wilde perspektiven

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Dienstag, 10. Mai 2016

Rohrschwirl

In Deutschland kommen drei Schwirl-Arten vor.

Die häufigste ist der auch in Ostfriesland erfreulicherweise noch recht verbreitete Feldschwirl, den man zum Beispiel auf dem Rysumer Nacken oder in den Moorwiesen bei Aurich-Tannenhausen beobachten kann.

Art Nummer zwei ist der Schlagschwirl.

Er hat sein vorwiegend osteuropäisches Areal in den letzten Jahrzehnten nach Westen ausgedehnt und ist längst auch ein regelmäßiger Brutvogel Niedersachsens. Allerdings nur in den östlichsten Landesteilen. In Ostfriesland habe ich ihn noch nie beobachten können, sehr wohl aber jeweils einmal am Dümmer und auf dem Flugplatz Achmer

Beide Feststellungen liegen allerdings schon viele Jahre zurück.

Die dritte Art, die heute auch die Hauptrolle spielen soll, ist der Rohrschwirl.

Ihn habe ich in Ostfriesland in sieben Jahren erst viermal gesehen. Dreimal auf dem Rysumer Nacken und jetzt einmal im Moor bei Tannenhausen. Er ist, wie auch der Schlagschwirl, vor allem in den neuen Bundesländern verbreitet. Doch anders als dieser hat er früher sehr wahrscheinlich auch an den Meeren und in der Marsch Ostfrieslands gebrütet (siehe unten).


Die Binsenfläche auf dem nächsten Foto befindet sich unweit des Ewigen Meeres.

Am Abend des 29. April hörte ich erstmals in diesem Jahr und zum ersten Mal überhaupt an diesem Ort einen singenden Rohrschwirl:

rather unusual habitat of Savi's Warbler in a bog near Aurich

Dazu muss man wissen, dass diese Art eigentlich weite Schilffgebiete als Lebensraum bevorzugt.

Ich selbst hatte den Rohrschwirl jedenfalls nie zuvor in einer solchen Fläche, wie sie eher für den Feldschwirl klassisch ist, beobachten können. Deshalb schloss ich zunächst auf einen Durchzügler, der es noch nicht so genau nahm mit seinen Revieransprüchen.

Doch ich hatte mich geirrt!

Denn sogar im großartigen Svensson steht geschrieben, dass diese Art in seltenen Fällen eben auch in Binsenflächen und anderen Habitattypen in Wassernähe siedeln kann.

Und deshalb habe ich ihm den Spitznamen Moorschwirl verpasst.

So sieht er aus:




Savi's Warbler on early morning – all pictures show the same individual

Auf dem nächsten Foto sieht man schön eine klassiche Verhaltensweise aller Schwirle.

Sie machen nämlich gerne den Spagat und stehen mit einem Bein auf dem einen und mit dem anderen Bein auf einem anderen Zweig. Ganz allgemein sind diese Vögel sehr gute Kletterer. Gleichzeitig sind sie dazu in der Lage, geschickt durch die verfilzeste Bodenvegetation zu schlüpfen.

Und das tun sie auch den ganzen Tag, wenn sie sich auf der Nahrungssuche befinden. Der Rohrschwirl aus dem Moor sang nämlich nur in den Morgen- und Abendstunden. In der Mittagszeit ließ er sich nicht ein einziges Mal blicken.

Grundsätzlich sieht man Schwirle also nur dann, wenn sie ihren heuschreckenartigen Gesang vortragen.

Denn dann stehen sie zumeist auf einer exponierten Warte:

Ich deutete es bereits an, das Moor und die umliegenden Wiesen sind eigentlich der Lebensraun des etwas kleineren und nah verwandten Feldschwirls, den man im Gebiet ebenfalls gut beobachten kann.

Gleich mehrere Männchen dieser häufigeren Art halten in der näheren Umgebung des Rohrschwirls ein Revier besetzt.

Die folgende Aufnahme eines auf Sanddorn stehenden Vogels entstand aber im Wybelsumer Polder:

Common Grashopper Warbler

Der englische Name passt sehr gut; auch diese Art hat einen Gesang, der sich eher wie das Zirpen einer Heuschrecke anhört (siehe und höre weiter unten).

Im Vergleich mit dem Rohrschwirl klingt der Gesang des Feldschwirls aber deutlich heller, dünner und wässriger.


In der Nacht auf den ersten Mai hatte es leichten Bodenfrost gegeben.

Raureif schmückte diese frisch ausgetriebenen Blätter einer Moorbirke:


hoar frost decorates young leaves of a Downy Birch on early morning

Diese Pflanze, die auch jenseits des Polarkreies vorkommt, lässt sich von ein bisschen Kälte aber nicht beeindrucken.


Nichts ist schöner als die Stimmung an einem frühen Morgen.

Kühle Temperaturen, weiches Licht, Bodennebel und Tau, der die gesamte Vegetation überzieht, gibt es nur zur ganz frühen Stunde. Das unterscheidet den Morgen vom Abend, der in diesem Zusammenhang grundsätzlich nicht mithalten kann. Unterstützt wird das noch dadurch, dass man am frühen Morgen tatsächlich nur die Geräusche der Natur wahrnehmen kann. An einem abgelegenen Ort wie dem Ewigen Meer noch eher als anderswo.

Die ersten Bilder habe ich an diesem Tag schon vor Sonnenaufgang gemacht:










Herrlich, oder?

Und Feldschwirl und Rohrschwirl sangen in meinem Rücken bereits um die Wette:

Wenn dann die Sonne aufgeht, ist es oft rasch vorbei mit der schönen Stimmung.

Doch kurz nach Sonnenaufgang, wenn sich der Nebel noch nicht komplett verabschiedet hat, ist auch noch die eine odere andere hübsche Aufnahme drin:



Ohne Nebel fehlt dann einfach der besondere Effekt, also die wichtigste Zutat, wie ich finde.

Hier zum Beispiel ist das der Fall:

Im Revier des Rohrschwirls kann man neben dem Feldschwirl auch noch die Wasserralle sehen, das Blaukehlchen, die Rohrammer und mit etwas Glück einen überfliegenden Kolkraben oder Seeadler. Vor allem in Frühjahr kommen noch Krickente, Löffelente, Schnatterente und Knäkente hinzu. In den Mittags- und Abendstunden jagen Schwalben und Mauersegler über den Wasserflächen. Temmnickstrandläufer, Bruchwasserläufer und Grünschenkel legen auf ihrer Reise in die nordischen Brutgebiete eine Rast ein. Und der Baumfalke erbeutet eine frisch geschlüpfte Libelle nach der anderen,

Alle Fotos, die ich vom Rohrschwirl gemacht habe, entstanden ohne Tarnzelt und natürlich auch ohne Klangattrappe. Nach einiger Zeit kannte ich seine bevorzugten Singwarten, sodass ich mich einfach hinhockte und darauf wartete, dass der kleine Vogel sie ansteuerte.

Insgesamt zeigte sich der Schwirl nämlich wenig scheu, doch für eine formatfüllende Aufnahme, die ich gerne noch in diesen Beitrag eingebaut hätte, hat es dann doch nicht gereicht.

Lebensraumbilder mit Vogel gelangen mir jedoch einige:

Hier zum Beispiel sah es so aus, als wollte der Vogel durch seinen schnarrenden Gesang eine sich vor ihm aufbauende Nebelwand auf Distanz halten.

Und auf dem nächsten Foto predigte er mitten in seiner Binsenfläche und somit für mich unerreichbar:



Derselbe Vogel auf derselben Warte, nur eben aus einer anderen Perspektive und ohne grelles Sonnenlicht:


In einer Grauweide singend:



Zwischendurch richtete ich meinen Blick auch mal auf andere Darsteller dieses frühen Morgens.

Da waren zum Beispiel immer wieder einige Kanadagänse, die man wenigstens hören konnte, wenn man sie nicht sah:

Canada Goose

Ein Reh hielt auf einem Damm auf der anderen Seite der Blänke kurz inne, weil zuvor ein Eichelhäher lautstark gewarnt hatte:


Roe Deer

Mich hatte es jedenfalls nicht bemerkt, weil Rehe oft blind und taub sind.

Kraniche kann man inzwischen wohl in allen Mooren Ostfrieslands  sehen und vor allem hören. Ihre wehmütigen Rufe sind das Salz in der morgendlichen Suppe.

Der nahe Abelitzkanal entwässert das Moor und die umgebenden Wiesen.

Eigentlich sollte man ihn zuschütten:

Von Brücke zu Brücke geknipst, wenn man so will.

Am frühen Morgen hatte ich die Linse noch in die entgegengesetzte Richtung gehalten. Und zwar auf der kleinen Brücke im Hintergrund:

Man sieht, der Kanal ist der Nebelproduzent schlechthin.

Nicht in brauchbaren Bildern festhalten konnte ich ein Bisam-Wettschwimmen. Gleich drei Individuen paddelten den Kanal entlang, dicht hintereinander. Es war aber noch zu dunkel an diesem Morgen, sodass ich nur unscharfe Bilder hinbekommen habe. Lustig sah das aber allemal aus.


Der Rohrschwirl scheint in Ostfriesland ein eher unsteter Brutvogel zu sein. Wenn er überhaupt (noch) einer ist, könnte man ganz frech schreiben, denn sehr wahrscheinlich liegt bis heute kein einziger sicherer Brutnachweis dieser Art für die Halbinsel vor.

Viele Feststellungen der letzten Jahre gelangen zum Beispiel erst im Juni und somit relativ spät. Solche Vögel könnten bereits an einem anderen Ort weit außerhalb Ostfrieslands ein Revier besetzt gehalten haben, um es dann im Falle eines Misserfolgs in einem anderen Gebiet, eben hier in Ostfriesland, erneut zu versuchen.

Erst etwa Mitte des 20. Jahrhunderts hat der Rohrschwirl verstärkt damit begonnen, Niedersachsen zu besiedeln. Man vermutet eine Zuwanderung aus zwei Richtungen. Einerseits aus den Niederlanden, andererseits und mit geringer zeitlicher Verzögerung aus Mecklenburg-Vorpommern. Zu einer dauerhaften und stabilen Besiedlung mit einer gleichbleibenden oder gar steigenden Anzahl von Sängern ist es in Ostfriesland aber bis heute nicht gekommen.

Eher ist es so, dass die Zahl der Individuen wieder deutlich abgenommen hat. Vor allem auf der Geest ist der Rohrschwirl nach wie vor ein seltener Gast.

Merksätze: Insgesamt zeigt diese Art vor allem in Mitteleuropa eine sehr lückige Verbreitung. Und selbst innerhalb dieser kleinen, voneinander isolierten Verbreitungsinseln schwankt die Zahl der Sänger alljährlich stark.


Rohrschwirle sind sehr heimlich, wenn sie nicht singen. Darüber hinaus befinden sich ihre Brutstandorte oft in unzugänglichen Bereichen weiter Röhrichtzonen.

Das sind die Hauptgründe dafür, dass (wahrscheinlich) bis heute kein sicherer Brutnachweis für Ostfriesland vorliegt. Selbst bis zu 19 Sänger, wie sie in den Jahren vor 2001 gleichzeitig am Großen Meer auftraten, machen eine Brut zwar wahrscheinlich, ein Beleg dafür sind sie aber nicht.

Mit dem Eintreffen  eines Weibchens lässt die Gesangsaktivität des Männchens stark nach. Etwas einfacher nachweisen lässt sich eine Brut erst wieder, wenn die Altvögel ihren Nachwuchs versorgen müssen. Fütterungsflüge habe ich beim Feldschwirl jedenfalls schon oft gesehen.

Meist auf dem Rysumer Nacken.

Der hier vorgestellte Rohrschwirl sang ausgiebig vom  29. April bis mindestens zum 7. Mai. Ob er letztendlich Erfolg gehabt hat, kann ich nicht sagen. Weil Ostfriesland aber weit außerhalb des geschlossenen Areals dieser Art liegt, ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Weibchen nicht besonders hoch. Ausschließen kann man das aber auch nicht.

Wenn es zu einer Brut käme, dann jedenfalls hier:

Oder hier, ganz in der Nähe:

Ich werde versuchen, am berühmten Ball zu bleiben!


Gerade jetzt, also zur Blütezeit, fällt die Felsenbirne in den endlosen Hecken, die die Moorwiesen begrenzen, besonders auf:











likely Juneberry

Man hat sie vielerorts angepflanzt wie auch die Eberesche und den Schwarzholunder. Die beiden zuletzt genannten Arten sind allerdings echte Norddeutsche.

Um welche Art es sich im Falle der Felsenbirne genau handelt, weiß ich nicht einmal. Ich vermute, es ist die aus Nordamerika stammende Kupfer-Felsenbirne. Und ich erinnere mich daran, dass sie auch in unserem Garten in Hollage stand und ihre weichen und blau bereiften Früchte gerne von Amseln und Ringeltauben aufgegessen wurden. Ich habe sie auch immer mal wieder probiert. Wirklich abgewinnen konnte ich ihnen aber nichts.

Die zarten Blüten dieses Strauches sind weiß und fallen einfach schon von Weitem auf:


same

Hübsch auch die frischen Blätter, die zu Beginn rötlich sind und sich erst später umfärben.


Der duftende Gagel blüht ebenfalls in diesen Tagen.

Er wächst nicht in den Hecken, gedeiht stattdessen vor allem an staunassen Orten im eigentlichen Moor. Individuen an trockeneren Standorten sehen immer etwas kümmerlicher aus.

Dieser Prachtkerl aber protzte mit unzähligen Blüten an einem alten Torfstich direkt neben dem Weg:

Bog Myrtle

Und wenn die Sonne schließlich höher am Himmel steht und die Temperaturen deutlich angestiegen sind, lassen sich auch die ersten Kreuzottern blicken.

Das hier gezeigte Männchen sonnte sich im Revier des Rohrschwirls:


male Common Adder

Weil es sich schon von seiner alten Haut getrennt hatte, leuchtete das Tier in den allerschönsten Farben.

In Schwarz, Rot und Gold – äh, Grau und Weiß:

Wie die Weibchen aussehen, könnt ihr auf dem Titelbild sehen.

Der Rohrschwirl hat die Schlange übrigens auch gesehen und war mächtig von ihrer Schönheit beeindruckt.

Man sieht es ihm auf dem Bild an, die Freude über diese Begegnung steht ihm noch ins Gesicht geschrieben.

Hier noch ein weiteres Bild von diesem interessanten Vogel, der vor allem dann, wenn er sich in meiner Nähe zeigte, auf ausreichend Deckung bedacht war:








Und  noch eines, das ihn auf dem Zweig einer abestorbenen Moorbirke zeigt:


Und hier sang er in einer noch jungen und lebenden:





Im Gegenlicht des frühen Morgens:


Weil einige von euch sich vielleicht gar nicht vorstellen können, wie schräg der Gesang der Schwirle klingt, habe ich mir die Mühe gemacht und Videos von allen drei Arten auf Youtube zusammengesucht.

Der Feldschwirl singt so: klick!

Fast wie ein Heupferd, oder?

Man beachte auch, wie der Vogel während des Singens den Kopf hin und her bewegt. Wahrscheinlich macht er das, um einen möglichst  großen Bereich seines Reviers zu beschallen.

Der Rohrschwirl tut das auch, allerdings noch gleichmäßiger und etwas ruckartiger: klick!

Den abgefahrendsten Gesang aber hat der Schlagschwirl. Leider habe ich ihn erst zweimal in Deutschland gesehen und gehört: klick!

Er nimmt auch eine ganz andere Haltung ein als der Rohrschwirl, den man auf Fotos selbst dann noch erkennen kann, wenn er nur winzig abgebildet ist, eben allein anhand seiner Haltung. Weniger aufrecht und mit eingezogenem Hals dagegen steht der Schlagschwirl auf seiner Warte.

Ein tolles Filmchen übrigens von Dimitry Yakubovich!

Alle seine Videos auf Youtube sind absolut sehenswert. Ganz bestimmt hätten sie viel mehr Beachtung verdient als all diese bescheuerten Videos mit Schmink- und Shoppingtipps, die immer gleich von Millionen Menschen angeklickt werden.


Zwei letzte Bilder von der Binsenfläche. weil sie mir so gut gefallen:



































Einfach superschöne Farben, gell:

Ich hoffe, dass der Rohrschwirl am Ende doch noch Erfolg gehabt und eine Frau gefunden hat.

Nichts spricht wirklich dafür.

Aber es wäre doch schade, wenn der kleine Vogel die große und gefährliche Reise aus dem fernen Afrika nach Norddeutschland ganz umsonst auf sich genommen hätte. Nach den traurigen Berichten über einen einsamen Drosselrohrsänger und einen noch einsameren Wiedehopf wäre es endlich mal an der Zeit, in diesem Blog eine echte Erfolgsgeschichte zu präsentieren.


Oben hatte ich eine Reihe interessanter Vogelarten aufgelistet, die man mit etwas Glück im Revier des Rohrschwirls beobachten kann.

Eine weitere werde ich im kommenden Beitrag vorstellen.


Egal, ganz zum Abschluss gibt es heute jedenfalls drei Schwarz-Weiß-Bilder.

Dem Bild-Motto "Vogel in seinem Lebensraum" will ich auch hier treu bleiben.

Den Auftakt machen zwei der bereits weiter oben erwähnten Kraniche, die in größerer Entfernung in einer Pfeifengrasfläche herumstanden und mich während ihrer Nahrungssuche eher nachlässig im Auge behielten:

Common Crane

Die in Ostfriesland brütenden Vögel sind fast schon zutraulich, ganz bestimmt aber nicht so scheu wie etwa Durchzügler, wie ich sie aus anderen Regionen Deutschlands kenne. Hier, im äußersten Nordwesten der Republik, bekommt man größere Trupps während der Zugzeiten ohnehin nie zu Gesicht.


Ein Raufußbussard trödelte gleich mehrere Tage im Moor herum. Wahrscheinlich hatte er noch keinen Bock auf das kalte Skandinavien, wo er im vergangenen Jahr das Licht der Welt erblickt haben dürfte.

Mindestens vom 1. bis zum 12. Mai hielt sich der Vogel in Tannenhausen auf:

Rough-legged Buzzard looking for prey

Von ihm konnte ich leider nur einige Belegaufnahmen machen.

Eine davon zeige ich hier.


Zum Abschluss dieses Beitrages gibt es eine balzfliegende Waldschnepfe, die ich in Aurich-Brockzetel im allerletzten Licht des Tages fotografiert habe.

Nämlich einige Minuten nach Sonnenuntergang:

Eurasian Woodcock's courtship display flight few minutes after sunset

Eigentlich wollte ich ein weiteres Mal nach Knoblauchkröten suchen, doch dann vernahm ich einen mir wohlbekannten Ruf, den ich in Ostfriesland bislang nie gehört und über Jahre vermisst hatte. Das klassische und recht laute Puitzen der balzenden Waldschnepfe bekommt man auch dann noch mit, wenn Singdrossel, Amsel und Rotkehlchen ihr Abendkonzert noch nicht beendet haben.

Das leisere Quorren hingegen hört man meist nur, wenn sich der Vogel direkt über einem befindet. Am Freitagabend war es nur ein balzender Vogel, am Samstag dann aber zwei, die einander in der Luft begegneten und schließlich auch verfolgten.

Später tauchte dann wieder eine einzelne Waldschnepfe über der Lichtung auf. Insgesamt zog sie ihre Kreise etwa von 21:15 Uhr bis etwa 22:30 Uhr.

Danach ging es wohl auch für sie zu Bett.