierabend hatte, dauerte es nicht mehr lange bis zum Sonnenuntergang. 

Die wenigen Bilder, die ich an den Wochenenden machen konnte, sind jetzt auch nicht so furchtbar spektakulär, aber irgendwann muss ich ja mal wieder in die Tastatur hämmern. 

Der Ems-Jade-Kanal in Emden-Uphusen:




Die Insel Baltrum am sehr frühen und bitterkalten Morgen von Dornumersiel aus fotografiert:

In Ostfriesland ist es beinahe unmöglich, Landschaftsaufnahmen ohne Windenergieanlagen zu machen. Das ist mir allerdings erst vor ein paar Tagen aufgefallen. Weil es hier so platt ist, kann man selbst jenen Anlagen, die kilometerweit entfernt stehen, nicht aus dem Weg gehen. Auf den Inseln aber gibt es noch keine, sie repräsentieren somit das jungfräuliche Ostfriesland.

Nonnengänse auf dem Weg zu den Äsungsflächen:

Barnacle Goose

Hier stehen die Nonnengänse auf einer extensiv bewirtschafteten Fläche in Emden-Uphusen:


In Esens-Bensersiel war das Watt eine Woche später nahezu komplett zugefroren. Kalte Füße bekamen diese Graugänse wohl trotzdem nicht:

Greylag Goose

Im Hintergrund kann man schemenhaft Langeoog erkennen.

Im Moor nordwestlich von Aurich sieht es im Moment so aus:

Frozen bog

Von Kreuzottern kann man da nur träumen:

Aber bereits in fünf bis sieben Wochen, je nach Witterung, kann man sie wieder bewundern, was mich sehr freut.

In der vergangenen Woche kam ein Kollege ins Labor: "Frank, aufwachen, da unten in der Raucherecke ist eine Maus! Eine mit so einem fetten Arsch."

"Nicht so laut, ich bin nicht taub."

Ich schnappte mir meine Knipse, stiefelte die Treppe runter und machte ein paar Belegfotos von der Waldmaus, die immer dann, wenn sich Mitarbeiter in der Raucherecke aufhielten, aus diesem Loch in der Wand auftauchte und zu den Leuten und möglichem Essen hinüberflitzte:

Und hier kommt die Maus:

Wood Mouse

Sie lief da zwischen den Füßen der Kollegen rum und wenn sie was gefunden hatte, dann sprintete sie wieder zurück zu ihrem Versteck. 


Wie man vermuten kann, gab es dort nicht wirklich viel zu holen, konnte das Tier doch mit Zigaretten nichts anfangen. Ich spendierte ihr kurz vor Feierabend eine knusprige Brotkruste, doch wahrscheinlich hat die nicht gereicht, denn am Montag blieb die Maus leider verschollen. Eigentlich sind Waldmäuse nachtaktiv. Ein Tier, das am helllichten Tag unterwegs ist, muss schon sehr verzweifelt sein. Trotzdem war sie noch gut in Schuss, hinterließ einen gesunden Eindruck, und ich hoffe, sie ist nicht gestorben, hat lediglich ihren Wohnsitz verlagert.

Hier noch ein paar klassische Besucher des Futterhauses (aus der Konserve).

Tannenmeise:

Coal Tit

Kohlmeise:

Great Tit

Eine Blaumeise:



Blue Tit

Auch den hübschen Eichelhäher kann man hier am Futterhaus beobachten:


Eurasian Jay

Alle diese Bilder zeigen Auricher Vögel, die ich bereits im Dezember 2010 fotografiert habe.

Grünfink:

Greenfinch

Ein nordischer Gast, der Bergfink:

Brambling

Und auch der Gimpel posierte vor meinem Tarnzelt:

Bullfinch

Rotkehlchen:

European Robin

Und noch einmal verschiedene Gänse am Mahlbusen an der Knock:

Mixed flock of Barnacle Goose, White-fronted Goose, and Greylag Goose

Zum Abschluss Emden-City am frühen Morgen:

In der kommenden Woche sollen die Temperaturen endlich wieder ansteigen, hoffentlich nicht in Kombination mit Wind und Regen...