Kinners, ich habe einen Entschluss gefasst.
Keine Panik, ich höre noch nicht auf mit diesem Kram.
Aber bei der nächsten Wahl geht mein Häkchen an die AfD!
Hundertpro.
Welche Wahl das sein wird, ist mir egal.
Eigentlich bin ich ja schon lange ein heimlicher Fan dieser zielstrebigen und progressiven Partei und ihrer Zugpferde gewesen, aber wirklich überzeugt hat mich erst ein Youtube-Video, das ich mir gerade angesehen habe.
Dieses
Video war das Zünglein an der Waage, wenn man so will, oder vielleicht
auch der Tropfen, der das Fass bis zum Bersten gefüllt hat.
In diesem Video jedenfalls fährt Bernd Höcke – er selbst behauptet ja immer hartnäckig, er heiße Björn – mit einer ostalgischen Schwalbe ganz volksnah durch den malerischen Freistaat Thüringen, und ganz viele Menschen säumen die Straßen und jubeln ihm zu.
Alle sind so unglaublich gut drauf und strahlen wie ein Atommeiler, und der azurblaue Himmel strahlt mit diesen deutschen Vorzeigebürgern um die Wette.
Blau, wie passend.
Da entsteht etwas, da möchte man
auf der Stelle mitlaufen, äh – dabeisein oder so. Auf jeden Fall ist
diese gute Stimmung ansteckend.
Meine Lieblings-AfD-Politiker sind übrigens Herr Chrupalla, Frau Weidel, Herr Bernd Höcke und allen voran Frau Wahra Zarenknecht.
Auch ein hübscher Rücken kann entzücken:
who is that?
Heute, ihr lieben Nullnummern da draußen, geht es um die großartigen Saltmeadow Small Five (im Folgenden GSSF).
Um wen genau es sich dabei handelt, werdet ihr in wenigen Minuten erfahren.
Doch zuvor gibt es für euch noch zwei Rätsel zu lösen:
what is that? Art?
Zeigt Rätsel Nummer eins etwa ein Kunstprojekt?
Hier ist auf jeden Fall ein Vogel erkennbar:
who is that?
Doch welche Art?
Egal, kennt ihr eigentlich die Big Five der Naturfotografie?
Es handelt sich hier um fünf Tierarten, die man ausnahmslos in Afrika fotografieren kann. Alle fünf gelten allein schon aufgrund ihrer imposanten Erscheinung als spektakulär, und jeder Naturfotograf, der was auf sich hält, möchte sie wenigstens einmal in seinem Leben fotografieren.
Gemeint sind der Afrikanische Büffel, das Nashorn, der Afrikanische Elefant sowie die beiden Großkatzen Löwe und Leopard.
Welches Nashorn zu den Big Five gehört, ist mir nicht ganz schlüssig, aber vielleicht sind beide Arten, also sowohl das Breitmaul- als auch das Spitzmaulnashorn, erlaubt. Warum andere, ebenfalls sehr große und, wie ich finde, spektakuläre Tiere nicht in diese Gruppierung gehören, ist mir ebenfalls ein Rätsel. Die Giraffe zum Beispiel oder das Flusspferd, aber auch das geile Nilkrokodil. Okay, würde man sie der Gruppe hinzufügen, dann könnte man nicht mehr von den Big Five sprechen oder schreiben, dann wären es schon die Big Eight.
Ich selbst bin übrigens kein Naturfotograf.
Ich sehe mich nach wie vor als einen Vogelgucker, der ab und zu auch mal ein Bild schießt. Und ich habe auch noch nie davon geträumt, die Big Five Afrikas vor die Linse zu bekommen.
Nicht einmal im Zoo.
Viel interessanter sind für mich Tiere, die auf den ersten Blick nicht so überdimensioniert daherkommen und für die man vielleicht sogar mehr Aufwanf betreiben muss, wenn man sie anspruchsvoll ablichten möchte. Denn mal ehrlich: Für die Big Five braucht man sich nur in einen Flieger zu setzen. Am Zielort angekommen, wird man es kaum verhindern können, sie im afrikanischen Outback zu finden und zu knipsen. Und in den allermeisten Fällen werden ohnehin die Dienste eines Führers in Anspruch genommen, sodass man nicht einmal mehr selber zu suchen braucht.
Aus meiner Sicht hat all das so gar keinen Reiz. Null Spannung und so weiter.
Der erste Kandidat der GSSF ist er hier:
Twite – this blog post is about the great saltmeadow small five. Five passerines breeding in the arctic and mainly wintering in the coastal saltmeadows here in Ostfriesland.
Der süße Berghänfling.
Er ist hier zahlenmäßig der mit Abstand häufigste Vertreter der GSSF und gleichzeitig ein schreckhafter und hibbeliger Vogel, den man nur sehr schwer vor die Linse bekommt. Und wenn die Linse dann auch noch recht kurz ist, wie z. B. meine, dann wird es nicht einfacher.
"Weg da, ihr Arschkrampen!"
this species always occurs in flocks
Der Berghänfling tritt als einzige Art der GSSF auch regelmäßig in größerer Zahl im deutschen Binnenland auf und hier vor allem in den östlichen Bundesländern. Doch je weiter man nach Westen geht, desto seltener findet man ihn abseits der Nordseeküste.
Noch nie habe ich einen Berghänfling hier vor Beginn des Oktober gesehen; oft tauchen die ersten Vögel sogar erst in der Mitte des Monats auf. Um die Monatswende März/April geht es dann zurück ins Brutgebiet, das sich im Falle hier überwinternder Berghänflinge wohl ausschließlich in Norwegen befinden dürfte.
Dort brütet die Art vor allem entlang der Küste in offenen Lebensräumen wie Mooren und Heiden. Ausnahmsweise ist es aber auch in Deutschland ein einziges Mal zu einer Brut gekommen; am 14. September 1960 wurde auf Helgoland die Fütterung von zwei soeben flüggen Kindern beobachtet (Quelle: Die Vogelwelt der Insel Helgoland).
Vergesellschaftet ist der Berghhänfling oft mit anderen Finken. Er kann (vorübergehend) gemischte Trupps bilden, und das vor allem mit dem Stieglitz, aber auch mit dem Grünling. In diesem Winter habe ich ihn zum allerersten Mal überhaupt zusammen mit seinem engsten Verwandten gesehen, nämlich mit dem Bluthänfling. Das kommt aber wohl nur deshalb so selten vor, weil letzterer die deichnahe Krummhörn über den Winter normalerweise komplett räumt, bevor der Berghänfling überhaupt hier eintrifft.
Man kann den Berghänfling aber auch zusammen mit den anderen Vertretern der GSSF antreffen. Und das ist vor allem während und im Anschluss an Sturmfluten der Fall, wenn angespülter Teek für ein reiches Nahrungsangebot sorgt.
Es folgt der Strandpieper:
Rock Pipit is a common saltmeadow bird in winter
Der lässt sich nur ganz, ganz selten im Binnenland blicken.
Er ist dort eine echte Ausnahmeerscheinung!
Und selbst eine Begegnung mit ihm irgendwo im zentralen Ostfriesland, also nur etwa 20 bis 30 Kilometer von der Küste entfernt, wäre schon eine echte Sensation.
Der Strandpieper tritt tatsächlich dermaßen selten abseits der unmittelbaren Küste auf, dass jede Beobachtung sauber dokumentiert einer entsprechenden Kommission vorgelegt werden sollte. So jedenfalls wird es verlangt, wenn ich mich nicht irre.
Und das auch völlig zu Recht, denn die Verwechslungsgefahr mit anderen Arten, die im Binnenland häufig sind, ist zeimlich groß!
Der Strandpieper tritt, wie ja auch die anderen Vertreter der GSSF, vor allem auf der Seeseite des Deiches auf. Und er ist die Art, der man dort am ehesten begegnet. Und das, obwohl der Strandpieper zahlenmäßig weit hinter dem Berghänfling zurücksteht. Wie kann das also sein? Ganz einfach, der Berghänfling tritt fast immer in Trupps oder gar Schwärmen auf, und so einen Schwarm muss man erst einmal finden.
Der Strandpieper dagegen ist eher eine Art, die kleinere Truppgrößen bevorzugt. Dafür nutzt er aber wirklich jeden Quadratmeter des Hellers für seine Zwecke und die Vögel verteilen sich deshalb gleichmäßiger, sodass man nie lange warten muss, bis einem mindestens ein Einzelindividuum begegnet.
"Dieser Vogel ist ein einsames ernstes Geschöpf, das sich weder um Seinesgleichen, noch um andere Vögel kümmert."
So charakterisierte Heinrich Gätke den Strandpieper in seinem Buch Die Vogelwarte, erschienen im Jahr 1891.
Doch hier muss ich dem Altornithologen ausnahmsweise mal widerschreiben.
Der Strandpieper ist alles andere als ein Eigenbrötler, auch wenn er hin und wieder allein unterwegs ist! Denn wie der Wiesenpieper tritt auch er fast immer in Gesellschaften auf, die aus fünf bis fünfzig Vögeln bestehen; an stürmischen Tagen mit hoch auflaufendem Wasser können es aber auch schon mal über hundert beisammen sein.
Und er meidet auch keineswegs die Nähe zu anderen Bewohnern der Salzwiese (siehe oben und unten). Jedenfalls habe ich ihn bereits zusammen mit allen anderen Vertretern der GSSF beobachten können. Besonders oft aber im lockeren Verbund mit dem Wiesen-, deutlich seltener auch mit dem Bergpieper, die aber beide nicht zu den GSSF gezählt werden können (siehe unten).
Ein weiteres Bild:
another specimen
Der Strandpieper hat im Winterquartier einfach eine Schwäche für einen salzigen Lebensraum.
Und selbst vor einem Spaziergang im Watt schreckt er nicht zurück. Und das vor allem dann, wenn das Wasser gerade abläuft und irgendwelche winzigen Nahrungspartikel auf dem Schlick zurücklässt.
Die ersten Strandpieper kann man hier in Ostfriesland bereits Mitte September beobachten. Damit lässt sich dieser Vogel unter den GSSF im Herbst mit Abstand am frühesten hier blicken. Vor allem in den Monaten März und April findet der Hemzug statt.
Die Brutgebiete von in Ostfriesland überwinternden Strrandpiepern befinden sich vor allem in Norwegen, aber wohl auch in Schweden und Finnland. Zumindest sind mir hier in den vergangenen Jahren Vögel mit Ringen aus allen drei Ländern vor die Linse gelaufen. Ob es ab und zu auch britische oder gar bretonische Individuen (der Nominatform!) nach Ostfriesland verschlägt, muss offen bleiben.
In Deutschland hat der Strandpieper bislang mindestens zweimal gebrütet, 1999 auf Helgoland und ein Jahr später auf Rügen. Auf Helgoland bestand im Jahr 2000 darüber hinaus Brutverdacht.
Achtung, Farbe:
likely Orange Peel Fungus
Am Ufer eines Entwässerungsgrabens in Norden-Westermarsch II leuchteten mir am 3. Dezember diese Pilze entgegen.
Ich gehe davon aus, dass es sich hier um den Gemeinen Orangebecherling handelt.
Nur zwei Wochen später befanden sich diese Biester im Oranje-Trikot bereits unterhalb der Wasseroberfläche, weil der Dezember mal wieder Dezembersachen gemacht hat. Dieser verfickte Monat ist immer der dunkelste und regenreichste des ganzen Jahres. Es ist der Monat, in dem man seine Kamera nicht an ihre Leistungsgrenze führen kann, weil es auch tagsüber oft nicht wirklich hell wird.
Und das ist auch der Grund dafür, dass es so lange gedauert hat, bis ich endlich einen neuen Bericht eintüten konnte. Gemeint ist der über den Waschbärhund. Hinzu kommt, dass ich von einem der Vertreter der SSF bis heute kein wirklich erbauliches Bild hinbekommen habe, die Hoffnung aber nicht so schnell aufgeben wollte.
Gänseblümchen:
Daisy does not care for winter. It flowers the year round
Diese Aufnahmen entstanden während einer kurzen Frostperiode um Weihnachten herum.
Das Gänseblümchen ist eine der ganz wenigen heimischen Blumen, die wirklich ganz regulär ganzjährig blühen. Eigentlich fällt mir auf die Schnelle überhaupt keine zweite Art ein, bei der das so selbstverständlich ist wie beim Gänseblümchen.
Und weil diese sehr häufige Art bei den meisten Menschen kaum Beachtung findet, sondern eher als ein Signal dafür gedeutet wird, dass der Rasen rund ums Haus ganz fix wieder rasiert werden muss, gibt es jetzt noch ein drittes Bild.
Ebenfalls mit schmückendem Rauhreif auf dem Blütenstand:
same
Ein Löwenzahn:
in comparison to Dausy blooming Dendelion on Christmas is rather an exception
Ich fand ihn neben einem Weg, der den Störtebekerkanal entlangführt.
Auch der Löwenzahn kann ganzjährig blühen, und er tut das vor allem auf Flächen, die permanent gemäht werden. Dort, wo ich dieses Exemplat gefunden habe, wird aber nicht oder sogar nie gemäht, weshalb ich wirklich überrascht war, als ich die Pflanze am 2. Weihnachtstag entdeckte.
Ein echter Farbtupfer im tristen Wintergrau!
Anders als beim Gänseblümchen stellen im Winter blühende Individuen des Löwenzahns aber eher eine Ausnahme dar; die Hauptblütezeit fällt in die Monate April und Mai.
Empörung am Wegesrand:
pole with face
Weit aufgerissene Augen, mit den Lippen ein O geformt!
Hatte hier etwa Edvard Munch seine Finger im Spiel?
Eher nicht.
Viel mehr war dieser Zaunpfosten mit dem, was ich wenige Sekunden zuvor gemacht hatte, nicht einverstanden. Und er zeigte es mir auch ganz deutlich, wie ihr sehen könnt.
Meine Blase wäre beinahe geplatzt, und deshalb musste ich Druck ablassen. Ich habe dem Zaunpfosten quasi auf die Füße gepieselt wie schon tausendmal zuvor, und das, was ihr auf dem Bild sehen könnt, war seine Reaktion darauf. Doch damit nicht genug: Alle Zaunpfosten hatten das mitbekommen und schauten mich plötzlich so an. Und deshalb bin ich ganz fix den Deich hochgeklettert, um ihren tadelnden Blicken zu entkommen.
Die dritte Art der GSSF ist die Ohrenlerche:
Horned Lark is a regular winter bird in the saltmeadows of the North Sea
Sie ist quasi der Clown unter den winterlichen Salzwiesenbewohnern.
Dieser Vogel ist sehr schwierig zu fotografieren.
Zumindest dann, wenn man gewisse Ansprüche an die Qualität der Bilder stellt. Und die Ohrenlerche hat ganz offensichtlich eine Tarnzelt-Allergie.
Von ihr habe ich bis heute kein einziges Foto schießen können, das mir auch nur im Ansatz zusagt, dafür aber schon so einige, die man trotzdem zeigen kann, wenn es an echten Alternativen mangelt.
Auf dem folgenden seht ihr einen Trupp, der auf dem Asphalt des Teekabfuhrweges der Leybucht badet:
bathing in the clay dust on the road
Das, was ihr da seht, funktioniert aber nur an Tagen, an denen die Straße knochentrocken ist.
Dann baden die Ohrenlerchen an diesem Ort zu nahezu jeder Tageszeit und auch etliche Male am Tag. Das geht dann wirklich von morgens bis abends so. Immer wieder kehren Ohrenlerchen-Tupps an solch geeignete Orte zurück, um geschlossen der Gefiederpflege nachzugehen.
Die Vögel schieben und wälzen sich regelrecht über den harten Grund, und es sieht immer so aus, als mache ihnen das Baden auf der Straße so richtig Spaß.
Doch wie ist das überhaupt möglich?
Auf dem Asphalt befindet sich eine hauchdünne und fürs menschliche Auge kaum sichtbare Schicht aus Kleistaub. Sie entsteht, wenn LKW Klei für den Deichbau abtransportieren. Klei ist im Prinzip nichts anderes als getrockneter Schlick oder eben Ton, seine Korngröße entsprechend gering. Der kleinste Windhauch genügt, um Kleistaub aufzuwirbeln.
Und dann landet der eben auch auf dem Asphalt.
Bislang habe ich dieses Asphaltbaden nur bei der Ohrenleche beobachten können. Bei ihr aber alljährlich und sehr häufig und an vielen verschiedenen Orten entlang des Deiches. Andere Vögel sind bislang dem Anschein nach noch nicht auf so eine Idee gekommen, und selbst die Feldlerche, die in den Salzwiesen der Leybucht noch erfreulich zahlreich vorkommt, macht so etwas nicht.
Steht Kleistaub gerade mal nicht zur Verfügung, hat man als Ohrenlerche noch einen anderen Pfeil im Köcher.
Man zupft und zieht an den Blättern und Halmen der überall zwischen den Steinpackungen wachsenden Binsenquecke und befördert so den zwischen den Fugen versteckten Sand nach oben. Kleinste Mengen reichen aus, und es kann losgehen mit dem Bad! Auch das habe ich schon oft beobachtet, eben dort, wo es Steinpackungen gibt, wie etwa entlang des Deiches zwichen Hamswehrum und Manslagt.
Wie der Strandpieper ist auch die Ohrenlerche im Binnenland ein echter Ausnahmegast, wenn auch vielleicht nicht ganz so extrem selten. Und auch sie würde man bereits im zentralen Ostfriesland vergeblich suchen. Sehr interessant vor diesem Hintergrund ist der sauber belegte Fund einer Ohrenlerche auf dem Feldberg (Schwarzwald) in 1400 Meter Höhe am 17. Januar 2026 (Quelle: Naturgucker).
Im Herbst sieht man die ersten Vögel nur ausnahmswiese vor dem Beginn des Oktober. Im Grunde stimmt die Erstankunft mit jener des Berghänflings perfekt überein. Der Heimzug beginnt hier sehr wahrscheinlich bereits Ende März, doch auch noch bis weit in den Mai hinein kann man an der Krummhörner Küste Ohrenlerchen antreffen.
Als ein sehr geselliger Vogel sucht die Ohrenlerche fast immer zusammen mit Artgenossen nach Nahrung, aber auch mit den anderen Vertretern der GSSF. Darüber hinaus kann man sie auch gemeinsam mit der Feldlerche Nahrung suchen sehen, vor allem in der Leybucht.
Diese hübsche Ackerschnegge glitt geschmeidg wie ein Luftkissenboot über den Asphalt:
Deroceras spec.
Gesehen habe ich dieses Biest am 10. Dezember 2025 auf einer taunassen Straße bei Neuwesteel.
Oh, ein winziges Hündchen:
Hündchen in da vehicle waiting for mommy
Kurz vor Weihnachten sah ich dieses kleine Wesen hinter der Windschutzscheibe eines auf dem Lidl-Parkplatz in Pewsum abgestellten PKW.
Ich war mir erst nicht sicher, ob es ein lebendiges kleines Wesen war oder ein Kunstprodukt aus Polyesterfell, doch dann bewegte es sich plötzlich und fing wild zu kläffen an. Man kennt das gerade von so kleinen Hunden. Und kleinen Menschen. Wäre die Möglichkeit dagewesen, dann hätte sich das Tier ganz bestimmt in meiner Wade festgebissen, aber glücklicherweise war der PKW fest verschlossen. Keine Chance für den Kampfhund.
Handys und Adventskalender waren hier übrigens nur schmückendes Beiwerk.
Es folgt die vierte Art der GSSF:
male non-breeding Snow Bunting
Genau, die hübsche Schneeammer!
Zahlenmäßig nimmt sie zusammen mit der Ohrenlerche wohl den dritten Platz ein.
Auch sie ist gesellig und tritt, wenn möglich, in Trupps auf, meistens bestehend aus zehn bis 200 Individuen. Die Schneeammer taucht viel seltener als der Berghänfling im Binnenland auf, gleichzeitig aber auch sehr viel regelmäßiger als Ohrenlerche und Strandpieper. Und wenn sie dort entdeckt wird, dann handelt es sich fast immer um einzelne Individuen.
An der hiesigen Küste sucht sie vor allem entlang des Sturmflut-Spülsaumes nach Nahrung, also am Fuße des Deichs, geht aber auch in die Salzwiesen hinein, wenn der Hunger sie treibt. Im Grunde gibt es hier kaum einen Unterschied zu den drei zuvor gezeigten Arten, wenngleich sie sich schon deutlich seltener auf Flächen entlang der anderen Seite des Deiches blicken lässt!
Anfang Oktober, oft aber auch erst in der Mitte des Monats, kommen die ersten Schneeammern hier im westlichen Ostfriesland an, und fast immer sieht man zunächst nur Einzelvögel.
So wie dieses hübsche Männchen, das ich am 18. Oktober 2014 auf dem Deckwerk bei Pilsum angetroffen habe:
another male
Die Masse der Vögel trifft hier aber erst ab der zweiten Oktoberhälfte ein.
Auch im Falle der Schneeammer dürfte der Heimzug vor allem in den Monaten März und April über die Bühne gehen. Jedenfalls ist mir diese Art hier noch nie im Mai begegnet!
Die Schneeammer sucht nicht selten gemeinsam Nahrung mit Ohrenlerche, Berghänfling und Strandpieper.
Wie es sich mit der folgenden Art verhält, könnt ihr dort nachlesen.
Gemeint ist die etwas kleinere Cousine der Schneeammer:
male non-breeding Lapland Longspur
Die Spornammer.
Von allen fünf GSSF-Arten ist sie hier die mit Abstand seltenste.
Immerhin ist die deichnahe Krummhörn, neben Helgoland, quasi der Spornammer-Hotspot der ganzen Republik. Nirgends sonst wird diese Art, eben abseits vom Fuselfelsen, so regelmäßig festgestellt wie hier. Und das liegt vor allem an einer einzelnen Person.
Und die schreibt gerade diesen Bericht.
Dass wir einander nicht missverstehen, die Spornammer dürfte entlang der ganzen deutschen Nordseeküste und vielleicht auch an der Ostseeküste ein regelmäßiger Durchzügler und auch Wintergast sein, doch anscheinend kennen viele Beobachter weder den Vogel noch seine markanten Rufe. In Schillig, also am aneren Ende der ostfriesischen Halbinsel, habe ich sie jedenfalls auch immer gefunden, wenn ich zur richtigen Jahreszeit dort war.
Wann genau im Herbst hier der Wegzug eingeläutet wird, kann ich aber trotzdem nicht schreiben. Ich selbst habe hier die ersten Spornammern jedenfalls immer erst im Oktober gesehen. Von den der ostfriesischen Küste vorgelagerten Inseln – wenn sich dort viele Beobachter aufhalten – werden aber oft auch schon im September erste Durchzügler gemeldet.
Die Spornammer tritt hier meist einzeln, zu zweit oder zu dritt auf, doch in manchen Wintern kann es auch zu größeren Ansammlungen kommen.
Und wenn es geeignete Nahrungsflächen gibt, dann kann man mit ganz viel Glück auch schon mal einen Trupp mit über zwanzig Vögeln finden! So ist das zumindest am 28. März 2021 der Fall gewesen, als ich auf einem Gerstestoppelfeld zu Füßen des Deiches bei Manslagt unglaubliche 28 Spornammern beobachten konnte.
In einem Trupp!
Als ich die Vögel versehentlich aufscheuchte, da erklang ein einziges Knattern!
Das Frühjahr 2021 und auch bereits den vorausgegangenen Winter über hielten sich auf diesem Stoppelfeld permanent Spornammern auf. Nie zuvor hattte ich diese Art täglich beobachten können. Und möglicherweise hatte das mit einem perfekten Nahrungsangebot zu tun, doch es hat sich um eine Ausnahme gehandelt, und sehr wahrscheinlich ist das einer veränderten Herangehensweise in der Landwirtschaft geschuldet.
Früher, also in meiner Kindheit, durften Stoppelfelder auch schon mal überwintern – es war sogar die Regel, wenn ich mich recht erinnere –, doch heute werden die Äcker auf der Stelle umgepflügt und oft auch schon neu eingesät, sobald die Ernte des Getreides abgeschlossen ist.
Alles muss eben immer schneller gehen.
Der Heimzug der Spornammer findet wohl vor allem in den Monaten März bis Mai statt. Das für mich bislang späteste Individuum, es war ein trödelndes Männchen, beobachtete ich am 1. Mai 2021, eben auf dem Gerstestoppelfeld bei Manslagt. Zuvor hatten sich am selben Ort bereits über eineinhalb Wochen ein anderes Männchen sowie eine Dame aufgehalten.
Und dieses Männchen war besonders zutraulig gewesen:
this confiding male Lapland Bunting had a longer rest on a stubblefield close to the dike near the village of Manslagt in April 2021
Hier geht es zu einem separaten Bericht über diesen Vogel: klick!
Auch die Spornammer mag Gesellschaft.
Mangelt es an Artgenossen, sucht sie schon mal die Nähe zu anderen Singvögeln. Besonders oft ist sie mir in Begleitung von Ohrenlerche und Strandpieper begegnet, aber auch mit Rohrammer, Feldlerche und Berghänfling.
Kurioserweise habe ich sie aber noch nie gemeinsam mit ihrer nächsten Verwandten angetroffen, also mit der Schneeammer. Irgendwie scheinen diese beiden Arten einander auszuschließen, obwohl ich schon mal entsprechende Meldungen auf Ornitho gesehen habe, also dass Leute angegeben haben, beide Arten nebeneinander beobachtet zu haben.
Mir ist das aber bislang nicht vergönnt gewesen.
Ohrenlerche, Schneeammer und Spornammer haben im Gegensatz zu Berghänfling und Strandpieper noch nie in Deutschland gebrütet. Und ich lehne mich jetzt nicht wirklich weit aus dem Fenster hinaus, wenn ich schreibe, dass das auch niemals passieren wird.
Quintessenz: Im Falle der GSSF handelt es sich also ausnahmslos um Singvögel, die im hohen Norden brüten und zumindest in Deutschland vor allem in den Salzwiesen der Nordseeküste überwintern. Im Winterquartier eint sie also eine ausgeprägte Vorliebe für baumfreie und offene Lebensräume, die im besten Fall auch ein wenig salzig sind.
Das Salz selbst wiederum dürfte aber wohl nur im Falle des Strandpiepers eine gewichtige Rolle spielen, die anderen vier Arten überwintern in anderen Regionen der Erde schließlich auch abseits der Küste in großer Zahl, Schnee- und Spornammer im Steppengürtel Nordamerikas und Asiens sogar in riesigen Schwärmen!
Für sie sorgt das Salz im Heller auf großer Fläche für einen geschlossenen Teppich aus Wildkräutern und Gräsern, die dort darüber hinaus auch noch blühen und fruchten dürfen und so für einen reich gedeckten Tisch sorgen.
Schon auf der anderen Seite des Deiches, also nur wenige Meter vom Heller entfernt, sieht es komplett anders aus. Dort fehlen solch große Flächen mit geeigneten Pflanzengesellschaften – es gibt da schließlich nur Intensivlandwirtschaft und Siedlungen –, und die kleinen werden gemäht, lange bevor die Pflanzen Samen bilden können.
Die Seeseite des Deiches wird also von allen fünf Arten eindeutig bevorzugt, doch trotzdem lassen sie sich sehr wohl auch auf der Landseite blicken, aber so gut wie nie weit vom Deich entfernt. Vor allem während und unmittelbar nach heftigem Sturm aus westlichen Richtungen mit einhergehender Sturmflut werden dort Äcker für die Nahrungssuche genutzt.
Meistens aber nur vorübergehend.
Die besten Chancen, die GSSF in Ostfriesland zu finden, hat man also dann, wenn man auf dem Deichrücken spaziert und von dort oben aus die Salzwiesen auf der einen und die Äcker auf der anderen Seite im Blick behält.
Zu guter Letzt gibt es noch eine weitere Verbindung zwischen den Mitgliedern der GSSF: Kein hiesiger Jäger hat jemals von ihnen gehört.
Ein Wiesenpieper:
Meadow Pipit does not belong to the Saltmeadow Small Five, because he breeds everywhere in Germeny and is not restricted to saltmeadows
Diese ersten beiden Bilder vom Vogel wirken unterhalb des Kopfes etwas unscharf.
Und das sind sie auch, denn da stand eine Wand aus Halmen und Blättern im Weg. Auf dem folgenden dritten Foto war das Problem nicht mehr aktuell, hatte der Vogel doch inzwischen einige Schritte ins Freie zurückgelegt.
Der so zart und zerbrechlich wirkende Wiesenpieper gehört übrigens nicht zu den GSSF.
Denn er ist ein regulärer Brutvogel Ostfrieslands und sogar der ganzen Republik und auch im Winterhalbjahr keineswegs an die Salzwiese oder deichnahe Flächen gebunden. Man kann ihm hier das ganze Jahr über nahezu überall begegnen.
Niedlich:
same
Das zweite Rätselfoto ganz oben zeigt übrigens diese Art und sogar diesen Vogel, der kurz zuvor ein Bad genommen hatte und sich daraufhin kräftig schüttelte.
Oh, wieder mal ein Bergpieper:
Water Pipit is not part of the Daltmeadow Small Five either, because he prefers fields with freshwater puddles on the other side of the dike and does not breed in the North, but in mountainous regions like the Alpes on high altitudes
Auch er kann nicht der in diesem Bericht behandelten Gruppe zugeordnet werden.
Er bevorzugt nämlich im Gegensatz zu den GSSF ganz klar die Landseite des Deichs, freilich ohne die Salzwiesen komplett zu meiden, und brütet nicht etwa im Norden, sondern in den Hochgebirgen Europas und Asiens. Im Winterhalbjahr kann man ihn in ganz Deutschland auf geeigneten Flächen finden, und das gilt auch für Ostfriesland und somit auch für dessen zentralen Bereich. Der Bergpieper gehört zu den wenigen Vogelarten der Nordhalbkugel, die im Herbst auch nördlich ihrer Brutgebiete überwintern.
Ein Kerl im Prachtkleid:
male in breeding plumage
Es folgen weitere Bilder vom Berghänfling:
Twite one more time
In der Leybucht hielt sich bis zum fiesen Wintereinbruch Anfang Januar ein Trupp auf, der aus mindestens 5000 Individuen bestand!
Das war aber nur am frühen Morgen der Fall, wenn die Vögel ihren Gemeinschaftsschlafplatz verließen. Im Laufe des Vormittags bildeteten sich aus diesem einen großen Trupp ganz viele kleinere, die sich über die gesamte Leybucht verteilten und gegen Abend wieder zu einem großen zusammenschlossen.
Seit dem Kälteeinbruch mit "Bombenzyklon" Elli sieht man in der Leybucht aber nur noch wenige hundert Individuen. Was aus der großen Masse geworden ist, lässt sich nur vermuten. Ich denke, die meisten Berghänflinge sind nicht etwa gestorben, sondern einfach dem Schneetreiben ausgewichen.
Ihr könnt ja mal schätzen:
a flock of Twite at so called Leybucht, but how many specimen?
Allein der hier in Bildern gezeigte Berghänfling-Schwarm in der Leybucht, aufgenommen vor der Frostperiode, beinhaltete mehr Individuen, als es Strandpieper insgesamt zwischen Emden und Norddeich gibt:
Rückenwind:
wind from behind
Weil man als Strandpieper wohl am Boden oder zumindest in Bodennähe pennt, kann es schon mal passieren, dass sich über Nacht Rauhreif auf der Oberseite bildet.
Hier war immerhin noch das Steuer des Vogels vereist:
iice on da tail
Und beim folgenden Individuum gab es zusätzlich noch welches auf den Schirmfedern zu sehen:
ice on da tail and on da tertials
Hier auch:
same
Ich finde es erstaunlich, dass sich auf dem Gefieder eines Strandpiepers überhaupt Eis bilden kann!
Ich habe vor Jahren auch schon mal eine Heidelerche fotografiert, die am frühen Morgen mit nahezu komplett vereister Oberseite vor meinem Versteck auftauchte. Gestört hat sie das aber nicht. Die Körpertemperatur beträgt bei Vögeln etwa 40 Grad Celsius. Wenn sich Rauhreif zum Beispiel auf dem Mantel bilden kann, also nur wenige Millimeter vom warmen Vogelkörper entfernt, dann zeigt das eigentlich nur, wie unglaublich gut Federn isolieren und somit auch an sehr kalten Tagen vor Auskühlung schützen!
Es geht aber auch ohne Rauhreif auf den Federn:
another specimen
Die Zahl der Strandpieper vor meinem Versteck nahm mit jedem Tag zu.
Anfangs war es einer, am Ende über 20!
Und weil diese Vögel sehr futterneidisch sind, gönnen sie ihren Kollegen nicht einen einzelnen Mehlwurm. Es war ein ewiges Hauen und Stechen, jeder verfolgte und attackierte wirklich jeden. Um nicht permanent angegriffen zu werden von anderen Strandpiepern, versteckten sich die meisten Vögel an verschiedenen Orten. Besonders beliebt waren hier kleine Senken im tiefen Schlick, die ich zuvor mit meinen Stiefeln hinterlassen hatte.
Das sah dann so aus:
hidingWie der Vogel hier in meine Richtung schaut!
Grimmiger oder wenigstens empörter ginge es kaum.
Und auch das Dach meines Tarnzeltes war bei den Strandpiepern immer wieder angesagt:
standing on my hide
Doch zwei Strandpieper zur selben Zeit am selben Ort, das konnte nicht lange gut gehen:
fighting
Und dort oben haben die Vögel auch ihre Spuren hinterlassen:
Rock Pipits did that
Diese kleinen Mistviecher.
Auf den Pfosten eines nahen Zaunes, wo die Strandpieper immer geduldig darauf warteten, dass ich ihren Tisch decke, sah es auch nicht besser aus:
waiting for me to give some food
Seht selbst:
kind of art – Rock Pipits did this to the pole
Womit nun auch das erste Rätsel gelöst ist.
Es handelt sich tatsächlich um Kunst!
Der Köttel oben rechts sieht fast schon wie eine auf dem Kopf stehende Sinuskurve aus. Wer den herausgepresst und so sauber auf dem Pfosten abgelegt hat, der muss schon so eine Art moderner Joseph Beuys sein.
Strandpieper sind also doch keine Dreckspatzen:
Rock Pipit
Wie man sich doch täuschen kann.
Als Ohrenlerche hat man übrigens überhaupt nichts gegen Schnee:
Horned Lark in da deep snow
Wenn man im Mai ins Brutgebiet zurückkehrt, dann sieht es dort in der Regel ja auch nicht anders aus.
Im ausklingenden Januar konnte man sehr schön beobachten, wie sich die Ohrenlerchen den Zugang zur Nahrung durch die geschlossene Schneedecke hindurch einfach freischaufelten. Auch hier war es der von der zuvor tobenden Sturmflut hinterlassene Teek, der die Vögel mit Nahrung versorgte.
Und deshalb wurde nahezu auschließlich entlang eines schmalen Streifens oder einer Linie parallel zur Deichstraße gegraben:
digging for food, Horned Lark did this
Andere Vogelarten haben von den malochenden Ohrenlerchen profitiert.
Und dort, wo ich dieses Foto geschossen habe, war das vor allem die geile Goldammer.
Und das war es auch fast schon wieder für heute, Kinners.
Aber eben nur fast, denn während ich das alles geschrieben habe, ist mir doch glatt eingefallen, dass Frau Zarenknecht gar keine AfD-Politikerin ist!
Wie konnte ich mich da so dermaßen vertun?
Okay, so ganz viele Unterschiede gibt es nicht in den Parteiprogrammen von AfD und BSW. Ich meine, selbst Bernd Höcke hat ganz offensichtlich eher die Gemeinsamkeiten erkannt, als er Frau Zarenknecht das Angebot unterbreitete, der AfD beizutreten. Warum die Alte das abgelehnt hat, wird ihr Geheimnis bleiben.
Vielleicht möchte sie einfach nur nicht eine von vielen sein.
Beide Parteien kann man als die verlängerten Arme Putins bezeichnen, die nach unserer Demokratie greifen. Und kurioserweise hat der Kremlzwerg keine Probleme damit, mit deutschen Nazis, wie sie in der AfD durchaus vorkommen sollen, anzubandeln, während er vorgibt, sie in der Ukraine zu bekämpfen.
Das kann man sich nicht ausdenken!
Und Frau Zarenknecht ist wirklich voll auf Putin-Linie. Zwar bezeichnet sie den Krieg in der Ukraine als völkerrechtswidrig, aber immer erst dann, wenn ein Moderator sieben- bis zwanzigmal nachgehakt hat. Ganz offensichtlich fällt es ihr schwer, das Verhalten des Kreml zu verurteilen. Zwar gibt sie vor, den Krieg beenden zu wollen, um Menschenleben zu retten, spricht der Ukraine aber gleichzeitig das Selbstverteidigungsrecht ab, indem sie einen Lieferstopp von Waffen fordert. Und dann wundert sich die Tante, dass es in diesem Land Menschen gibt, die davon ausgehen, dass sie vom Kreml bezahlt wird.
Das hat sie nämlich mal in einer Talkrunde rausgehauen.
Und auch Folgendes hat sie vor Publikum ganz fein aufgesagt: "Man sollte die russischen Raketen nicht abschießen, herabstürzende Trümmerteile könnten Menschen verletzen oder gar töten."
Ohne mit der Wimper zu zucken!
Es handelt sich hier natürlich um die Eins-zu-eins-Wiedergabe von Putinpropaganda. Auch das kann man sich wirklich nicht ausdenken.
Wer also glaubt, dass solche "Politiker" Gutes bringen, der glaubt auch fest daran, dass sich der fette Weihnachtsmann durch den engen Kamin hindurchzwängt, nur um seine Geschenke auf dem Wohnzimmertisch abladen zu können, statt eines der Fenster aufzuhebeln oder einfach vorne an der Haustür zu klingeln.
Was passiert, wenn solche Gestalten das Sagen haben, kann man in ganz vielen Ländern sehen, zurzeit aber besonders gut in den USA, wo ein richtig Verrückter alle erdenklichen Regeln und Gesetze bricht.
Sitzen solche Leute erst einmal fest im Sattel, dann ist es zu spät!
Dann ist die Dampfe am Kacken.
Aber so richtig:
this shit happens, when far right politicians come to power
Wie auf diesem Misthaufen, abgelichtet auf einem Hof in Sielmönken.
Das BSW ist glücklicherweise bereits erledigt, aber auch die kackbraune AfD kann keine Alternative für Deutschland sein, nicht einmal dann, wenn sie sich in ein blaues Tarnkostüm schmeißt.
Keine Stimme für die AfD.
Auch meine nicht!
Noch schnell die Auflösung eines weiteren Rätsels:
in total there are 1108 Twites! Did you expect this huge number? To be honest I didn't ...
Unglaubliche 1107 Berghänflinge sind auf diesem Bild zu sehen!
Damit habt ihr nicht gerechnet, oder?
Will man so einen Schwarm halbwegs korrekt auszählen, dann muss man jeden einzelnen Vogel markieren, um Doppelzählungen oder Auslassungen zu vermeiden. Und genau das habe ich auch gemacht, wie ihr sehen könnt.
Wie ich schon mal in einem älteren Beitrag geschrieben hatte, liege ich bei meinen Schätzungen immer deutlich zu niedrig. In diesem Fall wäre ich von vielleicht 500 Individuen ausgegangen, die auf dem Foto zu sehen sind.
Maximal und so weiter.
Weiter oben hatte ich die Zahl der Berghänflinge in der Leybucht mit insgesamt 5000 beziffert. Jetzt könnt ihr ungefähr erahnen, wie viele es wirklich gewesen sein müssen.
Man kann mir einfach nichts glauben.
Es war einmal ...
... ein ganz besonderer Strandpieper:
record shot of a banded Rock Pipit, that I have found in da saltmeadows near the village of Pilsum on 13th March 2022 This specimen had been ringed more than one and a half years ealier in Finland in August 2020
Ich entdeckte ihn am 13. März 2022 an meinem Strandpieper-Futterplatz am Rande der Salzwiese bei Pilsum.
Der Vogel trug einen blauen Farbring, und auf die Schnelle hatte ich keinen blassen Schimmer, wo er zuvor beringt worden war. Ablesen konnte ich den Ring aber auch nicht, weil die Distanz zum Vogel viel zu groß war. Ich begegnete diesem Strandpieper in der Mittagszeit und unter einer grellen Mittagssonne, also unter richtigen Scheißumständen, die es normalerweise nicht zulassen, die Kamera überhaupt aus dem Rucksack zu kramen.
Ich meine, man möchte doch schöne Bilder machen!
Weil ich aber davon ausging, dass der Vogel nicht lange an diesem Ort verweilen würde – ein Alpha-Platzhirsch-Strandpieper hielt an diesem Tag das Zepter fest in der Hand und vertrieb mit Vehemenz alle Artgenossen vom Futterplatz –, baute ich mein Tarnzelt trotzdem auf der Stelle auf.
In den Jahren davor hatte ich schon viele beringte Strandpieper abgelesen; sie alle stammten aus Norwegen. Blaue Ringe, das wusste ich deshalb, wurden dort nicht eingesetzt, weshalb ich dieses Individuum unbedingt ablesen wollte. Ich meine, auch ohne den Code würde ich später zu Hause das Beringungsland herausfinden können, aber weil es ein neues für mich war, wollte ich auch den genauen Beringungsort in Erfahrung bringen.
Da kenne ich keinen Schmerz, da kann ich sehr hartnäckig sein, fast so wie Berti Vogts, wenn es in einem Länderspiel darum ging, den Stürmer des Gegners nicht zum Zuge kommen zu lassen.
Ich hatte Glück, denn kaum saß ich in meinem Versteck, da tauchte der gewünschte Vogel auch schon auf. Er stand eine ganze Weile ganz oben auf dem Steinhaufen und schien geradezu darauf zu warten, vom Kontrahenten attackiert und vertrieben zu werden, so wie es ja zuvor auch schon einige Male passiert war. Und tatsächlich tauchte wenig später auch der Alpha-Platzhirsch-Strandpieper wieder auf und gab dem beringten Vogel sofort was auf die Mütze.
Das war mir aber egal, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine Bilder längst im Kasten.
Beringt worden war dieser Strandpieper am 9. August 2020 auf einer der finnischen Hauptstadt Helsinki vorgelagerten Insel mit dem schönen Namen Itätoukki.
Derselbe Vogel:
same bird, but calling
Doch diesmal rufend.
Damals, nachdem ich dem finnischen Beringer den Fund dieses Vogels gemeldet hatte, erfuhr ich von ihm, dass bis zu diesem Tag nur etwa hundert Strandpieper in Finnland mit blauen Ringen markiert worden waren. Das Projekt war überhaupt erst im Sommer 2020 gestartet worden. Und vor dem hier gezeigten Individuum hatte ich bereits am 2. Januar 2022 einen anderen Vogel auf dem Manslagter Nacken gefunden und abgelesen. Der war zuvor am 30. August 2021 in der Nähe von Uusikaupunki und somit etwa 20 Kilometer nordwestlich von Lahti markiert worden.
Zwei Funde in Ostfriesland von nur hundert in Finnland beringten Vögeln, das war schon ziemlich gut. Noch besser: Der erste Vogel stellte sogar den ersten Wiederfund überhaupt eines in Finnland beringten Strandpiepers im deutschen Teil des Wattenmeeres dar! Zuvor hatte man zwar vermutet, dass zumindest ein Teil der finnischen Vögel hier überwintert, wie mir der Beringer schrieb, doch Belege für diese Annahme besaß man damals noch nicht.
Und in diesem Winter habe ich auch wieder zwei blaue Ringe gesehen, einmal exakt dort, wo ich im Frühjahr 2022 meinen Strandpieper-Futterplatz eingerichtet hatte. Es könnte also derselbe Vogel gewesen sein, doch leider war es mir nicht möglich, brauchbare Bilder von ihm zu schießen.
Insgesamt hat die Zahl beringter Strandpieper stark abgenommen. Und zwar innerhalb von nur zwei Jahren! Seit dem Herbst 2025 habe ich nur drei Vögel gesehen, einen aus Norwegen und eben die zwei bereits erwähnten aus Finnland, wobei es sich im Falle der finnischen Vögel sogar um dasselbe Individuum gehandelt haben könnte.
Sicher schreiben kann man das aber nicht.
Inzwischen dürften in Finnland viele weitere Vögel markiert worden sein, sodass eine Zunahme der Sichtungen hier in den Salzwiesen die logische Konsequenz wäre, doch warum es dem Anschein nach keine beringten Vögel aus Norwegen mehr gibt, kann ich nicht erklären. Denn selbst wenn die Projekte dort nicht weitergeführt worden sein sollten, was ich nicht glauben kann, so müsste doch zumindest ein Teil der Vögel aus den Vorjahren nach wie vor hier auftauchen. Ich meine, die sterben doch nicht alle gleichzeitig.
Aber da ist fast nichts gewesen, eben bis auf die eine Ausnahme, und das, obwohl ich in der Vergangenheit auch schon Überwinterungsortstreue nachgewiesen hatte im Falle gleich mehrerer Strandpieper. Seit September 2025 habe ich Hunderte Strandpieper kontrolliert, teilweise an Futterplätzen an verschiedenen Orten in der Krummhörn und auch der Leybucht aus geringer Distanz, und trotzdem bin ich immer leer ausgegangen.
Aber ein bisschen Zeit bleibt mir ja noch.
Bis Ende März werde ich definitiv die Augen offen halten, auch deshalb, weil ich diese Biester ab Mitte Februar auch wieder im Prachtkleid fotografieren möchte, bevor ich mich im Anschluss daran wieder den Bergpiepern auf dem Rysumer Nacken widmen werde, die dann ebenfalls ins hübsche Prachtkleid mausern.
Same procedure as every year.
Es bleibt also spannend!






















































